1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Die Gefahr fährt immer mit - Verkehrssicherheitstag an der BBS Prüm

Die Gefahr fährt immer mit : Die Gefahr fährt immer mit

Rund 140 Schüler haben beim Verkehrssicherheitstag der Berufsbildenden Schule (BBS) Prüm teilgenommen. Experten verdeutlichten den jungen Leuten eindringlich unter anderem die Folgen eines durch Alkohol verursachten Unfalls.

„Reset life“ steht in großen Buchstaben auf dem blauen T-Shirt, das Tobias Krämer trägt. Sein Leben neu starten – das musste der ehemalige Prümer Berufsschüler, als er vor 22 Jahren Opfer eines schweren Verkehrsunfalls wurde.

Auf dem Weg zur Schule verlor die Fahrerin eines Opels auf regennasser Straße die Kontrolle über das Auto. Es kam zum Zusammenstoß mit einem Lastwagen. Tobias Krämer, der auf der Beifahrerseite des Autos saß, brachen durch den Aufprall drei Halswirbel. Seitdem ist er querschnittsgelähmt.

Wie er mit diesem Schicksalsschlag umging, und welche Folgen der Unfall für sein Leben hatte – darüber berichtet er den rund 140 Schülern beim Verkehrssicherheitstag der Berufsbildenden Schule in Prüm.

Zum elften Mal bieten Lehrer, Experten des Deutschen Roten Kreuzes, der Polizeiinspektion Prüm, des Amtsgerichts Daun und  der Feuerwehr Prüm Workshops zu verschiedenen Themen rund um die Verkehrssicherheit an.

„Die nehmen für unsere Veranstaltung entweder Urlaub, tauschen Dienste oder leisten sogar Doppelschichten“, sagt Frank Scholer, Lehrer an der BBS und Mitorganisator des Projekttages.

Während Johannes Waxweiler, Lehrer der BBS, den Schülern etwas über Pannenhilfe erzählt, berichtet Nico Thielen von der PI Prüm über die Folgen von Alkohol und Drogen am Steuer. Stefan Kraft, Richter am Amtsgericht Daun klärt über zivil- und strafrechtliche Folgen auf. Über Sofortmaßnahmen und Erste Hilfe am Unfallort sprechen Oswald Benzel und Nina Houscht vom DRK.

Tobias Krämer erzählt den Schülern von seinem Autounfall. Foto: TV/Stefanie Glandien

Wie schwer es ist, bei einem Unfallwagen an die Opfer zu kommen, demonstrieren zwei Prümer Feuerwehrmänner, die mit Hilfe einer hydraulischen Rettungsschere die Tür aufschneiden.

Frank Scholer hält das wiederkehrende Angebot nach wie vor für sehr wichtig: „Wir machen das in der Hoffnung, dass wir die Schüler sensibilisieren und auf die Gefahren, die im Straßenverkehr lauern, aufmerksam machen können.“ Er erhoffe sich, dass man dadurch den ein oder anderen Unfall vielleicht verhindere. Deshalb ist er froh, dass er auf die Kooperationspartner zählen kann, die sich jedes Jahr bereiterklären, den jungen Erwachsenen ihr Hintergrundwissen zu vermitteln.

Zum Teil auch mit krassen Bildern. Da sieht man eine verletzte Motorradfahrerin, die im Graben liegt, angefahren von einem Auto, dessen Fahrer flüchtet. Hätte er angehalten und der Frau geholfen, hätte sie wahrscheinlich überlebt, sagt Nina Houscht. „Wenn ihr einen Fehler macht, steht dazu und helft den Unfallopfern“, appelliert sie eindringlich an die Schüler. Denn bei unterlassener Hilfeleistung den Tod eines Unfallopfers billigend in Kauf zu nehmen, „damit kommt ihr später nicht klar“, sagt sie.

Sein Leben neu begonnen hat auch der querschnittsgelähmte Tobias Krämer. Statt seiner geliebten Gitarre spielt er heute Rollstuhlrugby. „Das gibt mir viel“, sagt er. Krämer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Das dritte ist unterwegs. Das Leben geht weiter. Nur anders.