Die B 51 wird bei Bitburg für 10 Millionen Euro tiefergelegt

Kostenpflichtiger Inhalt: Zehn-Millionen-Projekt : Die B 51 wird bei Bitburg tiefergelegt

Es ist ein Mammutprojekt. Die B51 bei Bitburg bekommt längere Ein- und Abfädelungsspuren und Höhenunterschiede sollen nivelliert werden, in dem die Straße fast drei Meter abgesenkt wird. Kosten: rund zehn Millionen Euro.

Beide Bundesstraßen sind stark befahren. Die B 257 verbindet Bitburg mit dem luxemburgischen Echternach und in die andere Richtung mit Daun. Allein auf dieser Trasse werden an der Messstelle Masholder nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein täglich im Schnitt rund 11 000 Fahrzeuge gezählt. Dort, wo diese Trasse bei Bitburg auf die ebenfalls viel befahrene B 51 trifft, wird es eng.

„Das ist der am stärksten belastete Punkt in unserem kompletten Amtsbereich“, sagt LBM-Chef Harald Enders. 22 000 Fahrzeuge sind täglich zwischen den Anschlussstellen Echternacher und Neuerburger Straße unterwegs. An Spitzentagen, wie freitags, und zu Stoßzeiten, wie im Berufs- und Feierabendverkehr seien es auch mal mehr als 26 000 Fahrzeuge.

Die B51 ist die meistbefahrene Straße im Eifelkreis. Foto: e_bit <e_bit@volksfreund.de>

Zum Vergleich: Auf der A 60 zwischen Bitburg und Wittlich zählt der LBM „nur“ 15 000 Fahrzeuge pro Tag. Anders als die vierspurige Autobahn, die zudem noch extra Spuren für den auf- und abfahrenden Verkehr hat, knubbelt es sich auf der weniger gut ausgebauten B 51 am Knotenpunkt bei Bitburg.

„Morgens gegen 8 Uhr, wenn Fern-, Berufs- und Schulverkehr aufeinandertreffen, geht da fast nichts mehr“, sagt Enders. Ein Zeichen dafür, dass der Verkehr „instabil“ sei, wie die Fachleute es nennen. Es geht nur zäh voran, manchmal bilden sich Staus. Das kann gefährlich werden. Während Einheimische die Situation kennen, entstehen solche Staus für weniger Ortskundige „wie aus dem Nichts“, sagt Enders. Keiner rechne damit. Wegen der Steigungen und des Gefälles ist die Strecke in diesem Bereich nicht überall gut einsehbar ist. Hinzu kommt: Die Steigungen sind neben dem generell hohen Verkehrsaufkommen mit ein Grund dafür, dass es zu Stoßzeiten eng wird: Die Lastwagen werden bergauf deutlich langsamer.

Unerwartete Staus auf nicht gut einsehbaren Streckenabschnitten, ein verlangsamter LKW-Verkehr und kurze Spuren zum Auf- und Abfahren machen aus Sicht des LBM den B 51-Abschnitt bei Bitburg gefährlich.

Die B 51 bei Bitburg: LBM-Chef Harald Enders steht auf der Brücke Kolmeshöhe, die über die Bundesstraße führt. Die soll an dieser Stelle zusätzliche Spuren zum Auf- und Abfahren bekommen. Foto: TV/Dagmar Dettmer

Der LBM plant deshalb eine Reihe von Maßnahmen, um die Bundesstraße in diesem Bereich sicherer zu machen. Die Pläne sollen demnächst in den städtischen Gremien und anschließend den Bürgern bei einer Bürgerversammlung vorgestellt werden. „Voraussichtlich im Herbst“, sagt Enders. Im Anschluss werde die Planung fertiggestellt. Es folgt das so genannte Planfeststellungsverfahren, um Baurecht zu schaffen. Das allein wird nach Schätzung von Enders zwei bis drei Jahre dauern. Bis gebaut werden kann, vergeht also noch Zeit. Was gebaut werden soll, steht hingegen schon fest.

Weniger Berg- und Talfahrt: Die B 51 soll in diesem um 2,75 Meter abgesenkt werden. „Dadurch werden die Steigungen abgeschwächt“, sagt Enders. Die Straße verlaufe dann in einem fast neun Meter tiefen „Trog“. Das habe zudem auch einen Lärmschutz-Effekt. Doch das nur am Rande. In diesem Zuge soll dann auch die alte Brücke, die beim Friedhof Kolmeshöhe über die Bundesstraße führt, endlich erneuert werden. Die ist inzwischen mit Netzen gesichert, damit keine Steine, die sich aus dem maroden Bauwerk lösen, auf Straße oder Autos fallen.

Mehr Zeit zum Auf- und Abfahren: In beide Fahrtrichtungen entsteht entsteht zwischen den Abfahrten Neuerburger und Echternacher Straße eine durchgehende Zusatzspur. Die B 51 wird damit optisch vierspurig. Praktisch aber, betont Enders, sind die beiden äußeren Spuren für den auf- und abfahrenden Verkehr – ähnlich wie bereits heute bei der Abfahrt zum Flugplatz.

Trennung vom Gegenverkehr: Die Fahrtrichtungen sollen durch ein Betonbauwerk getrennt werden, so dass niemand in den Gegenverkehr geraten kann.

Die Kosten für die gesamte Maßnahme liegen nach Auskunft des LBM bei rund zehn Millionen Euro. Enders sagt: „Mit einem Baubeginn ist frühestens in vier bis fünf Jahren zu rechnen.“ Lohnend ist das Projekt aus seiner Sicht auf jeden Fall: „Durch die neuen Spuren wird es auch für  den Stadtverkehr interessanter, um vom Norden in den Westen Bitburgs zu kommen. Bisher fahren da viele durch die Stadt. Die neuen Spuren machen es bequemer, die Stadt zu umfahren.“

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