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Die Eifel als bevorzugtes "Mordland"

Die Eifel als bevorzugtes "Mordland"

Schon als kleines Mädchen wollte Carola Clasen Schriftstellerin werden. Doch bevor sich dieser Wunsch erfüllte, sollten viele Jahre vergehen.

Hürth/Hillesheim. Im Jahr 1950 wurde Carola Clasen in Köln geboren, wo sie bis zu ihrem 14. Lebensjahr aufwuchs. Dann zogen ihre Eltern nach Hürth. Und dort ist sie bis heute "hängengeblieben", abgesehen von zwei Jahren, in denen sie in Belgien lebte. Sie heiratete, arbeitete als Fremdsprachenkorrespondentin und zog zwei Söhne groß.
Der Wendepunkt in ihrem Leben kam, als sie die Moderation bei Radio Erft, einem lokalen Rundfunksender, übernahm. Dort las sie selbst im Jahr 1997 eine Ausschreibung für einen Wettbewerb vor. Darin wurde eine unbekannte Autorin gesucht, die unter dem Titel "Frauen morden anders" einen Kriminalroman verfasste.
Eine kreative Killerin

Carola Clasen. Foto: Irene Lange


Und so machte sie sich ans Werk und schrieb ihr erstes Buch "Atemnot", einen Eifel-Krimi. Seit 2001 hat sie zehn Bücher - Kriminalromane und Kurzgeschichten veröffentlicht. Seit 2004 ist sie nur noch als Autorin tätig, und die Eifel ist noch immer ihr bevorzugtes "Mordland".
Mit Raffinesse und Einfallsreichtum lässt Carola Clasen die Opfer in ihren Büchern um die Ecke bringen. Ihre Kurzgeschichten enden immer verblüffend. So auch in ihrem kürzlich erschienenen Buch "Die Eifel sehen und sterben" (KBV, Hillesheim, 9,50 Euro). Ein gewisser Sarkasmus ist in ihren Geschichten immer spürbar.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz, so dass zur Spannung zusätzlich ein absolut vergnügliches Leseabenteuer entsteht. Wie sie erzählt, ist sie mehr oder weniger eine "Winterschreiberin". Da arbeitet sie sehr diszipliniert.
"Stoff für die Krimis finde ich in Zeitungsartikeln oder im Fernsehen, aber vor allem, wenn ich in der Eifel unterwegs bin, weil Lesungen oder Recherchen anstehen", beantwortet sie die Frage nach der Vielfalt der von ihr beschriebenen Mordtaten. Im vergangenen Winter hat sie zwei Bücher auf einmal geschrieben. Zum Kurzgeschichtenband "Die Eifel sehen und sterben" kam noch der Roman "Nirgendwo in der Eifel".
Allerdings ist er kein Krimi. Vielmehr ist es eine skurrile Geschichte, eine Mischung aus Mystery und Fantasy, um ein seltsames Dorf - natürlich in der Eifel - wo sonst? "Danach hatte ich erst einmal genug", bekennt sie und hatte sich vorgenommen: "Ich schreibe nie wieder."
Dieser Vorsatz hielt zum Glück nicht lange an. Carola Clasen hält schon wieder Ausschau nach Themen für den nahen Winter.