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Die Bud' gehört nun Langsur

Die Bud' gehört nun Langsur

Die Ortsgemeinde Langsur an der deutsch-luxemburgischen Grenze ist Eigentümer des historischen Zollhäuschens geworden, das seit Ende des 19. Jahrhunderts die über die Sauer führende Grenzbrücke "bewachte". Nun wird in der Gemeinde über eine sinnvolle Verwendung nachgedacht.

Langsur. Das "Geschenk" kam so überraschend wie kostenlos vom frühreren Bundesvermögensamt, inzwischen in Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) umbenannt. Die ehemalige Zollstation an der Langsurer Sauerbrücke besitzt mehrere kleine Räume, eine Sanitäranlage und sogar einen Keller. Er bildet zugleich das Fundament des Gebäudes auf der schrägen Uferböschung.

Der etwas heruntergekommen wirkende Bau - in Langsur als "die Bud'" bezeichnet - hat Geschichte: Weil die Langsurer traditionell viele (Weinbergs-)Ländereien auf der gegenüberliegenden, luxemburgischen Seite der Sauer besaßen, wurde Ende des 19. Jahrhunderts die Brücke für den landwirtschaftlichen Verkehr gebaut. Genutzt werden durfte sie nur zu diesem Zweck. Als allgemeiner öffentlichen Grenzübergang, etwa wie die Brücke in Wasserbilligerbrück, galt sie nicht.

Doch so einfach mal über die Staatsgrenze wechseln, das war damals bekanntlich nicht erlaubt. Auch wer als berechtigter Nutzer auf die andere Seite wollte, musste an Grenz- und Zollkontrolle vorbei. Ein Zustand, der erst Mitte der 90er-Jahre dank des Schengener Abkommens und des gemeinsamen EU-Marktes beendet wurde. So kam es, dass die praktische Brücke mit Schlagbaum gesichert und von Zöllnern bewacht wurde. Heinz Permesang, der in unmittelbarer Nachbarschaft der Brücke aufwuchs, erinnert sich an den bürokratischen Aufwand: "Wer etwa Dünger in den Weinberg bringen wollte, musste ihn im Zollhäuschen anmelden. Und im Herbst nach der Lese mussten wieder die Trauben bei der Einfuhr angemeldet werden. Für alles gab es spezielle Formulare."

Nach dem Krieg wieder neu errichtet



Das ursprüngliche Zollhäuschen wurde mitsamt Brücke gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört. Das heutige Gebäude entstand 1950, und von der zuvor wieder errichteten Brücke sind nur noch die Pfeiler original.

Nun ist die Gemeinde Langsur Eigentümerin der "Bud'", und nicht nur Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Orth überlegt, was man daraus machen kann. Gesucht werden noch Ideen aus der Bevölkerung. Zwei Vereine hätten sich schon dafür interessiert. Auch die Einrichtung eines Grenzmuseums sei angedacht, erklärt Orth. Und wenn 2010 in Langsur der Hochwasserschutz gebaut werde, könne das Haus zum Objekt der Dorferneuerung werden. Orth: "Unser Ortsgemeinderat wird noch so einiges mit der Bud' zu tun kriegen."