Der Süden wächst

Über 60 Betriebe, mehr als 2000 Arbeitsplätze, wo vor 40 Jahren noch Äcker waren. Das Gewerbegebiet "Auf Merlick" wächst seit Jahrzehnten kontinuierlich. Doch mit dem 2004 eröffneten vierten Bauabschnitt ist das Ende des Wachstums in Bitburgs Süden erreicht.

Bitburg. Noch teilt die Straße nur eine Wiese in ein Rechts und ein Links. Doch entwickelt sich der vierte Bauabschnitt des Gewerbegebiets "Auf Merlick" ähnlich erfolgreich wie die vorherigen drei, werden sich auch hier bald viele Firmen ansiedeln. Die ersten sind schon da. Laut Helmut Theilgen von der Stadtverwaltung Bitburg sind mittlerweile sechs Ansiedlungsanträge bei der Stadt Bitburg eingegangen. Aber 15 der insgesamt rund 18 Hektar sind noch frei. Das ist dann aber das Ende des fast 40-jährigen Wachstums des Gewerbegebiets in Bitburgs Süden. Denn der Flächennutzungsplan erlaubt keine weitere Ausdehnung nach Süden, im Südosten stößt man ohnehin schon fast an den Flugplatz. Am Beginn stand 1970 der Entschluss der Bitburger Brauerei, die Braustätte aus dem Norden an den jetzigen Standort zu verlagern. 1973 begann die Stadt, weitere Gewerbeflächen im Süden zu erschließen. 1987 folgte der zweite Abschnitt, 1990 schließlich der dritte. Mittlerweile erstreckt sich "Auf Merlick" über 120 Hektar Netto-Baulandfläche, also ohne Straßen und öffentliche Grünflächen.Autofirmen ziehen viele Kunden an

Die Gründe für den Erfolg des Gewerbegebiets liegen für Thielgen zum einen darin, dass es sich um eine große zusammenhängende Fläche handelt, die in Sichtweite zum Flugplatz viele Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Außerdem seien die moderaten Steuer- und Gebühren-Hebesätze in Bitburg sehr attraktiv. Dazu kämen die vielen Vorteile eines Mittelzentrums wie Krankenhaus, Schulen und Kindertagesstätten sowie die vielen Baugebiete in der Stadt und den Stadtteilen, in denen sich Mitarbeiter ansiedeln können. Nicht zuletzt zögen die Autohändler viele Kunden in das Gewerbegebiet, sagt Thielgen. Besonders bemerkenswert ist für Thielgen auch die Tatsache, dass die Entwicklung des Gewerbegebiets nach 1994 und dem Ende der militärischen Nutzung des Bitburger Flugplatzes parallel zur Konversion des großen Geländes gelaufen sei - ohne dass das eine Gebiet hinter dem anderen zurückstecken musste. So wie es kaum größere Pleiten auf dem Gewerbegebiet gab. "Wir haben auf Merlick viele Mittelständler, daher sind wir nicht von irgendwelchen Großbetrieben abhängig", sagt Thielgen. "Mit dieser kleinzeiligen Struktur sind wir von größeren Rückschlägen bisher verschont geblieben." Auch das nächste Entwicklungsgebiet hat Thielgen schon im Blick: Wenn die US-Amerikaner die Housing in Bitburg räumen, stehen noch einmal rund 20 Hektar Konversionsfläche zur Verfügung, die darauf warten, entwickelt zu werden.