Der Tourismus und seine Kosten

Der Tourismus und seine Kosten

Eine Südeifel, aber fünf Verbandsgemeinden und eine Stadt mit vier unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Tourismus-Förderung: Der TV hat nachgeforscht, was die Kommunen 2009 für den Bereich Tourismus ausgegeben haben - und wie sich ihr finanzielles Engagement in den Gästezahlen bemerkbar gemacht hat.

Bitburg. Mittelalterliche Burgen, Bauernhäuser, malerische Flüsse, reichlich Natur - der Südkreis hat für Urlauber viel zu bieten. Doch was sich für den Gast wie ein einheitliches Feriengebiet darstellt, wird auf Verwaltungsebene an vier unterschiedlichen Stellen vermarktet. Der TV hat sich vor diesem Hintergrund angeschaut, wie viel die fünf Verbandsgemeinden und die Stadt Bitburg im vorigen Jahr für den Bereich Tourismus ausgegeben, was sie dafür bekommen und wie sich diese Ausgaben in den Gästezahlen niedergeschlagen haben.

Knapp 60 000 Gäste und 136 000 Übernachtungen wurden 2009 nach Angabe des Statistischen Landesamts in der Stadt Bitburg gezählt. Demgegenüber standen Ausgaben in Höhe von 136 000 Euro, die die Stadt für die Mitgliedschaft im Zweckverband Feriengebiet Bitburger Land gezahlt hat. Dafür wurden die Gäste in der vom Zweckverband betriebenen Tourist-Information in Bitburg beraten und betreut, ihre Buchungen wurden entgegengenommen, und sie konnten sich mit Infomaterialien und Broschüren versorgen.

Darüber hinaus betreut und berät der Zweckverband als Ansprechpartner die Gastgeber, erstellt Werbemittel, Infomaterialien, Broschüren und gibt die Gästezeitung "Eifel" heraus. Zudem bereitet er touristische Aktionen sowie Kampagnen vor, führt sie anschließend durch und entwickelt Konzepte für die touristische Infrastruktur. Die Leistungen des Zweckverbands nahm zudem die Verbandsgemeinde Bitburg-Land in Anspruch und zahlte dafür 2009 ebenfalls 136 000 Euro. Sie verbuchte rund 66 000 Gäste und circa 170 000 Übernachtungen.

Die Verbandsgemeinde Speicher als Dritte im Bund des Zweckverbands zahlte 2009 rund 11 000 Euro - 1700 Gäste und knapp 5700 Übernachtungen wurden im Speicherer Land verzeichnet.

31 300 Gäste, knapp 99 000 Übernachtungen - so die Tourismus-Bilanz für das vorige Jahr in der Verbandsgemeinde Neuerburg. Gestemmt wird die Tourismusförderung im Neuerburger Land von Verwaltungsmitarbeitern des Bereichs Wirtschaftsförderung. 60 000 Euro hat die VG dafür 2009 in die Hand genommen, neben den Personalkosten sind darin enthalten die Kosten für die Erstellung von Printmedien wie Imagebroschüren und Gastgeberverzeichnisse, die Beteiligung an der Eifeltourismus GmbH sowie die Zuschüsse für Ausstattung und Personal in den drei Servicepunkten in Neuerburg, Mettendorf und Körperich, die im Neuerburger Land als Anlaufpunkte für Touristen dienen.

In der Verbandsgemeinde Irrel machten im vergangenen Jahr 52 000 Gäste Urlaub, knapp 156 000 Übernachtungen wurden gezählt. Für den Tourismus griff die VG dabei tief in die Tasche: Knapp 184 000 Euro wurden ausgegeben für die zuständigen Verkehrsamtsmitarbeiter, die Ausstattung der beiden Tourist-Informationen in Irrel und Bollendorf, die Betreuung der Betriebe, die Herausgabe von Publikationen, den Beitrag in der Eifel Tourismus GmbH, lokales Marketing, konzeptionelle Entwicklungen und vieles mehr.

Wenig bis gar kein Geld durfte dagegen die Verbandsgemeinde Kyllburg 2009 für den Tourismus in die Hand nehmen. Hintergrund ist der in Kyllburg immer noch schwelende Tourismusstreit: Die VG darf erst dann wieder im Bereich Tourismusförderung aktiv werden, wenn alle Ortsgemeinden diese Aufgabe per Ratsbeschluss an die VG übertragen haben. Da dies 2009 nicht der Fall war, sprang der Verkehrsverein Kyllburger Waldeifel in die Bresche, kümmerte sich - finanziert durch Mitgliederbeiträge - um Werbung wie Verkaufskataloge, Internetauftritte sowie gemeinsame Prospekte, fuhr auf Messen und nahm Buchungen entgegen. 52 000 Euro gab der Verkehrsverein dafür im vergangenen Jahr aus.

Obwohl die VG Kyllburg im Bereich Tourismus lediglich rund 6000 Euro für den Radsonntag "Kylltal Aktiv" entrichtete, zählte das Statistische Landesamt für 2009 immerhin knapp 28 000 Gäste und 80 000 Übernachtungen in der Waldeifel.