Die großen Gewinne liegen im Wasser
In der heutigen Sitzung des Kreistags steht unter anderem eine mögliche Zusammenarbeit des Bitburg-Prümer Kreiswasserwerks mit den Stadtwerken Trier auf der Tagesordnung. Am Rande eines Vortrags, vor wenigen Tagen von der FDP veranstaltet, wurde über Chancen und Risiken einer Kooperation diskutiert.
Bitburg. (uhe) Der Vortrag des Physikers ist schnell gehalten. Knapp eine halbe Stunde referiert Andreas Ernesti vom RWE-Tochterunternehmen Rhemag über "Stadtwerke im liberalisierten Strommarkt", redet dabei von hohem Personalaufwand, Milliardenbeträgen, die in teure Software investiert werden müssen, und von Entwicklungen in Großstädten, die sich jedoch nur mühsam auf den ländlichen Raum der Eifel übertragen lassen. Nun gibt es aber im Eifelkreis die Überlegung einer Kooperation des Kreiswasserwerks mit den Stadtwerken Trier (der TV berichtete). Und von daher ist die Anwesenheit Ernestis und dessen Vortrag doch nicht so abstrakt, wie es zunächst scheint.Kreiswasserwerk nicht gewinnorientiert
"Die Unternehmen vermuten alle, dass im Wasser noch ganz große Gewinne drin sind, und deshalb sind sie auch interessiert daran, an Wasserwerke zu kommen", sagt Ernesti und verunsichert damit einige der anwesenden Bitburg-Prümer FDP-Mitglieder, allen voran die Kreisvorsitzende Marie-Louise Niewodniczanska, auf deren Einladung hin sich der Physiker, einige Liberale sowie eine Hand voll Besucher im Simonbräu versammelt haben. Unter ihnen ist auch Manfred Bohr, Leiter der Stadtwerke Bitburg, der an den Synergie-Effekten zweifelt, die sich aus der Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Trier für das Kreiswasserwerk ergeben könnten. Schließlich sei das Kreiswasserwerk eine Einrichtung des öffentlichen Rechts und damit nicht gewinnorientiert, wohingegen "die Trierer Geld verdienen wollen", sagt Bohr. "Das ist nicht ehrenrührig, ist aber so."Auch die Bitburger Werke hätten in der Vergangenheit in einigen Bereichen bereits mit Trier zusammengearbeitet. Bei der Erschließung des Neubaugebiets Schleifmühle sei die Kooperation durchaus erfolgreich gewesen, sagt Bohr, doch in anderen Bereichen seien die Werke der Moselstadt viel zu teuer gewesen. "Deswegen haben wir davon Abstand genommen", erklärt der Bitburger Werksleiter. Eine Zusammenarbeit müsse nicht grundsätzlich schlecht sein, betont Bohr, aber es sei zu überlegen, ob eine Kooperation mit den übrigen Stadt- und VG-Werken im Eifelkreis nicht vielleicht doch die bessere Lösung wäre. Dafür müsse "allerdings Schluss mit der Kirchturmpolitik" der einzelnen Werke sein.