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Die Brücke und die Eiswürfel

Die Brücke und die Eiswürfel

Die Bauarbeiten an der Brücke über die Kyll in St. Thomas liegen im Plan. Je nach Witterung im Winter kann die Brücke im kommenden Sommer wieder für den gesamten Straßenverkehr freigegeben werden.

St. Thomas. Es war eine gute Brücke, die in St. Thomas über die Kyll führt. Doch auch die beste Brücke wird älter, irgendwann baufällig. Seit September wird das Bauwerk saniert. Karl-Josef Tölkes vom Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein ist so etwas wie der oberste Brückenbaumeister. Tölkes erklärt, warum die Kyllbrücke relativ gut erneuert werden kann.
"Weil der jetzige Überbau mit einer Mittelfuge gebaut worden ist, können wir nun daran entlang arbeiten und die Brücke in zwei Abschnitten erneuern."
Die beauftragte Firma demontiert aktuell den Überbau einer Fahrbahn. Die andere Spur kann während der Bauarbeiten vom normalen Verkehr genutzt werden und wird via Ampelschaltung reguliert. Lediglich für den Lastverkehr gelten andere Regeln. Fahrzeuge mit einer Breite von 2,20 Metern auf dem Weg Gerolstein - Kyllburg werden großräumig über Staffelstein umgeleitet.
Wären die Brückenbauer vor 60 Jahren nicht so vorausschauend gewesen und hätten die Brücke im kleinen St. Thomas nicht mit Mittelfuge versehen, der Ort hätte für fast neun Monate geteilt werden müssen, weil die Brücke dann für den Straßenverkehr voll gesperrt worden wäre.
"Wie lange die Bauarbeiten dauern, das hängt maßgeblich vom Wetter ab", erklärt Tölkes und spricht über die Tücken eines frühen Wintereinbruchs oder eines langen Winters. Falls alles wie geplant läuft, dann können die Bauarbeiten bis zum Sommer kommenden Jahres abgeschlossen werden.
Bis dahin werden die Bauarbeiter den Überbau mit schwerem Gerät abgetragen haben. Ein Leergerüst installiert haben, die Stahlträger verlegt und zum Schluss den flüssigen Beton in die Schalungen gegossen haben. "Sie müssen sich ein Leergerüst wie die Eiswürfelform in einem Kühlschrank vorstellen. In diese Form füllen sie Wasser und stellen es in den Gefrierschrank, später haben sie dann Eiswürfel", erklärt Tölkes die Funktion des Gerüsts.
Ist der Beton getrocknet, kann das Leergerüst wieder abgebaut, die Spur wieder für den Verkehr freigegeben werden, und die Bauarbeiten auf der anderen Straßenseite können beginnen. Insgesamt kosten die beiden Bauphasen rund 850 000 Euro. Gut angelegtes Geld, falls die Brücke wieder knapp 60 Jahre hält. jör