Der Prümer Pfarrer Josef Kaspar Zilliken wurde 1942 im KZ Dachau ermordet, weil er seine Stimme gegen die Nationalsozialisten erhob. Nun trägt ein Weg in Prüm seinen Namen.

Zum Gedenken : Für einen, der sich nicht verbiegen ließ

Der Prümer Pfarrer Josef Kaspar Zilliken wurde 1942 im KZ Dachau ermordet, weil er seine Stimme gegen die Nationalsozialisten erhob. Nun trägt ein Weg in Prüm seinen Namen.

„Dechant Zilliken ist bei den Bürgern Prüms bis heute unvergessen“, sagt Monika Rolef. Seit ihrer Kindheit habe sie Geschichten über den Mann gehört, der 1922 zur Pfarrei St. Salvator kam und Dechant des Dekanates Prüm war.

Zilliken, ein Gottesmann der alten Schule, galt als streitbar und unnachgiebig, was wohl besonders die Jugend der Stadt zu spüren bekam. Doch im kollektiven Gedächtnis der Abteistadt hat er seinen Platz als der Mann, der gegen den Nationalsozialismus aufbegehrte.

Seine tiefe Verachtung für den Faschismus brachte Dechant Zilliken in seinen Predigten zum Ausdruck, er wurde infolge dessen bespitzelt und drangsaliert. Vor allem gegen die Euthanasie, die Ermordung geistig oder körperlich behinderter Menschen durch die Nazis, zog Zilliken zu Felde – und machte sich die braunen Horden zum Feind.

1938 ließ sich der Pfarrer nach Wassenach versetzen, 1940 kam es in Maria Laach zur verhängnisvollen Begegnung mit Hermann Göring, einem der von Zilliken verachteten Machthaber seiner Zeit: Der Dechant verweigerte dem „Reichsmarschall“ den Hitlergruß, wurde von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Oranienburg, dann Sachsenhausen und Dachau verschleppt. Dort starb er am 3. Oktober 1942 an den Folgen unmenschlicher Behandlung.

„Der Dechant war das prominenteste Opfer des Nationalsozialismus in Prüm“, sagt Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, während einer kurzen Andacht in der Kalvarienbergkapelle. Es sei wichtig, Orte des Erinnerns an solche Menschen wie Josef Zilliken zu haben.

„Wir leben in einer Zeit schneller Informationen und es scheint so, dass das Erinnern manchen Menschen heutzutage schwer fällt“, sagt Söhngen. „Besonders in der politischen Diskussion gibt es zurzeit Leute, die  ganz wichtige Dinge vergessen haben.“

Diese Meinung vertritt auch Stadtbürgermeister Johannes Reuschen: „Selbstverständlich wollen wir mit der Namensgebung des Weges und der Einrichtung einer Gedenkstätte für Dechant Josef Zilliken am Kalvarienberg ein Zeichen setzen.“

Monika Rolef, Stadt- und Kirchenführerin sowie Mitglied des Stadtrates, hatte sich dafür eingesetzt, dem Andenken an den unbeugsamen Kirchenmann einen Ort zu widmen: Nun hat Prüm einen Dechant-Josef-Zilliken-Weg, an dessen Eingang  zudem  ein Gedenkstein steht.

Eine Tafel erinnert an die Geschichte und den Leidensweg des Prümer Pfarrers. Den Basaltstein spendete die St. Matthias-Bruderschaft aus Mayen, der Geburtsstadt Zillikens. Zur feierlichen Einweihung des Gedenksteins reisten Vertreter der Bruderschaft und Wolfgang Treis, Oberbürgermeister der Stadt Mayen an.

Seit Freitag trägt der Weg unterhalb der Kalvarienbergkapelle den Namen des Prümer Dechants Josef Zilliken. Der Kirchenmann hatte sich gegen den Nationalsozialsmus eingesetzt, wurde verhaftet und starb im Konzentrationslager Dachau. V.l.n.r.: Monika Rolef, Wolfgang Treis, Rolf Heuser, Heinz Schäfer, Johannes Reuschen. Foto: Vladi Nowakowski

„Wir sind dem Wunsch der Stadt Prüm nach einem Gedenkstein sehr gerne nachgekommen“, sagen Heinz Schäfer und Rolf Heuser von der St. Matthias-Brüderschaft Mayen. „Menschen wie Zilliken darf man nicht vergessen, damit sich solch barbarische Geschehnisse nicht wiederholen.“

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