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Der Volksfreund testet die Spielplätze in Bitburg

Stadtentwicklung : Wo Wichtel wüten und Römer rangeln

Zwei Jahre sind vergangen, seit die Stadt ein Spielplatzkonzept beschlossen hat. Wir stellen Anlagen und Geräte auf den Prüfstand. Der erste Teil des Spielplatzchecks führt in die Stadtteile.

Der schönste Spielplatz der Bitburger stadtteile steht in Mötsch. Einst sollen hier die Hüttinger Wichtel getanzt haben. Jetzt toben, spielen und rennen Kinder auf dem Gelände herum. Geboten wird den Kleinen einiges: Krabbelröhre, Krabbelhäuschen, Kletterwand, Kletternetz, Wippe, Rutsche, Schaukel, und und und. Diese Anlagen haben sich die Mötscher aber auch einiges an Geld und Mühe kosten lassen.

38 000 Euro wurden in die Erneuerung der Spielstätten investiert. Allein 22 000 Euro kamen durch Spenden und  Erlöse gemeinnütziger Aktionen zusammen. Die Geräte stammen teils aua einem ausrangierten Spielplatz auf dem Kasernengelände. Eltern haben sie demontiert, repariert und gestrichen.

Das alles war Teil eines Konzeptes, das die Mötscher noch vor der Stadt Bitburg beschlossen haben. Ihre Spielplätze hatten es aber auch nötig. 2014 beschrieb der Volksfreund das Angebot im Stadtteil noch als „Spielwüste“. Seitdem ist einiges passiert.

Das zeigt sich auch ein paar hundert Meter entfernt auf dem „Kraut und Rübenplatz“. Der steht im Zeichen der Mötscher „Muate“. Insgesamt machen Gelände und Anlagen einen gepflegten Eindruck. Auf beiden Plätzen soll aber noch einiges passieren, wie Ortsvorsteher Heiko Jakobs verrät. Möhre und Wichtel sollen sichtbarer werden. Die Mötscher haben ihre Spielwüste also in eine Spieloase verwandelt. Nur einen Platz haben sie dabei offenbar vergessen.

Er liegt an der Bitburger Straße, direkt neben dem ehemaligen Gasthaus Weiler. Auch hier stellen die Mötscher einen Superlativ auf: So eine heruntergekommene Spielstätte findet sich in keinem anderen Ortsteil. Von der Rutsche blättert der Lack ab. Die Schaukel rostet vor sich hin. Laut Heiko Jakobs werde das Gelände aber keinesfalls dem Verfall überlassen, sondern „mit geringem Aufwand instand gehalten.“ Ursprünglich sei zwar geplant gewesen, den Spielplatz aufzugeben. Für die Handvoll Kinder in der Nähe sei er aber noch „okay“, findet Jakobs. Er soll also auch in Zukunft nicht geschlossen werden.

Stahl: Anders sieht es mit dem Gelände „Unterm Stahler Kopf“ aus. Seit 2016 steht das Gelände leer. Doch es tut sich trotzdem nichts. Zum wiederholten Mal sucht die Stadt per Ausschreibung nach einem Käufer für den ehemaligen Spielplatz. „Eigentlich müsste der längst verkauft sein“, meint Ortsvorsteher Willi Heyen. Doch keiner scheint ihn haben zu wollen. Woran liegt’s?

Berthold Steffes von der Stadtverwaltung glaubt, dass die geringe Nachfrage mit dem hohen Preis zusammenhängt. Dabei wurde dieser bereits von 100 000 Euro auf 90 000 Euro herunter gesetzt. Allerdings ist das Grundstück dreieckig und damit für Häuslebauer nicht gerade ideal geschnitten. Sei’s drum. Der Platz ist Geschichte. Auch die Stahler haben ein Konzept beschlossen. Das Areal „Unterm Stahler Kopf“ sollte zugunsten zweier Schwerpunktplätze aufgegeben werden. Schauen wir uns die doch mal an:

Das Drehkarussell am Spielplatz „Römerschmelze“ ist mit Warnbaken abgesperrt. Kein Wunder: An den herausgebrochenen Brettern könnten sich Kinder verletzen. „Das Gerät wird bald repariert“, verspricht Heyen. Die Stahler warteten nur noch auf besseres Wetter. Geplant sei, dass der Ortsbeirat und eine Gruppe Eltern den Spielplatz im Frühjahr auf Vordermann bringen. Dringend nötig hätte er es nicht. Der Zustand der Geräte ist – abgesehen vom Karussel – akzeptabel.

Dass es besser geht, zeigt sich im Neubaugebiet „Hammerwies“. Schaukeln, Rutschen, Klettergerüste sehen aus wie neu. Auch  die „Römervilla“ hätte das Zeug zum schönsten Platz der Bitburger Stadtteile – wenn bloß der Müll nicht wäre. Im Krabbeltunnel liegen noch Reste vom Silvesterfeuerwerk. Leere Stubbis bezeugen, dass sich hier nicht nur Kinder amüsieren. Auch Anwohner Roland Gösser bestätigt: „Das Gelände könnte besser gepflegt sein.“ Ab und an spielt der Rentner dort mit seinen Enkeln. Sonst sei die „Römervilla“ kaum frequentiert; „Hier oben wohnen fast keine Kinder mehr.“ Warum wollten die Stahler dann unbedingt an dem Spielplatz festhalten? „Unterm Stahler Kopf war auch nicht mehr los“, erklärt Heyen.

