Der neue Petersplatz in Bitburg ist vielen Bürgern zu grau geraten. Es fehlen Bäume und Blumen.

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtentwicklung Bitburg : Mehr Farbe für den Petersplatz gewünscht

Das Wort, das immer wieder fällt, ist „grausam“. Auf dem neuen Petersplatz fehlt vielen Bürgern das einst so üppige Blumenbeet. In den Stadtratsfraktionen war man von der Kritik zunächst überrascht. Nun soll nachgebessert werden.

Alles so schön grau hier. Klar, übersichtlich, flächig. Das neue Konzept des Petersplatzes, in dessen Umgestaltung die Stadt rund 1,2 Millionen Euro investiert hat, kommt nicht bei allen gut an. Genauer formuliert: Den wenigsten gefällt der Platz im Herzen von Bitburgs Fußgängerzone so, wie er jetzt ist.

Das haben TV-Leser in einer Flut von Leserbriefen deutlich gemacht. Wie kann eine Stadt so viel Geld in einen Platz investieren, der hinterher den meisten deutlich schlechter gefällt als vor der Umgestaltung? Das haben sich die Leser gefragt. Ihre Kritik: Der Platz sei zu grau, die Bänke ungemütlich, die Stufen gefährlich, es fehlen ihnen Bäume und das liebgewonnene bunte Blumenbeet.

So sah der Petersplatz vorher aus. Foto: TV

Inzwischen ist klar, dass nachgebessert werden soll. Dafür will die Stadt einen Gesprächstermin mit dem Büro der Landschaftsarchitektin Stötzer ansetzen. Der Entwurf dieses Büros ging Ende 2017 als Sieger aus dem Wettbewerbsverfahren hervor – und sie soll nun auch einbezogen werden, wenn es darum geht, was wo und wie an dem Platz noch verbessert werden kann. Das jedenfalls haben die Stadtratsfraktionen in einer Sitzung des Ältestenrats beschlossen. Der Termin steht noch aus.

Davon unabhängig zeichnet sich aber ab, dass die Ratsfraktionen gewillt sind, die Kritik aus der Bürgerschaft aufzugreifen, und sich bereits Gedanken machen, wie sich der in seiner Architektur vielleicht etwas strenge Platz auflockern ließe. Die Vorschläge reichen von zusätzlichen Blumenkübeln bis hin zu einem richtigen Blumenbeet. Auch die Zahl der Bäume sowie Verbesserungen bei den Sitzgelegenheiten sind im Gespräch. Ein Überblick über die Ideen in den Fraktionen:

Michael Ludwig (CDU): „Ich persönlich finde den Platz gelungen. Hier wurde der Entwurf umgesetzt, der in einem aufwändigen Wettbewerbsverfahren als bester prämiert wurde. Als Veranstaltungsort funktioniert er bestens und dann herrscht dort auch eine schöne Atmosphäre. Aber natürlich will keiner, dass der Platz von vielen als scheußlich empfunden wird. Wenn es gelingt, diesen Platz mit ein paar Verbesserungen noch schöner zu machen, hat das auch unsere Zustimmung. Aber das geht nur in Abstimmung mit der Planerin. Egal, was wir machen, es wird am Ende nie allen gefallen, aber insgesamt sollte der Platz dann doch schon bei den meisten gut ankommen.“

Manfred Böttel (FBL): „Mir erscheinen die Sitzbänke etwas kühl. Aber für Holzauflagen, die unsere Fraktion damals für die Basaltsteinbänke vorgeschlagen hat, gab es leider keine Mehrheit. Vielleicht lohnt es, jetzt noch mal über den Vorschlag nachzudenken. Eine andere Überlegung wäre, ähnlich wie am Spittel mit mobilen Pflanzkübeln, die bei Veranstaltungen zur Seite geschoben werden können, für Auflockerung zu sorgen. Insgesamt überrascht mich, das die ganze Fußgängerzone inzwischen als ‚zu grau’ verpönt ist. Da ist doch jetzt mehr grüne Bepflanzung als vorher in den alten Betonkästen.“

