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Die große Schlammschlacht hat begonnen

Die große Schlammschlacht hat begonnen

Rund 80 000 Kubikmeter Schlamm liegen im Becken des Bitburger Stausees. Vor wenigen Tagen wurde damit begonnen, einen Teil des abgelagerten Erdreichs zu beseitigen. Bis Ende April sollen gut 45 000 Kubikmeter ins benachbarte Zwischenlager transportiert werden.

Biersdorf. Wer sehen möchte, wie die Prüm verlaufen ist, bevor der Stausee bei Biersdorf vor mehr als 40 Jahren angelegt wurde, hat dazu jetzt die Gelegenheit. Denn der Wasserspiegel des Sees wurde in den vergangenen Wochen radikal gesenkt, sodass nun im nördlichen Bereich des Beckens der ursprüngliche Flussverlauf gut zu erkennen ist.
Wer in diesen Tagen den Stausee besucht, sieht aber noch etwas anderes. Und zwar, dass sich im gesamten Becken Unmengen an Schlamm angesammelt haben. Auf rund 80 000 Kubikmeter wird der unerwünschte Inhalt geschätzt. Und etwas mehr als die Hälfte davon soll nun verschwinden. Die Arbeiten dazu haben bereits vor einigen Tagen begonnen. So wird derzeit der Bereich der Vorsperre entschlammt. Danach geht es dann Richtung Hotel Dorint weiter. Wenn alles läuft wie geplant, werden die Arbeiten bis Ende April abgeschlossen sein.
Das nährstoffreiche, aber auch mit Schadstoffen belastete Erdreich wird aus dem Becken in ein Zwischenlager transportiert, das im Zuge der vorherigen Entschlammung im Jahr 2005 unmittelbar neben dem See angelegt worden war. Damals wurden 60 000 Kubikmeter ausgebaggert und zwischengelagert und davon wiederum vor wenigen Jahren 40 000 Kubikmeter zum Auffüllen der ehemaligen Kreisdeponien in Plütscheid und Rittersdorf verwendet.
Rund 20 000 Kubikmeter lagern also noch von der letzten Entschlammung im Lager. Und weil die Kapazitäten nicht ausreichen, um die gesamten Ablagerungen des Stausees aufzunehmen, soll das Zwischenlager nun gefüllt werden, bis es voll ist. Als Menge angesetzt sind 45 000 Kubikmeter, für deren Beseitigung der Zweckverband rund 400 000 Euro investiert.
Wie es danach weitergeht und ob das Zwischenlager in absehbarer Zeit überhaupt noch einmal geleert werden kann, ist offen. Es gibt allerdings Überlegungen, die Schlammproblematik zukünftig anders anzugehen.
Und zwar mit Hilfe einer schwimmenden Pumpe, die dauerhaft auf dem See eingerichtet werden könnte. Diese würde dann die Sedimente vom Seegrund durch einen langen Schlauch über die Staumauer in den unteren Prümverlauf pumpen. uhe