Der SPD-Kreisparteitags im Eifelkreis hat seinen Vorsitzenden Nico Steinbach wiedergewählt.

Kommunalpolitik : Eifel-SPD wählt Kreisvorsitzenden: 100 Prozent für Nico Steinbach

Einstimmig haben die Delegierten des SPD-Kreisparteitags in Mettendorf den Kreisvorsitzenden Nico Steinbach wiedergewählt. Darüber hinaus wurde Erdal Dogan die höchste Auszeichnung der Partei verliehen.

In der SPD herrscht Aufbruchstimmung. Noch während Nico Steinbach die Schlussworte spricht, werden im frisch renovierten Mettendorfer Dorfgemeinschaftshaus bereits die roten Fähnchen auf den Tischen eingesammelt. Die Genossen haben es geschafft. Nach gut drei Stunden ist alles abgehakt. Der letzte Auftrag des Abends kommt von Günter Scheiding. Der Vorsitzende des SPD-Ortsverbands Neuerburg-Land, zu dem auch Mettendorf gehört, bittet die Delegierten, beim Aufräumen zu helfen. Und die packen dann auch alle mit an. Die Stühle werden gestapelt und die Tische an die Wand gestellt. Wenige Minuten später ist alles so, als wäre nichts gewesen. Dabei war es doch zumindest für zwei SPD-ler ein ganz besonderer Abend.

Einer von ihnen ist Erdal Dogan. Eigentlich sollte der in Zypern geborene und seit 1975 in Schönecken lebende Dogan diese Auszeichnung bereits im vergangenen Herbst erhalten. Doch krankheitsbedingt konnte der 77-Jährige damals nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Deshalb wird die Verleihung nun in Mettendorf nachgeholt. Für sein „jahrzehntelanges Engagement für die Mitmenschen“ wird der ehemalige Arzt, der bis vor wenigen Monaten noch Mitglied des Kreistags war, mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet. Es ist die höchste Auszeichnung der Partei und für Dogan ein sehr bewegender Moment. Wortlos nimmt der gesundheitlich angeschlagene Schönecker im Beisein von Sohn und Enkelin die Medaille entgegen. Wenig später machen sich die drei auf den Heimweg.

Für die übrigen Genossen geht es dann erst richtig los. Die Tagesordnung ist lang. Die 64 anwesenden Delegierten müssen Anträge beschließen und einiges wählen, allem voran den neuen Kreisvorstand. Bisheriger Vorsitzender ist der Landtagsabgeordnete Steinbach. Und der würde es auch gerne bleiben, stellt sich deshalb als alleiniger Bewerber zur Wiederwahl. Offensichtlich die richtige Entscheidung, wie sich wenig später nach Auszählung der Stimmen zeigt. Mit 100-prozentiger Zustimmung wird der Mann aus Oberweiler im Amt bestätigt. Zum Teil ähnlich hoch ist die Zustimmung auch bei der Wahl der beiden stellvertretenden Vorsitzenden Rainer Hoffmann (Arzfeld) und Alois Tautges (Prüm) sowie des neuen Kassierers Bernd Spindler (Burbach), des Schriftführers Günter Scheiding (Neuerburg) und der zahlreichen Mitglieder des erweiterten Vorstands.

Für den Kreisverband ist es der erste ordentliche Kreisparteitag nach dem ereignisreichen 13. März 2016. Damals gewann Steinbach bei der Landtagswahl das Direktmandat und setzte sich damit gegen den CDU-Mann Michael Billen durch. Der Kreisverband habe alles gegeben und am Ende erreicht, was kaum einer für möglich gehalten habe, sagt Steinbach. Dieses Direktmandat gebe ihm bei seiner Arbeit eine gewisse Unabhängigkeit, so der Landtagsabgeordnete, der seine Aufgabe in Mainz nun vor allem darin sieht, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern - oder zumindest auf dem derzeitigen Stand zu halten.

Dazu passt auch einer der drei Anträge des Kreisverbands, die an diesem Abend ebenfalls einstimmig beschlossen werden. Steinbach fordert darin die Erhaltung der Krankenhäuser in Prüm und Bitburg.

„Wir müssen hier ganz klare Kante für den ländlichen Raum zeigen“, sagt Steinbach. Denn Gesundheitsversorgung sei nun mal das Thema, das die Menschen am meisten bewege.

Für beide ein guter Abend: Nico Steinbach (links) wird als Kreisvorsitzender im Amt bestätigt. Zuvor aber überreicht er Erdal Dogan die Willy-Brandt-Medaille samt Urkunde. Foto: Uwe Hentschel

Darüber hinaus bringen die Delegierten auch noch zwei weitere Anträge an die SPD-Parteispitze auf den Weg. In dem einen wird die Verhinderung der Mauteinführung gefordert, in dem anderen der vierspurige Ausbau der A 60 zwischen Prüm und der belgischen Grenze.