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Die Bettinger Wehr kommt als erste dran

Die Bettinger Wehr kommt als erste dran

Die Sicherheit einiger Feuerwehrgerätehäuser im Bitburger Land lässt sehr zu wünschen übrig. Besonders mangelhaft ist sie in Bettingen, Oberweis, Wißmannsdorf, Biersdorf und Röhl. Und aus Sicht der Verwaltung wäre das auch die Reihenfolge, nach der etwas geändert werden müsste. Doch die Mehrheit im Rat sieht das anders.

Bitburg-Land. Der Zustand des Bettinger Feuerwehrhauses ist so schlecht, dass niemand daran zweifelt, dass dringend etwas getan werden muss. "Die Fundamente senken sich und in der Wand ist mittlerweile ein Riss, durch den man durchsehen kann."

Das sagt Jürgen Holbach, Ortsbürgermeister in Bettingen. Und eigentlich müsste der SPD-Mann den anderen Mitgliedern des Verbandsgemeinderats Bitburg-Land diesbezüglich gar nichts vorjammern. Denn dass der Zustand in Bettingen am schlimmsten ist, wird von keinem angezweifelt. Doch der Gemeindechef geht auf Nummer sicher: Nicht, dass im Eifer des Gefechts auf einmal auch Bettingen infrage gestellt wird. Und völlig unbegründet ist diese Sorge nicht. Es geht schließlich um Feuerwehrgerätehäuser. Und da endet die Nächstenliebe nicht allzu selten an der Gemarkungsgrenze.

So hat im vergangenen Mai eine Delegation der Verbandsgemeinde, bestehend aus dem Bürgermeister, einigen Ratsmitgliedern, Mitarbeitern der Verwaltung und nicht zuletzt dem Wehrleiter und dessen beiden Stellvertretern, jene fünf Feuerwehrstandorte im Bitburger Land besucht, bei denen die Sicherheitsmängel am größten sind. Daraufhin wurde schließlich eine Prioritätenliste erstellt, die nun dem Rat zur Abstimmung vorliegt. Dort steht Bettingen an erster Stelle, gefolgt von Oberweis auf Platz zwei sowie Wißmannsdorf, Biersdorf und Röhl auf den Rängen drei bis fünf. "Das ist keine Wertung der einzelnen Feuerwehreinheiten oder ihrer Leistungen, sondern wichtig ist hierbei die Sicherheit der Feuerwehrleute", rechtfertigt Wehrleiter Klaus-Peter Dimmer die Reihenfolge - eine Reihenfolge, mit der die CDU-Fraktion jedoch nicht einverstanden ist. Diese möchte nämlich, dass die Gemeinden Oberweis, Wißmannsdorf und Biersdorf gleichberechtigt auf Position zwei stehen und dass von diesen drei Dörfern dann jenes als erstes zum Zuge kommt, für das auch als erstes ein schlüssiges Konzept vorliegt.

CDU mit Reihenfolge nicht einverstanden



"Es kann nicht im Interesse der Feuerwehr sein, dass einige Gemeinden warten müssen, weil andere ihren Plan noch nicht fertig haben", sagt CDU-Fraktionssprecher Matthias François. Nicht explizit angesprochen aber allem Anschein nach dennoch damit gemeint ist die Gemeinde Oberweis, die bereits im Jahr 2003 einen Zuschussantrag für den Neubau eines Gerätehauses gestellt hatte, dann aber doch nicht realisiert wurde, weil (laut Sitzungsunterlage) die Standortfrage nicht geklärt war. Ähnlich unklar scheint die Situation auch in Biersdorf zu sein. Denn dort gibt es bereits seit 1996 Umbaupläne, nur offensichtlich wurden dafür bislang keine Zuschüsse beantragt. Warum auch immer. Die CDU-Fraktion jedenfalls beantragt die Änderung der Prioritätenliste gemäß ihrer Vorstellungen und schafft es schließlich mit Hilfe der FWG-Fraktion und einigen Stimmen der SPD, den Beschlussvorschlag der Verwaltung mit deutlicher Mehrheit (20 zu 6) zu kippen. Dass dem so wenig entgegengesetzt wird, könnte nicht zuletzt auch daran liegen, dass Oberweis im Rat nicht vertreten ist - im Gegensatz zu Bettingen, Biersdorf oder Wißmannsdorf. Nichtsdestotrotz hat Oberweis nach wie vor die Möglichkeit, auf Platz zwei zu kommen. Genau wie Biersdorf und Wißmannsdorf. Doch zunächst einmal ist Bettingen dran. Und wie es weitergeht, wird sich zeigen und hängt nicht zuletzt auch von der finanziellen Situation des Landes und der VG ab. Wehrleiter Klaus-Peter Dimmer jedenfalls zeigt sich gelassen. "Dann stimmen wir nach Bettingen eben noch einmal ab." Extra Beanstandete Mängel: Insgesamt wurden seitens des Prüfdiensts der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule (LKFS) Rheinland-Pfalz zwölf Feuerwehrgerätehäuser in Bitburg-Land bemängelt. Die größten Defizite gibt es in Bettingen, Oberweis, Wißmannsdorf, Biersdorf und Röhl. Bemängelt werden dort unter anderem die zum Teil zu geringen Stellplatzgrößen, die zu engen Ausfahrten oder (wie im Fall Bettingen und Oberweis) die nicht vorhandenen An- und Abfahrtswege, wodurch es im Fall eines Einsatzes nach Ansicht der LKFS zu gefährlichen Situationen kommen kann. (uhe)