Der närrische Dreiklang - Drei Prümerinnen führen durch die Session

Kostenpflichtiger Inhalt: Karneval in Prüm : Erneut hat ein weibliches Dreigestirn die Herrschaft übernommen

Und wieder haben die Prümer ein weibliches Dreigestirn – wie immer in Schaltjahren. Alle drei sind nicht nur jeck, sondern auch musikalisch.

Frauen an die Macht – in Prüm ist das kein Problem. Zumindest bei den Karnevalisten. Denn dem weiblichen Dreigestirn im vergangenen Jahr folgt ein weiteres. Und diesmal auch ganz regulär, denn 2020 ist ein Schaltjahr.

Die KG Prüm hat das Geheimnis schon gelüftet. Im nächsten Jahr regieren: „Prinz“ Dunja Bormann, „Jungfrau“ Elke Bartz und „Bauer“ Michaela Conen. Die drei Prümerinnen sind ein eingespieltes Team. Elke Bartz und Michaela Conen sind Schwestern und mit Dunja Bormann ist Michaela Conen schon zur Grundschule gegangen.

Außerdem haben alle in der Prümer Garde getanzt und spielen noch heute aktiv im Prümer Musikverein Tenorhorn (Dunja)  beziehungsweise  Klarinette. Im Gespräch mit den Dreien merkt man sofort: Da passt kein Blatt dazwischen. Die halten zusammen wie Pech und Schwefel.

Dass sie mal als Dreigestirn der Prümer KG vorneweg marschieren war ein langgehegter Wunsch, von langer Hand geplant. „Wir wollten eigentlich schon gerne 2016, aber da waren die Kinder noch zu klein“, sagt Elke Bartz.

Doch jetzt ist die Zeit reif. „Statt Midlife-Crisis probieren wir es mal als Dreigestirn“, sagt Michaela Conen und lacht. Und die Rollenverteilung ging auch problemlos über die Bühne. „Wir beide wollten nicht so gerne Reden halten“, sagen Elke Bartz und Michaela Conen. „Da blieb mir keine Wahl“, sagt Dunja Bormann, die den Part des Prinzen übernimmt, und zuckt mit den Schultern.

Kostüme haben sich die drei auch schon besorgt. Allerdings werden sie den Farben der KG, grün-weiß, abtrünnig. „Unsere Kostüme sind rot-weiß. Das erste Frauendreigestirn vor 20 Jahren hatte auch rot-weiß“, rechtfertigt sich Elke Bartz. Die Prümer Jecken werden es verkraften.

Bis zur offiziellen Proklamation am Sonntag, 5. Januar 2020, tragen sie allerdings schwarze T-Shirts, die sie auf der Rückseite mit ihren Namen und ihren Kopfbedeckungen bedruckt haben. Vorne steht der Schriftzug: Prümermädchen. Dahinter sieht man den Scherenschnitt der Prümer Skyline. Die Vorderseite hat Elke Bartz selbst mit Stofffarben gemalt.

„Wir sind alle feierfreudig“, sagt sie. Die 40-Jährige ist Erzieherin in der Kita in Waxweiler. Dunja Bormann, 41 Jahre, ist Oberkommissarin und arbeitet auf der Polizeiwache in Gerolstein. Und Michaela Conen, 41 Jahre, arbeitet als Industriekauffrau beim Gerolsteiner Brunnen.

Und wie haben Familie und Freunde auf ihre Pläne reagiert? „Da gab es keine Diskussion. Wir hatten das ja schon lange vor“, sagt Elke Bartz. Unterstützt werden sie von ihren Kollegen aus dem Musikverein und natürlich der Prümer Garde. „Die passt auf uns auf“, sagt Dunja Bormann.

Und da sie alle drei so musikalisch sind, sollte auch ihr Motto mit Musik zu tun haben. Das lautet: „Mit Freude, Spaß und jecke Tön – in Prüm da ist es einfach schön.“

Elke Bartz freut sich besonders auf die Begegnung mit vielen Jecken- Für Michaela Conen wird der Höhepunkt sein, den Rosenmontagszug mal vom Prinzenwagen aus zu erleben. „Ich freue mich besonders auf die Sitzungen“, sagt Dunja Bormann. Lampenfieber habe sie noch keins. „Das kommt spätestens Sonntagmorgen vor der Proklamation“, schätzt sie.

Und die vielen Termine, werden die nicht zur Belastung? „Das wird ein schöner Stress. Geknatscht wird an Aschermittwoch“, sagt Elke Bartz. „Das wird für uns ein Erlebnis fürs Leben“, sagt Michaela Conen.

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