Irene Weber (SPD): „Bei Festen hat sich das Konzept des neuen Petersplatzes bewährt. Die Infrastruktur für Getränke- und Essenswagen oder die Bühnentechnik wurde wesentlich verbessert. Allerdings stimmt auch, dass der Platz wenig bunt ist, was besonders auffällt, wenn keine Veranstaltungen sind. Und das ist ja die meiste Zeit. Insofern kann ich die Kritik verstehen, wenn ich sie auch nicht in der massiven Form erwartet hätte. Die bunten Drahtsessel, die vorher auf dem Petersplatz standen, waren es ja auch nicht. Eine Idee wäre, Blumenkübel mit großen Pflanzen aufzustellen, eventuell auch einen zusätzlichen Baum. Darüber sollten wir noch dieses Jahr sprechen.“

Winfried Pütz (Liste Streit): „Der Platz ist schon etwas grau geraten. Die Kritik ist berechtigt. Da fehlen zwar auch noch die Holzteile für die Steinbänke, aber auch davon unabhängig könnte der Petersplatz etwas Farbe gebrauchen. Unsere Fraktion hat ja damals einen eher braun-gelblichen Bodenbelag bevorzugt. Das hätte auch für eine wärmere Note gesorgt. Aber das ist dann ja anders entschieden worden. Nun könnte ich mir vorstellen, etwa mit einer Skulptur aus Holz oder Stahl für Abwechslung zu sorgen. Da gibt es in anderen Städten Beispiele, wie solche Skulpturen auch als Aufhängung für große Blumenampeln benutzt werden können. Auch bei der Lesevilla wäre zu überlegen, ob die sich farblich anders gestalten ließe. Und natürlich könnte man mit Kübeln oder einem Blumenbeet was machen. Da ist die Frage, wie sich das in die Gesamtkonzeption des Platzes integrieren lässt.“

Johannes Roß-Klein (Grüne): „Von der Konzeption her hat der Platz nun viel mehr Weite und Größe als vorher und öffnet sich mehr zur Fußgängerzone. Diese Großzügigkeit gefällt mir schon gut. Aber auch mir fehlt da noch was. Ein echtes Blumenbeet, keine Kübel, könnte da schon Farbe reinbringen und das Ganze etwas auflockern. So entsteht der Eindruck, dass da vor allem im vorderen Bereich des Platzes was fehlt, während die Petersstraße im Hintergrund wiederum sehr gut zur Geltung kommt. Schade ist, dass sich im Vorfeld nicht mehr Bürger an der Umfrage beteiligt haben.“

Patric Nora (FDP): „Unser Ansatz im Stadtrat muss es sein, die Kritik anzunehmen und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Eine Rückenlehne aus Holz, um die die Steinbank ergänzt werden soll, bringt auch etwas Wärme rein. Ich finde es unverständlich, dass das noch nicht erledigt ist. Mir persönlich gefällt die Kombination aus dem Steinband zusammen mit einer Holzlehne sehr gut. Das ist ein interessanter Materialmix. Überrascht hat mich, dass die Lesevilla wegen der Veranstaltungstechnik, die dort ja auch untergebracht ist, doch so groß geworden ist. Bei Festen und Veranstaltungen funktioniert der Platz sehr gut. Natürlich ist es einfach, hinterher etwas zu kritisieren. Aber tatsächlich glaube ich auch, dass man an dem Platz schon noch was verbessern kann.“

Ihre Meinung: Was ist Ihre Meinung zum neuen Petersplatz? Was gefällt Ihnen? Was fehlt Ihnen? Was könnten Sie sich als Verbesserung vorstellen? Schreiben Sie uns an eifel@volksfreund.de (Name und Wohnort bitte dazu schreiben).

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