1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Der Umzug des Amtsgerichts Bitburg wird konkreter.

Gebäudewirtschaft : Ein Umzug, der sich zieht

Bis die Mitarbeiter des Amtsgerichts Bitburg aus dem maroden Betonkasten ziehen können, werden noch mindestens vier Jahre vergehen. Doch das Projekt wird konkreter. Im Juni soll es einen Entwurf für das neue Gebäude geben.

Der Umzug des Bitburger Amtsgerichts ist schon länger beschlossene Sache. Nun aber wird das Projekt konkreter. Fest stand bisher lediglich, dass die rund 50 Mitarbeiter in einen noch zu errichtenden Neubau in der Brodenheckstraße ziehen werden.

Dafür wurde nun ein Vergabewettbewerb ausgeschrieben. Claudia Stadler, Direktorin des Amtsgerichts, erklärt: „Das Land Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Finanzministerium und den Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LLB), hat einen sogenannten nichtoffenen hochbaulichen Realisierungswettbewerb ausgeschrieben.“

Daran könnten sich Architekten beteiligen, die Ideen für das Gebäude entwickeln und Dienstleistungen bei der Umsetzung anbieten möchten. Am 18. Juni wird eine Jury erfahrener Architekten und Juristen über die Vergabe beraten und dann einen Gewinner bekannt geben.

Der Altbau des Gerichtsgebäudes in Bitburg ist marode, genau wie das seit vielen Jahren leer stehende ehemalige DLR-Gebäude in der Brodenheckstraße. Foto: Marius Kretschmer. Foto: Marius Kretschmer

In der Auslobung des Bauvorhabens heißt es: „Das neue Gebäude soll der Funktion entsprechend Würde und Tradition mit Moderne und Transparenz auf Grundlage der rheinland-pfälzischen Nachhaltigkeitsziele vereinen, den Menschen sicher und barrierefrei offenstehen und attraktive Arbeitsplätze bieten.“

Der Umzug stehe allerdings frühstens im Jahr 2024 an und selbst diese Zeitangabe sei noch nicht belastbar. Bis es nämlich mal an den Bau geht, wird noch einige Zeit vergehen. Denn dahinter steckt ein bürokratischer Kraftakt. „Nach dem Wettbewerb wird ein detaillierter Kostenplan erstellt und dem Landtag für die Haushaltsverhandlungen 2022 / 23 vorgelegt“, erklärt Stadler. In diesen Jahren könnte dann auch schon mit dem Bau begonnen werden.

Der Altbau des Amtsgerichts ist marode, genau wie das seit vielen Jahren leer stehende ehemalige DLR-Gebäude in der Brodenheckstraße. Foto: Marius Kretschmer

Der Neubau soll an eine Stelle, an der bisher noch ein altes Gebäude steht. 1953 wurde dieses errichtet und zuletzt Ende der 1990er-Jahre saniert. Der Altbau steht nun seit rund sieben Jahren leer, nachdem der „Vormieter“, das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, auf den Bitburger Flugplatz umzog. Eine erneute Sanierung wurde für unwirtschaftlich befunden.

Auch der aktuelle Standort ist für eine Weiternutzung nicht geeignet. Das Gebäude ist nicht nur in einem maroden Zustand, sondern auch schlichtweg zu groß. Der große graue Betonkasten wurde 1975 als Anbau zum 1937 eingeweihten Gerichtsgebäude errichtet, da dieses seit der Auflösung des Amtsgerichts Neuerburg im Jahr 1966 zu klein geworden ist und auch das Katasteramt eine Bleibe suchte.

Da dieses wiederum 2012 aufgelöst wurde, hatte der LLB bereits versucht, einen Nachmieter zu finden, was allerdings nicht gelang. Eine Weitervermietung des gesamten Komplexes könnte also durchaus schwierig werden. Es bleibt also noch offen, was mit dem Gebäude passiert.

Unter Denkmalschutz steht das alte Gerichtsgebäude in der Kölner Straße allerdings nicht. Kreispressesprecher Ansgar Dondelinger erklärt dazu: „Bei der Inventarisierung des Landkreises in den 1990er-Jahren wurde dem voluminösen, aber schlicht gestalteten Verwaltungsbau aus der Zeit des Nationalsozialismus kein besonderer Denkmalwert zugesprochen.“

Aktuell würden seitens der Landesdenkmalpflege ganz besonders auch prägende, jüngere Gebäude auf ihren Denkmalwert untersucht werden. Ob eine solche Überprüfung beim Amtsgericht zu einer anderen Beurteilung des Denkmalwertes führen würde, sei daher offen.