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Der Prümer Vinzentinerpater Christia Rolke ist jetzt auch zertifizierter Organist

Musik : Prümer Vinzentinerpater ist jetzt auch zertifizierter Organist

Vinzentinerpater Christian Rolke aus Niederprüm hat noch ein Studium drangehängt – und jetzt die Examensprüfung als Organist bestanden.

Da wäre manch einer gerne dabeigewesen: Christian Rolke, Vinzentinerpater in Niederprüm, hat in der Saarbrücker Stiftskirche St. Arnual ein amtliches Orgelkonzert gespielt – aber nur eine fünfköpfige Prüfungskommission der Hochschule für Musik Saar durfte zuhören, coronabedingt.

Christian Rolke ist Religionslehrer am Niederprümer Vinzenz-von-Paul-Gymnasium und zugleich Kooperator in der Pfarreiengemeinschaft Arzfeld. Er hätte also, gerade in Zeiten fehlender Priester, durchaus genug zu tun. Jetzt aber ist er, nach dreijährigem Studium, auch noch „Bachelor Tasteninstrumente“, mit den Nebenfächern Klavier und Cembalo.

Dass er dieses Studium, nach Religion und Philosophie, noch dranhängte, hat auch mit seiner Arbeit als Lehrer zu tun, wie er sagt: So kann er ein zweites Fach unterrichten. Allerdings habe er das auch gemacht, „um meine Fähigkeiten als Organist zu verbessern“, sagt er. Denn er spielt das Instrument ja auch in der Hauskapelle der Vinzentiner und gelegentlich in den Kirchen in anderen Orten.

Rolke durfte seine Prüfung sogar vor Ende der Regelstudienzeit von vier Jahren ablegen, er hatte bereits alle Voraussetzungen (mehr als 80 Prozent der nötigen Nachweise innerhalb des Studiums) erfüllt. Und sich dadurch für einen sogenannten Freiversuch qualifiziert. Und der gelang: Die Prüfungskommission habe sich, sagt er, „sehr wertschätzend“ über sein einstündiges Konzert geäußert.

Der Jung-Bachelor (44 Jahre) hat inzwischen auch sein bestandenes Examen bereits gefeiert: In Niederprüm, im Freien und im Barocksaal des Klosters. Mit dabei waren Geistliche und Mitarbeiterinnen der Pfarreiengemeinschaft Arzfeld, Neuerburg, Kyllburg und Speicher – und etliche „Wegbegleiter, Freunde und Bekannte“, sagt er.

Über die Anteilnahme und die Gratulationen habe er sich sehr gefreut. Und dankt nicht zuletzt all denen, die auf seinen Wunsch hin großzügig spendeten – für die neue Niederprümer Klosterorgel. Die hat jetzt gleichzeitig einen (noch) kompetenteren Bediener erhalten.

Zu den Höhepunkten seines Prüfungskonzerts in Saarbrücken zählt er übrigens „die erste Orgelsonate von Paul Hindemith, die nicht häufig zu hören ist, und eine komplett eingespielte Triosonate von Johann Sebastian Bach.“

Wird man diese Werke dann vielleicht auch in seiner Heimatregion zu hören bekommen? Ja, sagt Christian Rolke, auf jeden Fall: Er werde das Konzert zu einem späteren Zeitpunkt selbstverständlich nachholen.