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Die Eifeler Sängerin Mona Lay will mit Lied Obdachlose unterstützen

Kultur : Eifeler Sängerin Mona Lay will mit Lied Obdachlose unterstützen

Fördergeld vom Land, gewinnbringend für andere genutzt: Die Eifeler Musikerin Mona Lay hat eine Single aufgenommen. Wer das Lied kauft, unterstützt damit auch einen Verein, der Obdachlosen hilft.

Ganze drei Auftritte hat Mona Lay bestritten in diesem – verflucht sei Corona – nicht zuletzt für darbietende Künstler so bedrückenden Jahr. Einer dieser Auftritte war ihr Konzert zum Film „The Blues Brothers“ im Sommer am Prümer Autokino (der TV berichtete).

„Sehr ungewohnt“ sei das gewesen, sagt die 44-Jährige, die in der Abteistadt geboren wurde und heute in Lünebach wohnt. Denn da habe man eben nicht den üblichen, direkten Kontakt zum Publikum gehabt. Die Zuhörer betätigten zwar zum Applaudieren ihre Lichthupen – „aber es ist doch was anderes, vor Autos zu singen“.

Ungewohnt, aber eben auch erfreulich: „Ich fand es gut, dass wir überhaupt was machen konnten.“ Die Sache mit den Autokinokonzerten, „das war eine tolle Idee“, sagt sie zu dieser Aktion von Stadt, Gewerbeverein und Eifel-Kino, die damit den Musikern und dem Publikum an vier Sommerabenden etwas Erfreuliches jenseits des allgemeinen pandemischen Stimmungstiefs ermöglichten.

Allerdings gilt auch: „Das war mein zweiter Auftritt für dieses Jahr“, stellt Mona Lay fest. „In der Woche darauf hatte ich noch einen dritten. Und das war’s dann.“

Das war’s, für Mona Lay wie für so viele andere, die davon leben, vor Publikum aufzutreten oder im Hintergrund solche Auftritte zu ermöglichen. Und es sieht angesichts der Infektionslage und der jüngsten, gerade auch von der Kulturbranche kritisierten Beschlüsse von Bund und Ländern überhaupt nicht danach aus, dass sich daran in absehbarer Zeit noch Wesentliches ändern wird.

„Überall gehen die Zahlen nach oben, und bei uns ist es ganz schlimm“, sagt Mona Lay. „Und es kommen keine Anfragen für nächstes Jahr. Die Leute wissen nicht, wie es weitergeht.“

Damit es bei ihr zumindest in kleinen Schritten weitergehen konnte, griff Mona Lay auf das Arbeitsstipendium der Landesstiftung für Kultur zurück: Die Stiftung, sagt sie, „hat ein sechs-Punkte-Programm für Künstler ins Leben gerufen“, dort habe sie sich mit ihrem Projekt beworben – und dann 2000 Euro für die Umsetzung erhalten.

Kurz darauf sei sie losgezogen, nach Bitburg und vor allem nach Köln, um mit Obdachlosen zu reden. Und sie nahm Kontakt auf zu „Juttas Suppenküche“, einem Verein, der am Römisch-Germanischen Museum Essen an Bedürftige verteilt.

Und der ebenfalls einen Eifeler Bezug hat: Denn Jutta heißt mit Nachnamen Schulte und lebt in Dahlem-Baasem im Oberen Kylltal. „Die fährt seit 25 Jahren alle zwei Wochen nach Köln und verteilt da Suppe. Und ich habe direkt gesehen: Das ist ein Verein, den ich unterstützen möchte.“

Also schrieb sie, unter dem Eindruck all der Erlebnisse, Begegnungen und Gespräche, den Song „Lächeln 2020“, ging in ein Tonstudio für die Aufnahmen – und präsentiert das Ergebnis jetzt bei Amazon und Spotify. Verkaufspreis: 1,26 Euro.

Davon gehen mehr als 50 Cent an die Online-Plattformen und die Verwertungsgellschaft GEMA. Und von den 70 Cent, die dannn noch an die Künstlerin fließen, gibt sie einen Teil weiter an den Verein der Suppenküche. Sie habe ihren Song bisher schon kräftig auf Facebook beworben, erzählt Mona Lay. Vor einigen Tagen hätten bereits 6000 Nutzer ihr Posting gesehen. „Wenn von denen jeder den Song kaufen würde“, sagt sie, „dann wäre schon gut geholfen.“

Das Covermotiv stamme übrigens vom Prümer PM-Studio von Dieter Pfingstmann und Joachim Mayer, sagt die Musikerin. Und die beiden hätten dafür kein Honorar verlangt. „Sie haben das Foto gesponsort.“ Auch dafür sei sie dankbar: Man höre ja immer von fehlender Solidarität in diesen schwierigen Zeiten, sagt Mona Lay. Sie habe unterdessen festgestellt: „Der Zusammenhalt ist schon noch da.“

Krise durchstehen, dennoch Gutes tun: Musikerin Mona Lay. Foto: PM Studios Pfingstmann & Mayer

Mehr zur Künstlerförderung des Landes findet man im Internet unter der Adresse corona.rlp.de – dort unter „Themen“ auf „Kultur“ klicken. Infos zur Initiative von Jutta Schulte gibt es unter juttas-suppenkueche.de. Mona Lays Auftritt im Internet findet man hier: mona-lay.de