Der Peinlichkeit entgehen

Zur Debatte um die künftige Nutzung der Bahntrasse zwischen Prüm und Gerolstein meint dieser Leser:

Der Oppositionsantrag zeigt - unabhängig von parteipolitischen Ansichten - wirtschaftliche Vernunft. Der Lückenschluss im Radweg eilt, die Zerstörung der Gleise nicht. Wer heute noch Bahntrassen abbaut, will nicht sehen, was jeder sieht: Die Ölpreise werden weiter steigen, die Bahntechnik verbessert sich, die Politik setzt andere Prioritäten. Mehdorn mit seinem auf den ICE verengten Blick ist abgelöst; neue Anbieter bedienen erfolgreich Strecken, auf denen die DB nur Verluste produzierte. Pendler und Touristen werden noch froh sein, wenn die Infrastruktur eines Tages zeitgemäß genutzt werden kann. Tourismusverkehr, wie ihn die Vulkaneifelbahn für Gerolstein-Prüm plant, war vielerorts der erste Schritt zur vollständigen Reaktivierung von Strecken. Vielleicht entgehen Prüm und Umgebung doch noch der Peinlichkeit, beim Rheinland-Pfalz-Tag landesweit als nur mit Auto oder Bus erreichbare Pampa dazustehen: Das hat die Stadt nun wirklich nicht verdient.

Christian Baldus, Bitburg

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