Die 27. Grenzlandschau ist beendet

27. Grenzlandschau : Voll war’s, toll war’s!

Die 27. Grenzlandschau ist vorbei. Fünf Tage lang strömten die Besucher auf das Prümer Ausstellungsgelände, die 20 000 dürften locker geschafft sein.

Noch steht die finale Besucherzahl nicht fest: Aber sollten am Mittwoch, dem fünften Tag der Prümer Grenzlandschau (GLS), auch nur annähernd so viele aufs Gelände gebummelt sein wie am Sonntag mit 7400 Gästen, dann ist die erhoffte Marke von 20 000 wieder überboten. Am Nachmittag sieht es stark danach aus. Und immer wieder hört man auf die Frage: „Wie finden Sie’s?“ die mehr oder weniger gleiche Antwort: „Wie immer. Also gut.“

Am Großstand des Prümer Gewerbevereins geht es zu wie im Taubenschlag. „Durchweg positiv“, sagt Gabriele Mölter vom Vorstand, sei die Resonanz aller Beteiligten. Und: „Wir haben jetzt schon Anmeldungen für die GLS in zwei Jahren. Auch von Gewerbetreibenden, die noch nicht dabei waren.“

Auf der ebenfalls großen Fläche der Pronsfelder Arla-Molkerei treffen sich Land, Leute und am Mittwoch auch die zuständige Ernährungs- und Umweltministerin Ulrike Höfken. Da ist der deutsche Botschafter in Luxemburg, Heinrich Kreft, schon durch – wie viele Tausend andere auch: Am Montag zählten die Organisatoren 3400, am Dienstag immerhin noch 2000. Damit stand man vor der Öffnung der Kassenhäuser am Mittwochmorgen bei bereits 15 600 Besuchern.

Und die sind nicht nur zum Herumlaufen da, sondern wollen auch etwas wissen von den Ausstellern: Am Sonntag, sagt Alexander Kockelmann vom Fleringer Elektro-Unternehmen Meikowe, „war die Hölle los“. Und die Besucher hätten großes Interesse gezeigt, etwa am Thema Fotovoltaik. Und angesichts der immer wieder gemeldeten Wohnungseinbrüche habe sich fast jeder Zweite auch nach Alarmanlagen erkundigt. Die Fleringer hatten bei der GLS 2017 erstmals ausgesetzt. Jetzt sind sie wieder dabei: „Es war gut, dass wir nochmal mitgemacht haben“, sagt Kockelmann.

„Begeistert“ ist Michael Schmitz, der Friseurmeister aus Olzheim mit Zweigstelle in Prüm bei seiner GLS-Premiere. Am Stand ist richtig was los. Viel zu tun für Schmitz’ Tochter Mara, die erst 18 ist und gerade die Meisterprüfung abgelegt hat, genauso wie Kollegin Lara Schöddert (27). Jetzt warten die zwei auf ihre Ergebnisse – und kümmern sich trotzdem fröhlich um alle, die im Frisierstuhl Platz nehmen.

Fast schon Mitbegründer der GLS sind die Haustechnik-Experten von der Firma Schmitz in Bolsdorf. Bestimmt an die 18 Messen, sagt Alois Schmitz (die Geschäfte führt inzwischen Sohn Rainer), habe man bereits in Prüm mitgemacht. Auch hier: etliche Anfragen, vor allem in Sachen Energiespeicher. Zwar verkaufe man kaum etwas direkt. „Aber die Nachfrage geht noch über Jahre.“

Bei vielen Unternehmen weiß man, was sie anbieten: die Autohändler aus Prüm und Umgebung, die der GLS seit Jahrzehnten die Treue halten und etliche Messeangebote dabei haben. Die Landmaschinen-Betriebe, die ebenfalls wieder stark vertreten sind.

Bei den Schönecker PUK-Werken ist das anders: Geschäftsführer Thomas Noetzel muss da schon ein bisschen mehr erklären bei der Frage, was die Firma eigentlich macht. Das Unternehmen stellt, verkürzt gesagt, Kabel-Tragsysteme her. Und „Unterflursysteme“ – Leitungen für Strom und Computerelektronik zum Beispiel, die sozusagen in den Estrich kommen. Hauptkundschaft: die Großindustrie. Eher also etwas für Fachmessen.

Trotzdem sind die Schönecker zum zweiten Mal dabei, mit einem schicken, großen Stand, um sich „als attraktiver Arbeitgeber und Ausbilder“ zu präsentieren, wie Noetzel sagt. „Alle kämpfen um qualifizierte Bewerber“, ergänzt er. Und schon vor zwei Jahren habe sich gezeigt: Um Nachwuchs anzuwerben, sei die GLS genau richtig.

Neu auf der Schau ist Schreinermeister Joachim Wagner aus Dauwelshausen: „Pan Holzmanufaktur“ heißt sein Betrieb, der Stand ist nicht groß, aber edel gemacht, sehr modern. Sein Anspruch: „Gute, hohe Qualität. Und mit Bedacht Möbel zu entwerfen.“ Auch er hatte an einigen Tagen schon etliche Besucher, „die sich an den Stand gewagt haben. Und dann kam man schnell ins Gespräch.“

Genau das bleibt ein wesentliches Argument für den Messebesuch: Im Internet kann man nicht so schön reden, schauen, fragen, probieren. Und erhält nicht immer direkt Antwort. In Prüm geht das.

Auch am Stand des Naturparks Nordeifel. Der informiert nicht nur über die Erweiterung des sogenannten Eifel-Trekkings auf den rheinland-pfälzischen Geschäftsbereich, er zeigt gleich vor Ort, wie man sich die hölzernen Plattformen vorstellen muss, auf denen mitten im Wald, ganz legal, ein Zelt aufgeschlagen werden darf. „In echt wäre die Plattform natürlich zu groß gewesen, deswegen hat unser Mitarbeiter Ulrich Klinkhammer einfach mal in mühevoller Kleinarbeit ein Miniatur-Modell gebastelt“, sagt die rheinland-pfälzische Geschäftsführerin Anne Derks.

Frage an Ausstellungsleiter Georg Sternitzke: Wie ist die Lage? „Aufbruchstimmung bei den Ausstellern“, sagt er. Die Resonanz sei sehr erfreulich, fast noch besser als vor zwei Jahren. „Auch beim Verkauf.“

Foto: Frank Auffenberg
Foto: Fritz-Peter Linden
Foto: Fritz-Peter Linden
Foto: Fritz-Peter Linden
Foto: Fritz-Peter Linden
Immer volle Hütte: Der Stand des Prüer Gewerbes. Foto: Fritz-Peter Linden

Gerd Probst, Metallbauer aus Reuth, ist jedesmal auf der GLS – als Besucher. Sein Eindruck? „Super. Die GLS lohnt sich für mich immer.“ Das sagt auch Alfons Hermes vom Sägerwek in Niederkyll. Und eine solche Messe, ergänzt er, „muss eine Stadt erstmal auf die Beine bringen“.

Mehr von Volksfreund