Die Alarmierung per Sirene wird in Bitburg künftig die Ausnahme bleiben

Rettungswesen : Wie es früher einmal war: Nur im absoluten Ernstfall ertönt die Sirene

Änderung bei der Alarmierung in Bitburg: Nur bei schweren Unfällen auf der B 51, bei Katastrophenfällen sowie bei akutem Personalmangel werden die  Wehrleute des Löschzugs Stadtmitte per Heulton zum Einsatz gerufen.

  Die Zeiten, als die Sirene in Bitburg ausgesprochen häufig heulte, gehören nun wohl endgültig der Vergangenheit an. In einer gemeinsamen Presseerklärung geben nämlich Bürgermeister Joachim Kandels und die Wehrleitung der Feuerwehr Bitburg bekannt, dass die Alarmierung des Löschzugs Stadtmitte durch die Sirene nur in absoluten Ausnahmefällen erfolgt. Nur bei einem sehr schweren Unfall auf der B 51 oder einem anderen Katastrophenfall sowie bei akutem Personalmangel an einem Einsatzort werden die Sirenen über der Stadt ertönen – so wie es früher ein mal war.

 Früher bedeutet in diesem Zusammenhang, die Zeit, bevor der  damalige Wehrleiter die Alarmstufe nach eigenem Bekunden habe erhöhen müssen (der TV berichtete mehrfach). Hintergrund war ein Streit und  ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht Trier. Die Stadt Bitburg habe sich demnach geweigert, den von den Feuerwehrmännern geforderten Tariflohn für die Bereitschaftsdienste zwischen 16.30 Uhr und 7.30 Uhr zu zahlen. Es gab keine Einigung, die Stadt soll die alten Arbeitsverträge für die Bereitschaftsdienste gekündigt haben, und die Feuerwache war demzufolge nach 16.30 Uhr, wenn die hauptamtlichen Mitarbeiter der Stadt Feierabend machten, bis zum nächsten Morgen sowie über das ganze Wochenende unbesetzt.

Und für diesen Zeitraum habe die damalige Wehrleitung die Verantwortung  und die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr abgelehnt.  Denn ohne einen diensthabenden Maschinisten auf der Feuerwache, der auch  als Fahrer des ersten Einsatzfahrzeuges fungiert habe, sei die gesetzliche Einsatzfrist von acht Minuten bis zum Zielort nicht einzuhalten, hieß es damals aus den Reihen der Wehr. Da ab 16.30 Uhr kein Bereitschaftsdienst mehr im Hause sei, habe man demzufolge sämtliche Alarmstufen erhöhen müssen. Deshalb waren die Sirenen sehr häufig zu hören  –  sehr zum Verdruss vieler Bitburger. Und, so ein weiterer Hinweis aus der Runde der Wehrleute: zum einen sei es nicht sicher, dass überhaupt ein Fahrer für das Löschfahrzeug komme, wenn alarmiert werde. Und um zehn Wehrleute zu bekommen, müsse man 40 alarmieren, eine Faustregel. Wenn der Einsatz es erfordere, müsse  zusätzlich zur Alarmierung über Handy und Meldeempfänger  eben die Sirenen ertönen.

Bürgermeister Kandels reagierte damals mit Unverständnis: Er könne nicht verstehen, wieso jetzt tagsüber die Sirenen häufiger heulen, zumal die städtischen Mitarbeiter auf der Wache seien und sich an der Besetzung nichts geändert habe, wird der Verwaltungschef zitiert. Heute sieht es nun anders aus: Die Stadt Bitburg hat nach eigener Darstellung im Bereich der Feuerwehr „konstruktive Änderungen  in der Organisation durchgeführt“.  Dabei wird in der Presserklärung der neue Feuerwehrbeirat genannt, der die Arbeit für jeden Bürger transparent mache und bei akuten Problemen helfe. Außerdem gibt es mit Michael Becker einen neuen Wehrleiter.

Die Stadt hat bei der Feuerwehr Bitburg, Löschzug Stadtmitte, einige organisatorische Änderungen vorgenommen. Foto: Tv/Maria Adrian
Die Alarmierungs-App wird nun auch von der Bitburger Feuerwehr genutzt. Foto: Tv/Werner Krämer

Zudem werde mit der Einführung einer neuen Alarmierungssoftware durch die Integrierte Leitstelle in Trier zum 14. September  auch die Erst-Alarmierung geändert. Die Sirene wird  nur bei großen Schadenslagen oder akuten Personalmangels ertönen. Für Alarmierung und Erreichbarkeit wird neben dem Funkmeldeempfänger (Pager)  durch die Wehrleute eine sogenannte Alarmierungs-App genutzt. Außerdem wird in der Presseerklärung für die Mitarbeit in der Feuerwehr Bitburg geworben. Denn auch in Bitburg – wie in ganz Rheinland-Pfalz – werden die freiwilligen Helfer für die Wehren gebraucht und gesucht: „Wir setzen uns für ihre Sicherheit ein – kommen Sie mit. Wir suchen Helfer!“ Und weiter: „Hier findet jeder seinen Platz, in einem kameradschaftlichen und offenen Team.“

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