Erdorf: Auch die Erdorfer haben 2015 ein Spielplatzkonzept beschlossen. Die Idee: Neben dem Bürgerhaus soll ein Schwerpunktplatz entstehen. Drei Jahre später stehen dort allerdings nur Fußballtore und ein Basketballkorb. Bald soll es aber richtig losgehen, wie Ortsvorsteher Werner Becker sagt. Im Dezember habe sich eine Kommission des Landes vor Ort ein Bild von Gelände und Planung gemacht. Die Bewertung fiel positiv aus, sodass die Erdorfer auf nötiges Fördergeld hoffen können. Wenn der Zuschuss bewilligt wird, soll die Fläche asphaltiert und begrünt, die Geräte vom Spielplatz „Flowerpower“ zum Bürgerhaus verfrachtet werden.

Diese Spielstätte an der Bonner Straße, der Hauptverkehrsader Erdorfs, wird dann geschlossen. Darüber sind nicht alle froh. Anwohnerin Daniela Dawen besucht ihn gerne mit ihrem fünfjährigen Sohn. Die Anlage sei „schon in Ordnung“. Der Spielplatz „Hakuna Matata“, den die Erdorfer erhalten wollen, hingegen „heruntergekommen“. Das bestätigt ein Besuch vor Ort: Die Sitzfläche des Karussells ist vermost. Der hölzerne Balancierbalken von Löchern und Rissen zerfressen. Schaukel und Kletterburg könnten neue Farbe vertragen. Nach der Winterzeit würden die Anlagen allerdings gesäubert und gestrichen, kündigt Becker an. Eine Sanierung der Geräte hält er nicht für notwendig.

Wüst sieht es derzeit auf dem Spielplatz „Märchenwald“ auf dem Wolfsberg aus. Ein Traktor versperrt den Weg. Rot-weißes Band flattert am Eingang. Der Grund laut Becker: Im November wurden von Eltern ein Wippetier und ein Klettergerüst aufgestellt. Die Arbeiten seien aber  nicht abgeschlossen. Insbesondere fehlten sogenannte Fallschutzschnitzel - also die Holzspäne, die die Kinder beim Sturz vom Gerüst abfedern sollen. Bis die Sanierung abgeschlossen ist, bleibt der Platz gesperrt.

Matzen: Auch im kleinen Matzen gibt es einen Spielplatz. Die Spielgeräte hinter dem Zaun sehen altbacken aus. In schlechtem Zustand sind sie aber nicht. Die Grundausstattung ist vorhanden: Schaukel, Kletterburg mit Rutschen, Wipptier, Sandkasten, Kreisel. Da geht aber noch mehr.

Masholder: Masholder macht es vor. Der Ortsteil ist nicht wesentlich größer als Matzen. Der Spielplatz aber ist ein „Schmuckstück“, wie es Ortsvorsteher Thomas Kröffges ausdrückt. Auf der großen Wiese steht die imposanteste Kletterburg, die die Bitburger Stadtteile zu bieten haben, eine blaue Festung mit Kletterwänden, -netzen und Rutschen. Außerdem können in Masholder seit Neuestem auch die ganz Kleinen spielen. Mit Spendengeld wurden im November eine Rutsche und eine Schaukel für Kinder unter drei Jahren angeschafft.

 Auch nicht schlecht: der Spielplatz „Römervilla“ in Stahl.
Auch nicht schlecht: der Spielplatz „Römervilla“ in Stahl. Foto: TV/Christian Altmayer
 „Ein Schmuckstück“: der Spielplatz in Masholder. 
„Ein Schmuckstück“: der Spielplatz in Masholder.  Foto: TV/Christian Altmayer
 DieSpielplätze in den Bitburger Stadtteilen. Spielplatzcheck.
DieSpielplätze in den Bitburger Stadtteilen. Spielplatzcheck. Foto: TV/Christian Altmayer
 Hätte eine Säuberung nötig: der Spielplatz „Hakuna Matata“ in Erdorf.
Hätte eine Säuberung nötig: der Spielplatz „Hakuna Matata“ in Erdorf. Foto: TV/Christian Altmayer
 DieSpielplätze in den Bitburger Stadtteilen. Spielplatzcheck.
DieSpielplätze in den Bitburger Stadtteilen. Spielplatzcheck. Foto: TV/Christian Altmayer
 DieSpielplätze in den Bitburger Stadtteilen. Spielplatzcheck.
DieSpielplätze in den Bitburger Stadtteilen. Spielplatzcheck. Foto: TV/Christian Altmayer
 DieSpielplätze in den Bitburger Stadtteilen. Spielplatzcheck.
DieSpielplätze in den Bitburger Stadtteilen. Spielplatzcheck. Foto: TV/Christian Altmayer
 DieSpielplätze in den Bitburger Stadtteilen. Spielplatzcheck.
DieSpielplätze in den Bitburger Stadtteilen. Spielplatzcheck. Foto: TV/Christian Altmayer

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