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Die Eifel ist bunt, nicht braun

Die Eifel ist bunt, nicht braun

Das Eifeler Bündnis gegen Rechtextremismus, Rassismus und Gewalt hat eine neue Kulturreihe gestartet: "Eifelvielfalt - bunt statt braun." Bis Sonntag, 4. November, ist dazu eine Ausstellung in Schleiden-Gemünd zu sehen, mit Bildern von Beatrix Schongen.

Schleiden-Gemünd. Der Kampf geht weiter: Das Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus machte zuletzt Schlagzeilen, als es gegen die Ausstellung des von den Nationalsozialisten vereinnahmten Künstlers Werner Peiner in Gemünd opponierte (der TV berichtete).
Jetzt organisiert das Bündnis eine ganz anders gefärbte Ausstellung - mit einer Künstlerin, die sich schon lange gegen Ausgrenzung und Extremismus zur Wehr setzt: "Im Pinselstrich weicht Finsternis" heißt sie und zeigt in der Gemündener Galerie "Eifel Kunst" Arbeiten von Beatrix Schongen.
Die Künstlerin, geboren in Alsdorf bei Aachen, arbeitete bis 2009 als Lehrerin, als Kommunalpolitikerin engagierte sie sich vor allem in sozialen und kulturellen Projekten.
Dynamisch und engagiert



Im Zentrum ihrer Tätigkeit, sagt Galeristin und Bündnismitglied Marita Rauchberger, stehe stets der Mensch "mit all seinen individuellen Facetten, aber auch die Gesellschaft als solche".
Die Galeristin schätzt die Künstlerin sehr: "Sie ist voller Dynamik. Ich stehe manchmal da und denke: Da kann nicht noch mehr kommen. Und dann kommt immer noch was". Stimmt offenbar: 1994 gründete Beatrix Schongen den Verein Kind e.V., der sich als anerkannter Träger der Jugendhilfe darum bemüht, Familien mit Kindern in schwierigen sozialen Lagen einen Zugang zu Bildung und Kultur zu ermöglichen.
2008 rief sie die Künstlerinnengruppe "Frauen-Wie" ins Leben, die jeden Herbst eine Sammelausstellung im Alsdorfer Rathaus ausrichtet.
Theater macht sie auch: "MuTiK" heißt das Ganze, dabei inszeniert sie seit 2010 eigene Musical- und Theaterstücke, gemeinsam mit Menschen mit und ohne Behinderungen. Ihr Ziel: junge Talente aus allen Schichten zu fördern und auch ihnen die Gelegenheit verschaffen, in großer Öffentlichkeit ihr Können zu demonstrieren.
Damit hört ihre Tätigkeit aber noch nicht auf: Beatrix Schongen verfasst Kurzgeschichten und Romane, und sie stellt auch dort Rücksicht, Toleranz und Miteinander in den Mittelpunkt.
Und sie malt. In ihren Bildern, zumeist in Acryl, Öl, Wasser oder Kreide, "spiegelt sich ihre Liebe zu Mensch und Natur", sagt Marita Rauchberger. Auch auf ihren oft großflächigen Arbeiten erzähle Beatrix Schongen Geschichten. Wenn die Ergebnisse auch durchaus gewöhnungsbedürftig seien: "Ihr Stil ist oft perspektivisch fehlerhaft", sagt die Galeristin. Die Bilder seien "nicht immer korrekt, aber sie gehen jedem unter die Haut".
Deshalb benötige diese Malerei auch einen geduldigen Betrachter, "der gerne quer und tiefer denkt".
Kurz: Eine Künstlerin, die zum Bündnis gegen Rechtsextremismus bestens passt - und die sich deshalb auch dort engagiert.
Die Ausstellung dauert bis Sonntag, 4. November. Galerie Eifel Kunst, Schleidener Straße 1, Gemünd. Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag, Dienstag und Donnerstag von 14 Uhr bis 18 Uhr. Als Nächstes geplant: eine Ausstellung mit Bildern des aus Bitburg stammenden Fotografen Stefan Garcon.
Extra

 Künstlerin Beatrix SchongenFoto: Privat
Künstlerin Beatrix SchongenFoto: Privat

Toleranz und ein friedliches Miteinander: Das sind die Ziele des Eifeler Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt. Seine Gründung geht zurück auf eine Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbunds und der beiden großen Kirchen. Das Bündnis ist nicht auf die nordrhein-westfälische Eifel begrenzt: Wer sich für die Arbeit oder eine Mitgliedschaft interessiert, kann sich mit Marita Rauchberger in Verbindung setzen (Telefon 0170/57148585), oder mit Peter Schongen beim Bistum Aachen unter der Nummer 02421/280229. fpl