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Der Wirt und die Wunderflasche

Der Wirt und die Wunderflasche

LOSHEIM. Der "Ardenner Cultur Boulevard" am Losheimer Grenzübergang nach Belgien macht durch eine neue Attraktion in seiner Ausstellung "ArsFigura" auf sich aufmerksam.

In der alten Schänke zocken zwei Männer beim Würfeln um einen alten Hundertmarkschein von 1908. Im Hintergrund spielt der Pianist, während sich der Wirt selbst ein Gläschen seines besten Tropfens einschenkt. Dieses Szenario bietet sich seit kurzem den Besuchern der "ArsKrippana" in Losheim. Die nach eigenen Angaben größte Krippenausstellung Europas präsentiert im Teilbereich "ArsFigura", einer Ausstellung alter Puppen in Kaiserzeit-Kulisse, seine neue Schmugglerkneipe im Stil der 20-er Jahre. Sie ist mit beweglichen Schaufensterpuppen ausgestattet. Die Kneipe ist eine Nachbildung des Losheimer "Gasthaus zum Bahnhof". "Sie gehörte früher einmal meinem Großvater Nikolaus Balter", sagt der Krippana-Inhaber Michael Balter. Es ist das zweite Familienunternehmen, das Balter in die Ausstellung eingebaut hat. Bereits im vergangenen Jahr nahm der Kolonialladen seines Urgroßvaters von 1895 seinen Platz in der "Zieglerstraße" ein.Puppen bewegen sich mit Hilfe von Motoren

Die Kneipe setzt jedoch völlig neue Maßstäbe in der Losheimer Puppenwelt. Das Besondere ist dabei die Technik: Alle Schaufensterpuppen bewegen sich mit Hilfe eingebauter Motoren. So spielt der Pianist gegen einen kleinen Obolus ein Stück auf seinem Klavier. Die auffälligste Person ist jedoch der Wirt. Er schenkt sich hinter der Theke ein Glas nach dem anderen ein. Dabei scheint sich die Flasche niemals zu leeren. Erzeugt wird dieser Effekt durch einen Trick. Von der einen Hand, in der er das Glas hält, führt eine Leitung durch die Puppe in die andere mit der Flasche und füllt sie wieder auf. Für den Betrachter wirken die Schaufensterpuppen in der Spelunke realistisch. Sie können, durch bis zu zwölf eingebaute Motoren, ihre Arme, Augen und sogar ihre Augenbrauen bewegen. Um den Figuren Leben einzuhauchen, benötigte Betreiber Balter jedoch die Hilfe eines Fachmanns. So engagierte er den belgischen Automatenbauer Sébastien Boucherit, der die Puppen mit den Motoren ausstattete. Durch den Einbau der Kneipe mit- samt der ausgefeilten Technik hofft Balter "vor allem das männliche Publikum anzusprechen". Die Erweiterung der "ArsFigura" ist für Balter aber noch lange nicht beendet: "Es sind weitere animierte Puppen geplant, um der Straße noch mehr Leben zu verleihen." Außer den Ausstellungen "ArsKrippana" und "ArsFigura" hat der Ardenner Cultur Boulevard noch einiges zu bieten. So ist in der "ArsTechnica" eine der größten digitalen Modelleisenbahnen zu bestaunen. Hinzu kommen in Stein gehauene Skulpturen afrikanischer Ureinwohner. Öffnungszeiten: täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen im Internet unter www.ardenner-center.net und Telefon 06557/866.