Der Weg für die Bit-Galerie in Bitburg ist fast frei

Stadtentwicklung : Jetzt wird es ernst mit der Bit-Galerie in Bitburg

Das Verkehrskonzept ist beschlossen. Der Ring um den Beda-Platz kommt. Im Frühsommer wollen die Projektentwickler den Bauantrag für die Bit-Galerie stellen. Im Stadtrat gab es zu dem Thema erneut Diskussionen – und eine deutliche Ansprache einer Investorin.

Was die einen freut, ist den anderen ein Dorn im Auge. Fest steht: So realistisch wie jetzt war es noch nie, dass die Bit-Galerie gebaut wird. Christian Schenk von der Bit-Galerie GmbH & Co. KG sagt: „Wir wollen im Frühsommer den Bauantrag stellen.“ Und sobald es Baurecht gibt – man hofft auf Ende diesen Jahres – geht es los mit dem Abriss an der Ecke Trierer Straße/Karenweg, wo die Bit-Galerie nun seit zehn Jahren geplant und womöglich tatsächlich auch kommendes Jahr gebaut wird.

Der Grund dafür, dass es wirklich losgehen könnte: Das Verkehrskonzept steht. Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend mehrheitlich bei acht Gegenstimmen von Vetretern der Liste Streit und den Grünen beschlossen. Der Einbahnstraßenring rund um den Beda-Platz (der TV berichtete) soll den Verkehr rund rollen lassen. Der Ring wird einspurig und  es soll ein Tempo-Limit von 30 Stundenkilometern gelten.

Die geplante Bit-Galerie: Ansicht vom Beda-Platz. Foto: TV/Castello Feisthauer Weber Architekten

Der von der Stadt zur Entwicklung dieser Lösung bestellte Projektkoordinator Marcus Hille nennt das Verkehrskonzept „das Rückgrat für die weitere Stadtentwicklung“. Es war der Baustein, der gefehlt hat, bevor es für die Galerie sowie das große Wohnhaus, das die Arend GmbH am Beda-Platz plant, Baurecht geben kann.

Die geplante Bit-Galerie: Ansicht von der Trierer Straße. Foto: TV/Castello Feisthauer Weber Architekten

Mit der Arend GmbH steht die Stadt im Gespräch, da für die neue Verkehrsspange über den Beda-Platz Teile seines Grundstücks gebraucht werden. Er soll dafür einen Ausgleich bekommen. Details stehen noch nicht fest. Grundsätzlich aber, das bestätigt Johannes Arend auf TV-Anfrage, ist er willens, mit der Stadt zu kooperieren. „Sonst kommen wir mit unserem Projekt ja auch nicht weiter“, sagt Arend.

Sieht aus, als gäbe es also nach Jahrzehnten des Stillstands endlich einen Durchbruch für eine Entwicklung des Beda-Platzes. Aber im Rat meldeten sich nach den Präsentationen des Verkehrsplaners und des Architekten der Bit-Galerie vor allem Bedenkenträger und Kritiker.

Den Grünen gefällt nicht, dass die Galerie zwar die  Gebäudekante der Kreissparkasse aufnimmt, dann aber zum Haupteingang hin mehr Fläche beansprucht. „Ausgerechnet am Fußgängerknotenpunkt wird der Baukörper breiter“, sagt Johannes Roß-Klein, der sich zudem gewünscht hätte, wenn das erste Obergeschoss weiter zurückgesetzt worden wäre: „Dann käme mehr Luft in diese Ecke und der Lärm würde für die Anlieger nicht durch die enge Bebauung so hallen.“

Eine „Trutzburg“ nannte Paul Bies (Grüne) die Galerie und sagte mit Blick auf die Pläne: „Bitburg spielt Großstadt.“ Für die Liste Streit ist das Verkehrskonzept nicht ausgereift und auch hier missfällt, wie der Baukörper in die Flucht gesetzt werden soll.

Schließlich meldete sich Doris Theisen, Mitglied der Investorengruppe zu Wort. „Es tut schon ein bisschen weh, dass wir hier erklären müssen, dass wir nicht vorhaben, einen hässlichen, leerstehenden Klotz dahin zu setzen“, sagte sie und erklärte, dass die Investoren inzwischen Summen im sechsstelligen Bereich in die Planung gesteckt hätten und zwar um des Zieles willen „einen positiven Beitrag für die Stadtentwicklung zu leisten. Es könne doch niemand wollen, dass der Platz so bleibt, wie er ist. Ruhig, aber bestimmt sagte die Investorin: „Wir sind nicht irgendwelche Heuschrecken. Wir leben hier mit unseren Familien, wir sind alle aus dieser Region. Wir sind nicht Ihre Gegner.“

Jürgen Weiler (CDU) sagte, dass sich die Situation rund um den Beda-Platz verbessern würde. Deshalb hoffe er, „dass auch mal wieder hier im Rat eine positive Grundstimmung in der Sache zurückkehrt.“ Manfred Böttel (FBL) dankte den Investoren, dass sie „bei den schwierigen Verhältnissen in Bitburg“ immer noch bei der Stange geblieben sind. Und Stephan Garçon (SPD) sieht Chancen für die Trierer Straße. Die im oberen Bereich als einspurige Einbahnstraße schöner gestaltet werden könnte. Er sagt aber an Doris Theisen gewandt auch: „Das Müller-Flegel-Gelände liegt auch in der Verantwortung regionaler Investoren. Es kann doch nicht sein, dass ein solches Grundstück zehn Jahre vor sich hin gammelt.“

Theisen, deren Mann dieses Grundstück gekauft hat, erwiderte dazu nichts. Der Beitrag von Garçon sollte dann aber am Ende der Sitzung unter „Verschiedenes“ noch mal eine Rolle spielen. „Frech wie Dreck“, sagte Michael Ludwig (CDU) sei dieser Beitrag seines Ratskollegen gewesen: „Es kann nicht angehen, dass wir uns in öffentlicher Sitzung hier hinstellen und meinen, diese Frau belehren zu müssen.“ Diese Kritik hätte man in einem Vier-Augen-Gespräch äußern können. Nicht in diesem Rahmen. Auch Inge Solchenbach sagte: „Es geht nicht, dass wir Leute hier in öffentlicher Sitzung vorführen.“

Planzeichnungen der Galerie unter www.volksfreund.de/bitburg

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