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Die Brautschau hat begonnen

Die Brautschau hat begonnen

Ob sie wollen oder nicht: Die Verbandsgemeinden (VGen) Irrel, Kyllburg und Speicher müssen bis 2013 mit einem Partner ihrer Wahl fusionieren. Obwohl das nicht überall gut ankommt, ist nun die Frage: Wer wird's?

Bitburg/Prüm. Bald wird im Eifelkreis Hochzeit gefeiert. Mit wem, das weiß noch niemand so genau. Und auch in feuriger Liebe scheint keiner der zu Vermählenden bislang entbrannt. Doch die Brautschau hat begonnen: Bis zum Jahr 2013 - so will es das Innenministerium - müssen die VGen Kyllburg, Irrel und Speicher mit einem Partner ihrer Wahl fusionieren. Bitburg und Bitburg-Land werden nicht heiraten, sondern eine Zweck-WG gründen. Sie sollen kooperieren (der TV berichtete). Einzig für die VGen Neuerburg, Arzfeld und Prüm bleibt alles beim Alten. Eine Tatsache, die sie freuen dürfte. Denn eine Zwangsheirat ist nicht jedermanns Sache. Besonders dann nicht, wenn man dachte, ihr entgehen zu können:

Nicht nur der Speicherer Bürgermeister Rudolf Becker, sondern auch die Fraktionssprecher des VG-Rats waren davon ausgegangen, von der Kommunalreform verschont zu bleiben. Denn inklusive der Amerikaner leben in der Verbandsgemeinde (VG) mehr als die ursprünglich als Grenze genannten 10 000 Einwohner und mehr als die nun mindestens geforderten 12 000. Eine Erweiterung der VG konnten sich SPD und CDU gut vorstellen - auch über Kreisgrenzen hinweg. Von einer Fusion sprach vor den Neuigkeiten aus Mainz jedoch keine der befragten Ratsfraktionen. Vielmehr fielen Stichworte wie "solides Fundament", "ausgeglichener Haushalt", "gut funktionierendes Gemeinwesen".

Was nun kommt, wird laut Becker nicht ganz einfach. "Wir haben viele gute Nachbarn." Nur, wer könnte infrage kommen? Wittlich-, Trier- oder Bitburg-Land? Wenn die Liebe groß genug ist, dann darf sie auch über Kreisgrenzen hinaus gehen. Oder vielleicht doch eher das Naheliegendste, nämlich Kyllburg?

Eine Aussicht, der zumindest der Kyllburger Bürgermeister Bernd Spindler nicht abgeneigt zu sein scheint. Ihm sei immer wieder gesagt worden: "Der natürliche Fusionspartner ist die VG Speicher." Allerdings entstünden bei einer solchen Fusion ein langer Schlauch und lange Wege im Osten des Kreises. Die Mehrheit des Kyllburger VG-Rats war, das zeigt eine Umfrage, vor den Neuigkeiten aus Mainz nicht an einer Fusion interessiert. CDU und SPD konnten sich aber eine Erweiterung der VG um angrenzende Gemeinden vorstellen. Die FWG plädierte für eine Reform der Landes- und Kreisgrenzen - nicht jedoch der bürgernahen VGen. Einzig Paul Winter (FDP) und Werner Schmitt (parteilos) wünschten sich eine Fusion: und zwar mit Bitburg-Land.

Sowohl für Speicher als auch für Kyllburg dürfte Irrel als Partner ausscheiden: Es ist einfach zu weit weg. Auch sonst fällt es Bürgermeister Hans-Michael Bröhl schwer, in den Grenzen des Kreises einen geeigneten Partner auszumachen - auch, wenn er eine Reform grundsätzlich positiv findet. Die VG Neuerburg komme nicht infrage - sie sei ähnlich strukturschwach, und gemeinsam werde man viel zu groß. Auch Bitburg-Land sei ein Riesenkomplex. Läge Irrel als ein Teil von Bitburg-Land an dessen Rand, würde man sich immer gegen den Sog-Effekt stemmen müssen. Bröhl will in etwa zwei Wochen einen Vorschlag machen, "der für Wirbel sorgen könnte". Obwohl der noch geheim ist, ahnt man schon, wo Irrels Liebe hinfallen könnte - ins untere Sauertal.

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