Die Enz muss ein Stück rücken

Die Enz muss ein Stück rücken

Schwarzstorch und eine bröckelnde Brücke verzögern den Ausbau des Enzradwegs noch um mehrere Jahre. Das Land investiert vier Millionen Euro.

Neuerburg Und weiter geht es Stück für Stück mit dem Ausbau des Enzradwegs. Es hakt bei zwei Teilstücken. "Zwischen Schankweiler und Holsthum wird die Streckenführung noch diskutiert", sagt Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Gerolstein. Dort soll es auch dem Schwarzstorch und Rotmilan gut gefallen (der TV berichtete). Eigentlich sollte der Radweg an der Enz vorbeiführen, doch die Naturschutzbehörde hat ihre Genehmigung verweigert.
Seitens des LBM und der Landespflegebehörde wird jetzt eine Trassenführung, die teilweise parallel zur Landesstraße in Richtung Holsthum verläuft, favorisiert. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, sagt Enders. Klar sei aber schon, dass der Abschnitt zu 100 Prozent vom Land finanziert wird. Ebenfalls noch nicht viel weiter ist man im Bereich Daudistel, zwischen Neuerburg und Sinspelt. Dort soll ein Teil der Enz auf einer Strecke von einem Kilometer etwas von der Straße weggerückt werden. Anschließend soll ein Teil der Enz mit einem natürlichen Ufer ausgestaltet werden. Dazu wird ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet - und das zieht sich hin.
Harald Enders rechnet mit mindestens drei Jahren, da zu diesem Vorgang unterschiedliche Behörden gehört werden müssen.
Ebenfalls in diesem Bereich steht ein altes Mäuerchen als Stützwand direkt an der Enz. Ein Stück davon ist schon eingestürzt, sagt Enders. "Die Mauer ist in ihrer Standsicherheit gefährdet und muss erneuert werden."
Auch in diesem Fall übernimmt das Land die Kosten. "Das wird ein teurer Kilometer", sagt der LBM-Chef, "Stützwand plus Radweg kosten zusammen rund vier Millionen Euro."
So ist der Zeitplan: Noch in diesem Jahr will der LBM die Pläne fertig haben. Das Rechtsverfahren dauert voraussichtlich bis Ende 2020. So lange müssen die Radfahrer im Bereich Daudistel entlang der Straße fahren.
Neben dem Kyllradweg ist der Enzradweg die wichtigste Nord-Süd-Verbindung in der Eifel. "Es gibt einen durchgehenden Bahn trassen-Radweg von Aachen bis Neuerburg", sagt Enders.
Alle Radwege in Rheinland-Pfalz findet man auf der Internetseite
www.radwanderland.de