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Der Plan für 2000 Quadratmeter Innenstadt

Der Plan für 2000 Quadratmeter Innenstadt

Rings um die 2000 Quadratmeter große Schotterfläche an Bitburgs Beda-Platz steht inzwischen ein Bauzaun - erster Vorbote, dass es mit dem Wohn- und Geschäftshaus, das die Firma Luxbauhaus dort bauen will, vorangeht. Ende 2011 sollen die Bagger rollen.

Bitburg. Pläne, Skizzen und Ideen gab es für die Schotterfläche zwischen Beda-Platz und Gartenstraße schon viele. Gebaut wurde bislang nichts (siehe Extra). Unterwegs sah es fast so aus, als würde das von Luxbauhaus dort geplante Wohn- und Geschäftshaus ebenfalls dieses Schicksal ereilen. Denn die Vermarktung des Projekts, das Ende 2008 erstmals vorgestellt wurde, lief schleppend (der TV berichtete). Der Grund: Die Wohnungen ab 100 Quadratmetern aufwärts waren für den Bitburger Markt zu groß und die im ersten Obergeschoss angedachte Bürofläche von rund 1200 Quadratmetern zu viel (der TV berichtete).
Neuer Anlauf mit neuem Konzept


Inzwischen wurde das Konzept umgearbeitet. Im Kern bedeutet das: mehr Wohn-, weniger Bürofläche. Zudem entstehen auch kleinere Wohnungen ab 50 Quadratmeter - alle mit Balkon oder Terrasse, barrierefrei und in hochwertiger Ausstattung. Die Eckdaten: In drei Gebäudeteilen rund um einen kleinen, begrünten Innenhof sollen rund 950 Quadratmeter Ladenfläche im Erdgeschoss sowie 2400 Quadratmeter Wohnfläche in den beiden Obergeschossen sowie dem Staffelgeschoss entstehen. Zudem ist eine Tiefgarage mit rund 40 Stellplätzen geplant.
Filialisten haben Interesse


"Wir wollen die Fläche auf jeden Fall entwickeln", sagt Bruno May von Luxbauhaus. Schließlich habe die Firma bereits mehr als eine Million Euro in Grunderwerb und Planung investiert. "Für die Ladenflächen stehen wir in Kontakt mit Filialisten, die in Bitburg noch nicht vertreten sind", sagt Norbert Scherf vom gleichnamigen Trierer Immobilienbüro. Für Namen sei es aber noch zu früh.
Für die insgesamt 28 Wohnungen gebe es ebenfalls bereits Interessenten, sagt Scherf und ergänzt: "Wir starten nun richtig mit der Vermarktung."
Das wird sich auch am Bauzaun zeigen, der inzwischen rund um das Grundstück aufgestellt wurde: Dort sollen noch diese Woche Werbetafeln aufgehängt werden, die über das Wohn- und Geschäftshaus informieren und zeigen, was statt der Schotterfläche dort geplant ist: ein moderner Gebäudekomplex mit Arkaden, die zum Flanieren einladen, mit Schaufenstern und großzügigen Balkonen, von denen aus der Blick über Bitburgs Innenstadt schweift.
Baubeginn soll noch Ende dieses Jahres sein. Bezugsfertig wäre das neue Wohn- und Geschäftshaus am Beda-Platz dann Anfang 2013.Meinung

Genug geparkt!
Als reiner Parkplatz ist der Beda-Platz verschwendet. Dennoch ist der zentral gelegene, sonnenverwöhnte und mit einigen ansprechenden Gebäuden gesäumte Platz bisher vor allem durch Blech, Brachen und Baulücken gekennzeichnet. Der Platz lädt nicht zum Flanieren oder Verweilen ein - ein verschenktes Stück Innenstadt. Für die Schotterfläche Richtung Gartenstraße zeichnet sich nun eine Perspektive ab. Die Idee des Wohn- und Geschäftshauses ist zwar nicht neu. Aber das von Luxbauhaus überarbeitete Konzept für das Projekt ist besser auf den Bitburger Markt abgestimmt. Mehr Wohn- und weniger Bürofläche macht Sinn - und hat durchaus die Chance, genug Interessenten zu finden. Das wäre erfreulich. Der von Luxbauhaus geplante Gebäudekomplex würde den Platz nicht nur mit seiner Architektur aufwerten, sondern könnte zudem auch einen Impuls für die Entwicklung weiterer Brachen und Baulücken sein - ein Anfang für mehr Stadtleben im Herzen der Stadt. d.schommer@volksfreund.deEIN PLATZ, VIELE PLÄNE


Bitburgs Beda-Platz: 1999 war ein Projekt mit Erlebnis-Gastronomie, Hausbrennerei und Hotel Garni im Gespräch. Es folgten ein Freizeit- und Dienstleistungszentrum mit Kino und Stadthalle (2000), ein Ärztehaus (2001), eine Frischmarkthalle (2002), ein viergeschossiges Wohnhaus mit Ladenflächen (2003) und ein Wohn- und Geschäftshaus (2005). Zum Rechtsstreit kam es 2006, weil ein vermeintlicher Investor Zuschüsse von der Stadt für den Abriss von Häusern entlang der Gartenstraße kassiert hatte, dort aber nicht baute. Ende 2007 kam das Urteil, dass die Stadt kein Anrecht hat, den Zuschuss zurückzufordern. Seit 2008 plant die Firma Luxbauhaus auf dem Grundstück, überarbeitete 2010 ihr Konzept und startet nun die Vermarktung. scho