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Der Töpferort soll wieder blühen

Der Töpferort soll wieder blühen

SPEICHER. Die Diskussion kommt ins Rollen. Nach dem Anstoß des Speicherer Unternehmers Wolfgang Elsen beschäftigen sich nun Verwaltung und Gewerbeverein mit der Neugestaltung der Ortsmitte. Fachmännische Unterstützung gab das Städtebau- und Umweltplanungsbüro ISU aus Bitburg.

"Es muss etwas passieren", sagt Ernst Follmann, Inhaber des Bekleidungshauses Follmann am Markt in Speicher. Mit dieser Meinung steht er nicht allein. Aber was? Die Vorstellungen des Speicherer Unternehmers Wolfgang Elsen, aus den leer stehenden Geschäften in der Ortsmitte Wohnraum für ältere Menschen im Rahmen eines "betreuten Wohnens" zu verwirklichen (der TV berichtete), stießen zunächst bei den Mitgliedern des Gewerbevereins auf wenig positive Resonanz. Aufbruchstimmung in Speicher

Die Überlegung, den Ortskern wieder zu beleben, "ist nichts Brandneues", erklärt Linda Gillessen, Schriftführerin des Gewerbevereins. "Jeder hat dazu eine persönliche Meinung." Ein "Betreutes-Wohnen-Projekt" kann sie sich jedoch nicht vorstellen: "Da hat Wolfgang Elsen die Rechnung ohne die Besitzer gemacht." Denn die seien noch nicht befragt worden. "Der Gewerbeverein kann bei einer Umnutzung nicht tätig werden", sagt Linda Gillessen, "das müssen die Investoren und die Gemeinde zusammen bewerkstelligen." Auf Initiative der Speicherer Verbandsgemeindeverwaltung ist inzwischen ein erster Schritt zum Aufbruch erfolgt. In Klaus Zimmermann, Chef des Städtebau- und Umweltplanungsbüros ISU aus Bitburg, nahm man einen Experten mit ins Boot. Mithilfe einer Power-Point-Präsentation veranschaulichte er dabei die bisherige Entwicklung in den Städten Bitburg, Prüm und Hermeskeil. "Selbst in kleineren Orten wie Irrel hat sich was getan", sagt Zimmermann. Der nächste Schritt für Speicher sei eine städtebauliche Analyse des Innenorts mit dem Ziel, ein Leitbild zu entwickeln. Dabei müsse erörtert werden, ob Speicher tatsächlich ein Einkaufs-ort ist, oder ob ein anderes Image hermüsse, wie zum Beispiel das von Elsen bereits etablierte Gesundheitszentrum oder anvisierte Betreutes-Wohnen-Projekt. Erforderlich sei hierbei eine gründliche Untersuchung des Ist-Zustandes: Flächen müssen aufgenommen und gleichzeitig hinterfragt werden: Was gibt es, was gibt es nicht in Speicher? Warum soll man in Speicher einkaufen? Wie groß ist der Einzugsbereich? Telefonumfragen sollen die Wünsche der Bürger verraten. "Auch sollte man bei den Amerikanern fragen, was sie in Speicher vermissen und dann darauf abzielen", sagt Zimmermann. "Insgesamt war das ein gelungener Vortrag mit brauchbaren Ansätzen", sagt Herbert Pesch, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung. Die leeren Geschäfte in Speicher gefallen auch VG-Bürgermeister Rudolf Becker nicht. Man habe schon vor zehn Jahren eine Standort-Analyse machen lassen, die dem Städteplanungsbüro gerne zur Verfügung gestellt werde: "Wir haben das Problem erkannt und die Diskussion muss weitergehen. Aber es wird sehr schwierig sein, die Besitzer von Investitionen zu überzeugen." Klaus Zimmermann hat nun angeboten, die Thematik auch der Bevölkerung zu präsentieren. Bis es so weit sein wird, gibt der Experte folgenden Rat: Jeder - egal ob aus Verwaltung oder Gewerbeverein - soll in sich gehen und Vorschläge für die Zukunft Speichers entwickeln.