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Die Bitburgerin Lena Berger und ihr Ehemann Luis Guillermo Granja Escobar sammlen für Hilfsprojekt in Ecuador

Hilfsaktion : Bitburgerin hilft in Ecuador

Lena Berger und Ehemann Luis Guillermo Granja Escobar sammeln Geld für Lebensmittelspenden für arme Familien.

Die Ärmsten trifft es bei Katastrophen immer am härtesten. Das ist auch in der Corona-Krise nicht anders. Ein Land, das in Südamerika besonders stark von der Pandemie heimgesucht wird, ist Ecuador. Laut einem Bericht des online-Angebots der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) werden dort mancherorts die Särge knapp.

Und wer dort wie die Straßenhändler seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf von Schnürsenkeln und Wasser oder durch Schuhe putzen auf der Straße verdienen muss, der steht durch die Ausgangsbeschränkung sofort ohne Geld da und die Familien somit ohne Lebensmittel.

Lena Berger aus Bitburg kennt die Situation in Ecuador aus eigener Anschauung. Die 36-Jährige hat nach dem Abitur am St. Willibrord-Gymnasium Bitburg Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien mit Schwerpunkt Lateinamerika und Spanien in Passau studiert.

Als Projektkoordinatorin in der Deutsch-Ecuadorianischen Auslandshandelskammer (AHK) in der Hauptstadt Quito hat sie über verschiedene Projekte wie auch Entwicklungshilfeprojekte für den Deutschen Entwicklungsdienst die teils harte Realität vieler Ecuadorianer kennengelernt. Mittlerweile lebt sie mit ihrem ecuadorianischen Mann und ihrer kleinen Tochter in der Nähe von Karlsruhe und unterstützt ein Projekt für die Straßenverkäufer.

„Der Staat ist in einer finanziellen Krise und verfügt zum großen Teil nicht über entsprechende soziale Programme. Das bedeutet, die betroffenen Familien können momentan weder Nahrungsmittel kaufen noch ihre Miete zahlen. Diese Situation wird sich wahrscheinlich auf absehbare Zeit nicht ändern“, sagt Lena Berger. Sie und ihr Ehemann unterstützen Organisationen in Quito, die Lebensmittel für mehrere hundert bedürftige Familien einkaufen und liefern.

Die Einkäufe werden von den Organisatoren bei lokalen Geschäften im Stadtviertel getätigt, um auch diese Läden zu unterstützen. Bisher konnten noch nicht alle Familien versorgt werden, da nur ein begrenztes Budget zur Verfügung steht.

„Deshalb haben wir eine Sammlung ins Leben gerufen, mit der wir von hier aus der Initiative helfen möchten“, erklärt die Bitburgerin. Eine erste Sammelaktion unter Freunden, Bekannten, Unbekannten und Verwandten aus Bitburg und darüber hinaus hat in knapp zwei Wochen 2500 Euro eingebracht. Das freut das deutsch-ecuadorianische Ehepaar natürlich sehr. Dieser Betrag ist mittlerweile nach Ecuador überwiesen worden.

Helferinnen in Ecuador bringen die Lebensmittel zu bedürftigen Familien. Foto: TV/privat

Ob sie denn glaube, dass die Menschen hier trotz aller eigenen Sorgen weiterhin auch an andere Menschen jenseits des Atlantiks denken und für diese spenden wollen? Davon ist Lena Berger überzeugt. „Wir sind mit unserer Akut-Aktion auf offene Ohren gestoßen und wir hoffen natürlich sehr, dass auch weiteren Familien in Ecuador mit privaten Spenden auch aus Deutschland geholfen werden kann“, sagt Lena Berger im TV-Gespräch.