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Der Projektentwickler stellt sich vor

Der Projektentwickler stellt sich vor

Sie sind gekommen, um sich ein Bild von ihm und seinen 400-Millionen- Euro-Plänen zu machen: Frank Lamparski hat in der Stadthalle sein Konzept für den Bit- Airport umrissen und begründet, warum er es für realistisch hält.

Unterlegt mit atmosphärische Musik lässt der Film die Zuschauer schwerelos über grüne Wiesen, Maare, galoppierende Kühe und den Flugplatz Bitburg gleiten. „Wenn man ein Ziel vor Augen hat, dann darf man vom Weg nicht abweichen“, sagt Ex-Brauereichef Axel Simon mit sonorer Stimme in die Kamera. Schon seit die Amerikaner abzogen, setzt er sich für den Flugplatz ein. Nun ist er seinem Ziel so nah wie nie. Und Akteur in einem Film, der Emotionen weckt. Ein Film über ein Projekt, das die Menschen offensichtlich ohnehin schon bewegt. Darauf lassen ihre aufmerksamen Gesichter schließen und auch ihre schiere Zahl. Rund 300 Neugierige haben ihren Weg am Freitagnachmittag zu einer gemeinsamen Sitzung von Kreistag und Stadtrat in die Bitburger Stadthalle gefunden, um Frank Lamparski nach dem Film live zu erleben. Jenen Mann, der das Ziel hat, den Bitburger Flugplatz bis 2025 mit 400 Millionen Euro zu einem Werft-, Fracht- und Passagierflughafen auszubauen. Sie wollen wissen, wer ihnen da das Versprechen von 2000 Arbeitsplätzen macht. Welche Argumente er dafür hat, dass dies nicht nur ein Traum bleibt. Und ob sie ihm trauen können. Was sie sehen, ist ein blonder Mann mittleren Alters in schwarzem Anzug, dem man sofort abnimmt, dass er nicht gerne in der Öffentlichkeit steht. Die eine Hand hinter dem Rücken, stellt er sich vor: 44 Jahre alt, Diplom- Ingenieur, seit 26 Jahren passionierter Pilot. Dass er aus Luxemburg stammt, ist unnötig zu erwähnen. Man hört es. „Bitbursch“, sagt er, liege im goldenen Dreieck zwischen Amsterdam, Paris und Frankfurt. Der Flugverkehr werde sich bis 2025 verdoppeln. Studien zufolge werde sowohl der Fracht- als auch der Passagierverkehr jährlich um fünf bis sechs Prozent steigen. Es werde zu einem Mangel an Flughäfen kommen. Und den könne Bitburg abfedern. Die Bedingungen dafür seien ideal: Der Flugplatz habe eine gute Infrastruktur, genügend Platz und Rollwege, die so kurz sind, dass sie für Airlines nicht zum Kostenfaktor werden. Natürlich sei der Flugplatz mit Lärm verbunden. „Aber mit verträglichem.“ Verträglich soll der Airport auch für die Umwelt werden – ein Dank Erdwärmenutzung, moderner Abwasserbehandlung, Photovoltaik und stromsparender Technik „grüner Flugplatz“ soll entstehen. Auch die Hausbesitzer will Lamparski beruhigen. „Die Immobilienpreise werden nicht sinken“, sagt er. Im Gegenteil: Der Flugplatz werde Kaufkraft in die Region locken. Und Menschen. „Menschen, die gerne wieder nach Hause kommen: zu Haus, Hof und Familie – zurück in die Eifel“, heißt es im Film, während zu Gänsehautmusik tief unten erneut grün und schön die Eifel vorübergleitet.

MEINUNG

Für Zweifler und Gegner

Dazu gehört Mut. Vor versammelter Mannschaft stellte Frank Lamparski seine Pläne vom Bit-Aiport vor. Wohl wissend, dass nicht nur Freunde der fliegerischen Nutzung in die Bitburger Stadthalle kommen würden. Die Veranstaltung richtete sich sogar vor allem an die Zweifler und Gegner des Projekts, das Bitburg grundlegend verändern kann. Von denen gibt es weiterhin so viele, weil lange Zeit Einzelheiten und Hintergründe des Vorhabens unter der Decke blieben und Frank Lamparski für viele Menschen nicht viel mehr als ein Phantom ist. Das wissen auch Michael Billen und Joachim Streit, die wohl nun auch deshalb einen offensiven Weg wählten, um Öffentlichkeit herzustellen und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Man mag das für eine neue Offenheit halten, die es unter Landrat Roger Graef nicht gegeben hätte. Die Triebfeder für die Veranstaltungen war jedoch vor allem taktisches Kalkül.

h.jansen@volksfreund.de