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Menschlichkeit
Glückliches Ende nach 25 Jahren

 Die Initiatoren von „Eifel hilft“: Tobias Schmitz (links) und Hubert vom Venn. Foto: privat
Die Initiatoren von „Eifel hilft“: Tobias Schmitz (links) und Hubert vom Venn. Foto: privat FOTO: privat
Prüm/Monschau. Ein entführter Junge findet dank des Vereins „Eifel hilft“ seine Familie wieder. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Der Verein „Eifel hilft“, vor zwei Jahren in Prüm gegründet, setzt sich seitdem für Menschen in Not ein – vom Einheimischen bis zum Flüchtling. Initiatoren waren damals der Prümer Musiker Tobias Schmitz und Hubert vom Venn, der Kabarettist aus Roetgen (der TV berichtete).

Jetzt erzählen die Vereinsgründer von einer Begebenheit, die sich nahezu unglaublich anhört. Sie handelt von einem jungen Flüchtling aus Marokko. Und sie sei ihm, sagt Tobias Schmitz im Gespräch mit dem TV, sofort zu Herzen gegangen.

Es geht um einen jungen Mann, der in seiner Heimat Furchtbares erleben musste. Und dem hier zunächst keiner glauben wollte: Denn es habe in Marokko immer geheißen, er sei nicht das Kind seiner Eltern, sondern vor Jahren entführt worden. Auf der Straße sei ihm das von spielenden Kindern zugerufen worden. Der junge Mann, sagt Hubert vom Venn, habe den Spott nicht mehr ertragen können und sich auf eine jahrelange Flucht begeben, „die schließlich in Monschau endete. Ausweisen konnte er sich nicht, keiner glaubte ihm.“

Mit einer Ausnahme: Hermann Mertens, Vorsitzender von „Eifel Hilft“ und Stellvertreter der Monschauer Bürgermeisterin. Mertens habe in Marokko einen Rechtsanwalt aufgetrieben, der sich dann auf eine wochenlange Recherche begeben habe. Und der tatsächlich auf dem Land die wahren Eltern fand, vor deren Haus der Junge, damals erst 16 Monate alt, vor etwa 25 Jahren entführt worden war.

Die Frage nach dem Honorar habe der marokkanische Anwalt übrigens weit von sich gewiesen. Zitat: „Sie werden doch nicht ernsthaft glauben, dass ich hierfür ein Honorar annehme. Ich danke Gott, dass ich an diesem Wunder mitwirken durfte.“

Der junge Mann konnte kurz darauf zum ersten Mal mit seinen Eltern telefonieren. Dabei entstanden an einem Sonntag mehr als 1000 Euro Telefongebühren. „Eifel hilft“ setzte sich daraufhin noch einmal für ihn ein: „Eine ausführliche E-Mail mit der Schilderung der kompletten Geschichte bei der Telekom in Bonn genügte, die Kosten wurden von dem Unternehmen gestrichen.“

Wie gesagt: nahezu unglaublich. „Bisher ist das für mich die schönste Sache, an der wir teilhaben durften“, sagt Tobias Schmitz. „Für diese Geschichte alleine hat sich die Gründung von ,Eifel hilft’ gelohnt.“

Der Verein macht allerdings kräftig weiter. Die Mitglieder bereiten derzeit für den Herbst in Prüm ein zweites großes Benefizkonzert mit prominenter Besetzung vor, nach dem Abend mit von Brücken, den Roxxbusters und Elastiq vor zwei Jahren. Näheres wird demnächst bekanntgegeben.