Die 650 000-Euro-Kur fürs Cascade

Die 650 000-Euro-Kur fürs Cascade

Das Cascade-Bad muss saniert werden. Ab dem 22. August wird für 150 000 Euro die Decke im Erlebnisbad erneuert. Auch für den Saunabereich werden Instandhaltungs- und Verschönerungsarbeiten für rund 500 000 Euro geplant, die aber frühestens 2014 angegangen werden - vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt zu.

Hier und da fehlt mal eine Kachel, über der Dusche hat ein Lüftungsschacht Rost angesetzt: Im Cascade ist der Lack ab. "Das Bad ist jetzt fast 20 Jahre alt. Bei einem Wohnhaus müsste man nach einer solchen Zeit auch was tun", sagt Elfriede Grewe, Geschäftsführerin des Bads. Sie hat viele Ideen, wie ihr Haus in Zukunft aussehen könnte: "Die Frage ist natürlich immer, was die Stadt bereit ist, zu investieren."
Beschlossene Sache ist, dass die Decke im Erlebnisbad saniert wird. "Als dringliche Maßnahme" hat der Stadtrat das eingestuft und dem rund 150 000 Euro teuren Projekt zugestimmt. Von der Decke löst sich in Bahnen der Akustik-Putz. "Das müssen wir erneuern. Dabei soll die Akustik auch besser gedämmt werden", sagt Grewe.Kein Luxustempel geplant


Da für die Sanierung ein Gerüst aufgebaut wird, muss fast der komplette Innenbereich gesperrt werden. "Der Besuch von Freibad und Saunawelt ist natürlich weiterhin möglich", sagt Grewe. Drinnen sind Schwimmer- und Planschbecken während der Bauzeit offen. Die Bauarbeiten beginnen am Donnerstag, 22. August, und sollen bis Oktober fertig sein.
Darüber hinaus ist auch eine Sanierung des älteren Teils der Sauna im Gespräch. Während der Anbau mit Ruhe- und Massageräumen sowie der komplette Außenbereich erst einige Jahre alt sind, ist der Kern der Sauna ebenso alt wie das Bad. "In dem Teil müssen wir investieren, damit das Gebäude langfristig keinen Schaden nimmt", sagt Grewe und erklärt, dass es undichte Stellen gibt, wo Wasser durchsickert.
"Es geht nicht darum, einen Luxustempel zu gestalten, sondern Hauptanliegen ist, das Bad instandzuhalten - natürlich darf es dabei aber auch optisch gewinnen", sagt Grewe. In Teilen würde sie gerne Fliesen erneuern, den Saunabereich farblich anders gestalten, und auch im Gastro-Bereich sieht sie Verbesserungspotenzial. Dampfbad und Türkisches Bad sollen komplett erneuert werden. Vor allem wegen der Technik. Aber auch, um im Türkischen Bad, das sehr kühl und nüchtern wirkt, eine angenehmere Atmosphäre zu schaffen.
Der Bauausschuss war bereits vor Ort und hat sich von der Notwendigkeit einzelner Arbeiten überzeugt. "Dabei wurde auch ganz grob der finanzielle Rahmen abgesteckt", sagt Grewe und spricht von rund einer halben Million Euro. Sie weiß auch, dass das für die Stadt, die ja bereits Jahr für Jahr die Verluste des Bads trägt, viel Geld ist (siehe Extra). Für Grewe führt aber an der Sanierung der Sauna kein Weg vorbei: "Es geht ja auch darum, dass das Cascade auch in Zukunft auf dem Markt bestehen kann."
Zudem argumentiert Grewe, dass das Bad ja auch ein Magnet ist, der Gäste nach Bitburg zieht, die auch die Gastronomie und Geschäftswelt der Stadt beleben. Und über regen Besuch darf sich das Cascade nach wie vor freuen. In etwa eineinhalb Jahren, rechnet Grewe, wird die Fünf-Millionen-Gäste-Marke geknackt. Derzeit steht der Zähler bei rund 4,5 Millionen Besuchern - 240 000 werden es allein in diesem Jahr sein.
Während der Bauzeit vom 22. August bis Anfang Oktober gelten Baustellen-Tarife. Für das Freibad und Schwimmbecken drinnen zahlen Erwachsene für eine Tageskarte 4,20 Euro; Jugendliche 2,70 Euro. Während der Bauzeit gelten andere Öffnungszeiten: Erlebnisbad und Saunawelt sind unter der Woche von 13 bis 22 Uhr geöffnet; am Wochenende von 9 bis 22 Uhr. Das Freibad ist unter der Woche von 13 bis 19 Uhr, am Wochenende von 9 bis 19 Uhr geöffnet.Meinung

Mehr als nichts, aber nicht genug
Der wirklich große Wurf wird im Cascade-Bad mit einem doch eher mageren Budget von rund einer halben Million Euro nicht gelingen. Ein Großteil des Geldes wird schlicht dafür draufgehen, Mängel zu beseitigen - also Instandhaltungsarbeiten. Um den Saunabereich auch optisch noch mal rundum zu erneuern, bleibt da nicht mehr viel übrig. Gehen der Sauna aber irgendwann die Gäste verloren, kommt das die Stadt im Ergebnis viel teurer zu stehen, als wenn sie nun auch in Ambiente und nicht nur in Technik investiert. d.schommer@volksfreund.deExtra

Im Wirtschaftsplan 2013 kalkuliert das Cascade-Bad mit Verlusten von 400 000 Euro, die die Stadt Bitburg ausgleichen muss. Betrieben wird das Bad von der Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg mbH, eine 100-prozentige Tochter der Stadt. Größte Einnahmequelle des Bads ist mit 1,2 Millionen Euro das Eintrittsgeld der rund 200 000 Schwimmbad- und 40 000 Saunabesucher, die das Cascade im Jahr zählt. Hinzu kommen Einnahmen aus Massagen, Solarium und dem Verkaufsshop von rund 300 000 Euro. Größter Kostenposten ist das Personal mit einer guten Million Euro, gefolgt von den Betriebskosten von mehr als 800 000 Euro, wovon etwa die Hälfte Energiekosten sind. scho

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