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Die Fehde der Irreler Ex-Bankchefs: Ehemaliger Vorstand wegen Meineids angeklagt - Angeschuldigter hält Vorwürfe für Rachefeldzug

Die Fehde der Irreler Ex-Bankchefs: Ehemaliger Vorstand wegen Meineids angeklagt - Angeschuldigter hält Vorwürfe für Rachefeldzug

Die personellen Querelen, die die Raiffeisenbank Irrel in der Vergangenheit beschäftigt haben, könnten nun ein weiteres juristisches Nachspiel haben: Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen ehemaligen Bankvorstand Anklage wegen Meineids erhoben. Er soll in einem Prozess, bei dem es um Honorarforderungen des Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden ging, falsche Aussagen gemacht haben.

Irrel/Trier. Es ging bei dem Streit, wie so oft, um Geld. Doch wäre da nicht die Wut eines Mannes, der sich schlecht behandelt fühlt, wäre es wohl nicht zu all den Auseinandersetzungen gekommen, die nun in einem weiteren Gerichtsprozess gipfeln könnten: Ein Ex-Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Irrel muss sich womöglich wegen Meineids vor dem Trierer Amtsgericht verantworten. Noch ist nicht entschieden, ob es zur Hauptverhandlung kommt. Allerdings besteht nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Trier der hinreichende Tatverdacht, dass der pensionierte Bankchef vor dem Trierer Landgericht unter Eid unwahre Angaben gemacht hat. Sie hat daher Anklage erhoben. Der Ex-Bänker hingegen beteuert, die Wahrheit gesagt zu haben.
Um zu verstehen, wie es so weit kam, ist eine Rückblende in den Sommer 2011 nötig. Und zwar in den gut gefüllten Gemeindesaal Irrels, wo bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank gegen 22.30 Uhr ein Comedian die Bühne betritt. Mindestens zwei Zuschauern ist das Lachen zu diesem Zeitpunkt vergangen. Denn sie wurden überraschend nicht wieder in den Aufsichtsrat der Bank gewählt. Einer von ihnen ist der Architekt Hans-Joachim Heck, der gerne Aufsichtsratsvorsitzender geblieben wäre. Doch viele der 171 Anwesenden hatten sich im Vorfeld Vollmachten nicht anwesender Mitglieder besorgt, sodass eine überwältigende Mehrheit der Stimmen auf zwei Gegenkandidatinnen entfiel (der TV berichtete).
Auslöser für die Abwahl soll eine Abstimmung im Aufsichtsrat darüber gewesen sein, ob der (nun wegen Meineids angeklagte) Bankvorstand höhere Bonuszahlungen zur betrieblichen Altersvorsorge bekommen soll. Heck hatte dagegen gestimmt.
So wenig über die Hintergründe zu erfahren ist, so deutlich sind die Folgen. Heck fühlte sich, wie er selbst sagt, schlecht behandelt und stellte der Bank Rechnungen für Leistungen seines Architekturbüros, die er nach eigener Auskunft größtenteils nicht gestellt hätte, wenn er wiedergewählt worden wäre. Insgesamt ging es um Honorare in Höhe von 33 600 Euro für die Bewertung von Grundstücken sowie die Planung von Gebäuden für die Bank. Diese weigerte sich, zu zahlen. Die Sache landete vor dem Trie rer Landgericht. Das Gericht gab Heck Recht, und er erhielt das geforderte Geld.
Im Laufe dieses Verfahrens wurde auch der Ex-Bankvorstand als Zeuge gehört und machte unter Eid Aussagen, deren Wahrheitsgehalt in Frage steht, seit Hecks Anwalt Strafanzeige wegen Meineids erstattet hat. Unter anderem geht es um die Aussage des Ex-Bankchefs, der Architekt habe gesagt, dass er die Gutachten umsonst erstelle. Als Beweis für die Falschheit des Gesagten nennt Hecks Anwalt der Staatsanwaltschaft unter anderem Aussagen eines weiteren Bankvorstands, nämlich Hans-Peter Bells. Auch dieser muss die Bank bald verlassen. Da sein Vertrag nicht verlängert wurde, wird er im März 2015 ausscheiden. Über die Gründe äußert sich das Institut nicht.
Der Angeschuldigte hält all das für einen Rachefeldzug, mit dem der Ex-Aufsichtsratsvorsitzende das Ziel verfolgt, seinen Ruf zu schädigen. "Und das stimmt alles nicht. Ich habe zwei Gegenzeugen", sagt der des Meineids beschuldigte Ex-Bankier auf TV-Anfrage. Die Frage, ob die Fehde der Irreler Ex-Bankvorderen Gegenstand eines Prozesses wird, muss nun das Trierer Amtsgericht entscheiden.