Die Berge sind des Campers Lust

Bitburg/Oberweis · Jeden Sommer mehren sich die gelben Nummernschilder auf den Straßen im Eifelkreis. Das Ziel vieler Urlauber aus den Niederlanden: Die Campingplätze der Region. Die Eifel steht aber auch bei den Deutschen und Belgiern hoch im Kurs.

Es ist nur eine kleine rote Schranke, die den Campingplatz Prümtal vom Eifelort Oberweis abschottet - doch sie grenzt zwei Welten voneinander ab. Im Ort regiert der Alltag, hinter der Barke der Tourismus. Dicht an dicht drängeln sich die Wohnwagen, vereinzelt füllen ein paar Zelte die Lücken.Landschaft mit Anziehungskraft



Astrid Vink, eine kleine Frau mit roten Haaren grüßt am Eingang mit einem freundlichen "Hallo", in niederländischem Akzent. Warum es sie in den Ferien ausgerechnet in die Eifel gezogen hat, erklärt sie so: "Wir mögen Urlaub mit Wohnmobilen". Deutschland sei damit leicht zu erreichen. Speziell in die Eifel komme sie wegen der vielen Berge. "Die gibt es bei uns nicht", erklärt sie.
Das sieht auch Veronika Nintemann so. Sie ist samt Familie und Hund aus dem Emsland angereist. "Uns hat die Gegend einfach gut gefallen", sagt sie. Letztes Jahr habe es die Familie auch schon auf den Campingplatz gezogen. "Da haben wir Luxemburg und Trier gesehen."
So wie Familie Nintemann geht es jährlich mehr als 50 000 Gästen. So viele zieht es laut Statistischem Landesamt Rheinland-Pfalz nämlich auf die Campingplätze im Eifelkreis. Damit machen die Camper rund 13 Prozent aller Urlauber im Landkreis Bitburg-Prüm (ungefähr 400 000) aus. Die meisten Urlauber kommen aus Deutschland. Aus Europa folgen Niederländer und Belgier. Die Einheimischen haben hingegen nicht so viel Lust auf eine Auszeit im Camper (siehe Extra).
Deren Lieblingsaktivitäten kennt Maria Arvanitis, Geschäftsführerin der Tourist-Information Bitburger- und Speicherer Land: "Ein großer Teil unserer Gäste informiert sich über das Thema Wandern." Aber auch das Fahrradfahren stehe bei den Urlaubern hoch im Kurs. Wie viel Umsatz der Sektor Tourismus 2013 generiert hat, kann Arvanitis noch nicht sagen. "Es wurde eine entsprechende Analyse in Auftrag gegeben", erklärt sie. Die Ergebnisse werden zum Bitburger Tourismusforum am 8. Oktober erwartet. 2012 hatte der Umsatz im Bitburger-Land etwa 30 Millionen Euro betragen.

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Die Landschaft alleine reicht nicht!
Da geht noch mehr. Gerade einmal zwei Campingplätze gibt es im Bitburger Land. Dabei ist das Potenzial nahezu unerschöpflich. Die Camper zieht es doch vor allem in die Natur. Das zeigt auch die hohe Nachfrage nach den Themen Wandern und Radfahren in der Region. Und genau das ist es, was die Eifel bietet. Atemberaubende Aussichten, waldbedeckte Hügel für die Wanderer - stillgelegte Bahn-trassen für die Radfahrer: Das sind die Pfunde, mit denen die Region wuchern muss. Nachholbedarf gibt es vor allem in der Gastronomie. Wen draußen mal der Hunger quält, der muss sich selbst gut eingedeckt haben oder weite Wege in Kauf nehmen. s.klipp@volksfreund.deExtra

Die Bewohner der Eifelkreise halten selbst nicht so viel vom Campen im Grünen. Zwar wurden in beiden Landkreisen mehr Wohnwagen zugelassen als noch vor fünf Jahren. Im bundesweiten Vergleich liegt die Region aber bestenfalls im Mittelfeld. Im Vulkaneifelkreis sind aktuell 292 Wohnmobile (2009: 220) angemeldet. Damit kommen auf 1000 Einwohner rund fünf Camper. Im deutschlandweiten Vergleich liegt die Vulkaneifel mit Platz 194 von 401 Landkreisen im Mittelfeld. Spitzenreiter ist übrigens der Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dort kommen mehr als zwölf Wohnmobile auf 1000 Einwohner. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm sind mit 366 Wohnmobilen (2009: 280) zwar mehr Camper zugelassen als in der Vulkaneifel. Gerechnet auf die Einwohnerzahl sind aber nur knapp vier Mobile je 1000 Einwohner gemeldet. Im Vergleich mit den 401 anderen Landkreisen bedeutet das Platz 269. sek