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Die Grünen haben in Salmtal die Direktkandatin für die Wahl bestimmt

Wahlkampf : Dorothea Hafner möchte nach Berlin

Trotz zweier Kandidatinnen konnte von einer Kampfabstimmung bei den Grünen keine Rede sein. Bei einer sehr harmonischen Versammlung wurde Dorothea Hafner nominiert. Sie und ihre Konkurrentin haben beide Chancen auf einen Sitz im Bundestag.

Der Ort für eine Parteiversammlung war vielleicht etwas ungewöhnlich, aber der Corona-Krise geschuldet. Die Grünen aus dem Wahlkreis 202 haben sich im Fußballstadion in Salmtal getroffen, um ihren Direktkandidaten für die Bundestagswahl im September zu wählen. Zur Begrüßung am Podium, das direkt am Treppenaufgang der Tribüne aufgestellt wurde, begrüßte Jutta Blatzheim-Rögler die Mitglieder. Sie lebt in Bernkastel-Kues und gehört daher nicht zum Wahlkreis 202, aber sie ist Kreisvorsitzende des gastgebenden Kreisverbands Bernkastel-Wittlich.

Sie gab dann die Wahlleitung gleich an die Landtagsabgeordnete Pia Schellhammer ab. Und die arbeitete sich korrekt durch alle Regularien, die bei einer solchen Wahl nötig sind, bis sich die zwei Kandidatinnen für das Direktmandat vorstellen konnten.

Auch hier galten strikte Regeln. Acht Minuten Redezeit und zwei Minuten für Fragen der Mitglieder. Da es nach Alphabet ging, stellte sich zunächst Dorothea (Doro) Hafner vor. Ein wenig aufgeregt sei sie, gab sie zu, denn sie bewerbe sich das erste Mal für diesen Posten. Zu ihrer Person sagte sie, dass sie 53 Jahre ist, in Prüm geboren, heute wohnhaft in Gerolstein-Oos, Mutter von drei Kindern und Großmutter dreier Enkelkinder.

Seit 1996 ist Doro Hafner Mitglied bei den Grünen. Derzeit ist sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag des Vulkaneifelkreises. „Ich bin aus vollem Herzen Politikerin“, sagte sie. Seit 20 Jahren arbeite sie in der Verwaltung einer Senioreneinrichtung. Bei ihren Zielen führte sie auf, dass sie sich mehr generationenübergreifende Einrichtungen wünsche. Es gebe dabei Synergieeffekte bei Kinderbetreuung und Pflege. Außerdem könnten Jung und Alt voneinander lernen.

Außerdem wünsche sie sich, dass Einrichtungen wie Krankenhäuser staatlich geführt und nicht privat werden: „Soziale Aspekte statt wirtschaftliche müssen im Vordergrund stehen“. Doro Hafner erwähnte auch den Tierschutz, der ihr am Herzen liegt. „Massentierhaltung ist für mich ganz schlimm“, sagte sie. Man solle Tieren einen höheren Stellenwert einräumen, so ihre Ansicht. Sie freue sich in den Wahlkampf zu gehen unter dem Motto „alles ist drin!“.

Ihre Konkurrentin Caudia Laux stellte sich ebenfalls vor. Sie ist 55 Jahre alt, lebt in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land hat drei erwachsene Kinder und ein Enkelkind. Auch sie ist seit 1996 in der Partei. Als Finanzwirtin sei ihr ein einheitlicher Steuersatz für ganz Europa wichtig. Außerdem liegen ihr Ökologie und Frieden sehr am Herzen.

Sie wolle mit hohem Engagement in den Wahlkampf gehen. Sie sei gut vernetzt auf Landes- und Bundesebene und wolle sich für die Bürger einsetzen. „Man kann das nicht alles alleine machen, deshalb braucht man eine gute Vernetzung“, so ihre Aussage. „Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben“, sagte sie zum Schluss ihrer Acht-Minuten-Rede. Beide Kandidatinnen äußerten sich jeweils im Anschluss an ihre Rede noch zu Fragen, die währenddessen gesammelt wurden. Dabei wurden beide Kandidatinnen zu ihrer Haltung zur gleichgeschlechtlichen Ehe und Kinderrechten gefragt. Beide antworteten übereinstimmend dass ihnen das wichtig sei.

 Logo-Bundestagswahl-2021
Logo-Bundestagswahl-2021 Foto: TV/Hartmann, Simon

Die Wahl selbst ging recht schnell vonstatten. Mit 15 gegen zehn Stimmen setzte sich Doro Hafner als Direktkandidatin durch. Claudia Laux, die selbst auf Platz 15 der Liste für den Bundestag steht, zeigte sich als faire Verliererin und versprach, Doro Hafner im Wahlkampf zu unterstützen.