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Die Eifel ist raupenfrei Eichenprozessionsspinner

Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner zeigt Wirkung : Die Eifel ist raupenfrei

Sauger, Flammenwerfer, Spritzmittel: Die Eifeler haben dieses Jahr einiges aufgefahren, um den Eichenprozessionsspinner in Schach zu halten – offenbar erfolgreich.

Bis zu 1000 Jahre kann eine Eiche alt werden. Und das Exemplar am Herforster Ortseingang dürfte schon einige auf der Rinde haben. „Alte Eiche“ wird der denkmalgeschützte Riese im Volksmund genannt, der seine Äste über der römischen Langmauer ausbreitet. Und Besuchern der Sehenswürdigkeit an warmen Sommertagen Schatten spendet.

Allerdings sollte man vor Eichen derzeit lieber weichen. Auch Besucher der Langmauer werden derzeit von Flatterband und Warnschildern gestoppt. Schuld daran ist ein kleines Insekt. Denn seit Jahren macht sich  in der Eifel der Eichenprozessionsspinner breit. Eine wärmeliebende Raupe mit giftigen Brennhaaren, die überwiegend in Baumkronen nistet.

In diesem Jahr scheint die Plage allerdings deutlich besser im Griff als in der Vergangenheit. Nachdem die Larven 2018 zum ersten Mal an der Sauer aufgetreten waren, wurde die Region im letzten Jahr richtig heimgesucht. Auch zu einigen schmerzhaften Begegnungen von Mensch und Schädling ist es gekommen, brennender Ausschlag inklusive.

Daraus haben die Kommunen offenbar gelernt. Und den Biestern teils sehr früh den Kampf angesagt. Mit Sauggeräten, Flammenwerfern, Kohlmeisen und Fadenwürmern sind sie auf Raupenfang gegangen. Und das offenbar mit Erfolg. Derzeit, melden die Verwaltungen in der Südeifel, sei die Gegend weitestgehend raupenfrei.

Besonders früh mit dem Kampf gegen die Tiere war die Stadt Bitburg. Bereits im Frühjahr hat die Gemeinde erstmals Fadenwürmer zum Einsatz gebracht, zuvor befallene und angrenzende Eichen besprüht. Die sogenannten „Entomopathogenen Nematoden“ sollten dann in die Insekten eindringen und sie töten.

Und das hat laut Rathaussprecher Werner Krämer auch gut geklappt: „Die Methode war sehr erfolgreich, die Mortalitätsrate lag bei etwa 70 bis 90 Prozent. Die überlebenden Raupen samt Nester wurden dann fachgerecht abgesaugt.“ Die Stadt ist derzeit also erstmal sicher vor den Biestern.

Auch das Gelände der Grundschule Wolsfeld ist gesäubert, wie Anna Sadowsky, Sprecherin der VG Bitburger Land, sagt: Eine Fachfirma habe die Tiere abgesaugt. Kleinere Nester an anderer Stelle seien abgebrannt worden.

Alexander Neufang,  Mitarbeiter der VG Speicher, gibt ebenfalls Entwarnung: Im Juni seien alle bekannten Nester rund um die Stadt entfernt worden. An der Herforster Langmauer und auf dem Speicherer Friedhof sei zwar noch Flatterband gespannt. Aber nur, um „Bürger grundsätzlich für das Thema zu sensibilisieren und auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen“.

Denn klar ist, auch wenn die Raupen erst mal beseitigt sind: Sie können und werden wahrscheinlich zurückkehren. „Es kann jederzeit zu neuen Befällen kommen“, warnt Verwaltungssprecherin Sadowsky: „Weshalb wir stets für Hinweise dankbar sind, sollte ein Passant etwas bemerken.“