Deutlich weniger Stimmzettel in den Urnen

Kyllburg · Hochstimmung bei der CDU einen Tag nach der gewonnenen Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Kyllburg: Der Sieg ihres Kandidaten Rainer Wirtz ist vor allem auf sein gutes Abschneiden in den großen Gemeinden zurückzuführen. Allerdings blieben am Sonntag viele Wähler zu Hause: Im Vergleich zur letzten Urwahl sank die Wahlbeteiligung um mehr als zehn Prozentpunkte.

Auch in Kyllburg ist die Urne nicht so gut gefüllt wie vor acht Jahren: Am Sonntag müssen Thomas Etteldorf, Wolfgang Krämer und Michael Urfell (von links) nur 420 Stimmen auszählen. TV-Foto: Klaus Kimmling

Kyllburg. Wie sich die Zeiten doch ändern: Vor acht Jahren bejubelte die SPD den Wahlsieg des alten und neuen Bürgermeisters Bernd Spindler, am Sonntag dagegen durften die damaligen Wahlverlierer, der CDU-Kandidat Rainer Wirtz und seine Unterstützer, bis tief in die Nacht feiern. Dass der Herausforderer sich bei seiner zweiten Bürgermeister-Kandidatur in Kyllburg letztlich klar mit 54,5 Prozent der Stimmen durchsetzte, liegt vor allem an seinem guten Abschneiden in den größten Gemeinden der VG: In Badem erzielte Wirtz 61,9 Prozent der Stimmen, in Kyllburg gar 72,8 Prozent - das beste Ergebnis des CDU-Kandidaten, das laut Klaus Marxen, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Kyllburg, vor allem auf das angespannte Verhältnis des Amtsinhabers mit der Stadt zurückzuführen ist: "Herr Spindler hat meiner Ansicht nach dort nicht die richtigen Worte gefunden, um zu verbinden."
Während der geschlagene Amtsinhaber gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war, führt Wahlsieger Wirtz seinen Stimmenzuwachs auch auf sein gutes Abschneiden im Norden der VG zurück - dort, wo er 2003 noch viele Stimmen ließ: So entschieden sich am Sonntag in Neidenbach immerhin 54,3 Prozent der Wähler für Wirtz, auch in Burbach hatte er mit 50,7 Prozent die Nase vorn. "Wir waren letztes Mal im Norden nicht geschlossen", sagt Rainer Wirtz, "jetzt hatten wir in beiden Orten ein flächendeckendes Netz von Akteuren, die mich tatkräftig unterstützt haben."
Die CDU habe die Wahl dank ihres intensiven Wahlkampfes gewonnen, sagt selbst Richard Schleder, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Badem/Oberkail: "Der CDU ist es gelungen, ihre Anhängerschaft zu mobilisieren, von den anderen Parteien sind viele Wähler zu Hause geblieben." Lediglich 52,5 Prozent der Wahlberechtigten gingen am Sonntag zur Urne - ein Rückgang von mehr als 13 Prozent im Vergleich zur Bürgermeisterwahl vor acht Jahren. "Katastrophal" nennt Wolfgang Rütz, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kyllburg/Neidenbach, die niedrige Wahlbeteiligung und spricht von "Politikmüdigkeit".
Bernhard Klein, CDU-Ortsverbandsvorsitzender in Badem, hat dagegen zwei Erklärungsansätze für das geringe Wählerinteresse: Viele Bürger seien nicht zur Urne gegangen, da sie einerseits nicht mehr mit der Arbeit Spindlers zufrieden gewesen seien, andererseits aber wegen der Parteizugehörigkeit auch den Kandidaten der CDU nicht wählen wollten. Außerdem, so Klein, habe die geringe Wahlbeteiligung ihre Ursache auch in der drohenden Kommunalreform: "Viele haben sich wahrscheinlich gesagt, warum sollen wir überhaupt noch wählen gehen, wenn sich doch ohnehin bald alles ändert."