Der Psychiater, Theologe und Autor bringt sein neues Buch mit

Neujahrsgespräch : Manfred Lütz kommt nach Prüm

Manfred Lütz ist am Donnerstag nächster Woche in Prüm, im Ratssaal der Verbandsgemeinde wird er diesmal das Neujahrsgespräch bestreiten.

Prominenter Gast in Prüm: Manfred Lütz, der Psychiater, Theologe, Buchautor und Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln-Porz, bestreitet am Donnerstag, 10. Januar, das Neujahrsgespräch im Ratssaal der Verbandsgemeinde (VG). Beginn ist um 16 Uhr, der Eintritt frei.

Der 64-Jährige ist vor allem durch seine zahlreichen Bücher bekannt geworden, in deren griffigen Titeln meist schon eine Provokation steckt: „Irre – Wir behandeln die Falschen“ (2009), „Wie Sie unvermeidlich glücklich werden“ (2015), und aktuell „Der Skandal der Skandale – Die geheime Geschichte des Christentums“.

Lütz’ langes Gespräch mit dem Auschwitz-Überlebenden Jehuda Bacon („Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden“), erschienen 2016, empfahlen wir im TV als „ein Buch gegen den Hass, das, leider, gerade in unseren aufgeputschten Zeiten von allerhöchster Aktualität ist“. Vor drei Jahren war er außerdem bereits zu Gast beim Eifel-Literatur-Festival in Prüm und trat vor 650 Zuhörern auf.

Wie immer wird der Gastgeber, VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen, den Nachmittag eröffnen. Dass seine Wahl diesmal auf Lütz fiel, ist nicht zuletzt auch einer direkten Begegnung zu verdanken: „Ich habe ihn schon einmal gehört“, sagt Söhngen. „Das ist ein sehr interessanter Mensch mit einer eigenen, profilierten Meinung. Ich fand das toll – und fesselnd.“

Lütz wird sich in Prüm vorrangig mit dem Thema seines aktuellen Buchs befassen. Das christiche Weltbild, seine Werte – das alles werde derzeit wieder „beschwörend“ diskutiert, sagt er auf der Website seines Verlags. „Linke und Rechte, aber auch die politische Mitte werden feierlich, wenn es um das Christentum geht. Zugleich aber verbindet die Öffentlichkeit das Christentum mit Kreuzzügen, Hexenverfolgung und Inquisition und neuerdings mit dem Missbauchsskandal. Wie geht das zusammen?“

Lütz hat das Buch gemeinsam mit dem Kirchenhistoriker Arnold Angenendt verfasst. Das Ergebnis sei eine allgemein verständliche Zusammenfassung von Angenendts 800-Seiten-Werk „Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert“. Behandelt werden so auf knapp 290 Seiten „alle gängigen Skandale aus 2000 Jahren Kirchengeschichte“, sagt Lütz: „Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverfolgung, das Verhältnis von Christen und Juden bis hin zum Missbrauchsskandal. Die Ergebnisse der neusten Forschung dazu sind wirklich spektakulär.“

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