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Der Präsident, der aus der Eifel kam

Der Präsident, der aus der Eifel kam

Seit gut einem Monat ist Horst Lenz Präsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz (der TV berichtete). Ein Porträt des 53-Jährigen aus Winterspelt-Elcherath, der seinem Beruf zu neuer Popularität verhelfen will.

Winterspelt. "Ingenieur? Das macht tierisch Spaß! Das ist der vielfältigste Beruf, den es gibt", sagt Horst Lenz. Der neue Präsident der Landes-Ingenieurkammer drückt am Tag des Treffens mit dem TV ganz unpräsidial die Schulbank, und zwar im Prümer Regino-Gymnasium.

Dort hat er vor 32 Jahren sein Abitur gemacht - und dorthin ist er zurückgekehrt, beim Berufs-Orientierungstag der Schule. Lenz ist einer der mehr als 100 Experten, die den Jugendlichen bei der Wahl ihrer Ausbildung mit Informationen weiterhelfen wollen.

Er tut das mit spürbarem Elan, denn er will seinen Beruf wieder populärer machen: "Das liegt im Wesentlichen daran, dass Ingenieure nicht so kommunikativ sind. Die sitzen lieber zu Hause im Kämmerchen und rechnen."

Dabei gebe es so viele spektakuläre Beispiele dafür, was deutsche Kollegen alles können: "Zum Beispiel die WM-Stadien in Südafrika. Da wird von Journalisten immer gesagt: Das hat ein deutscher Architekt gebaut. Das stimmt nicht. Es waren deutsche Ingenieure."

Der Architekt sei vor allem für den Entwurf zuständig. "Aber die Ausarbeitung derartiger Bauwerke, das machen grundsätzlich Ingenieure." Und das sei ja längst noch nicht alles, sagt Lenz und gerät ins Schwärmen über die Vielfältigkeit des Ingenieurwesens: Geo- und Elektrotechnik, Maschinenbau, Vermessung, Verkehr, Umwelt - alles Betätigungsfelder seiner Kollegen. Und vieles erheblich spannender und abwechslungsreicher, als mancher glauben wolle.

Deshalb ist er in Prüm. Und deshalb hat er sich zum Ziel gesetzt, noch mehr junge Menschen anzusprechen, wo immer es ihm möglich ist: "Wir haben Ingenieurmangel, wir brauchen Nachwuchs. Und nur wer bereits als junger Mensch die Vielfalt der Ingenieurberufe kennenlernt, wird sich später einmal dafür begeistern können", lautet sein Credo.

Das ist aber nur die eine Hälfte seiner Arbeit als Kammerpräsident: Außerdem gelte es, "den Zusammenhalt in unserem Berufsstand weiter zu stärken", sagt er. "Und ich will die seit hunderten Jahren gewachsene Struktur der kleineren Ingenieurbüros im Land erhalten. Denn die haben Kunden auf sehr hohem Niveau - und das zu sehr niedrigen Kosten im Vergleich zum übrigen Europa." Extra Horst Lenz wurde 1957 in Winterspelt-Elcherath geboren, er ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von 16 und 14 Jahren. Er studierte Bauingenieur-Wesen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, Abschluss mit Diplom 1986. 2002 schloss er seine Promotion ab. Vor 15 Jahren übernahm er erste Führungspositionen in der Landes-Ingenieurkammer, deren Vorstand er seit sechs Jahren angehört und seitdem die Interessen der rheinland-pfälzischen Ingenieure bei der Bundeskammer vertritt. Vizepräsident war er bereits seit 2007. Zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester betreibt Horst Lenz in Winterspelt ein Planungsbüro für Hoch-, Tief- und Straßenbau, Dorfentwicklung, Wasser- und Abwasseranlagen und viele weitere Aufgabenfelder. Das Unternehmen hat neun Mitarbeiter und plant und betreut viele Anlagen- und Straßenprojekte in der gesamten Westeifel. (fpl)