Die guten Taten der Paten

Die Stadtkyller Ortsgruppe des Eifelvereins hat per Vertrag mit der Verbandsgemeinde Obere Kyll die Patenschaft über den Selbach, einen Zufluss der Wirft, übernommen.

Stadtkyll. Gewässerschutz ist Ehrensache: Nach den bereits bestehenden Bachpatenschaften in Lissendorf, Jünkerath und Hallschlag folgt nun Stadtkyll - der Eifelverein kümmert sich ab sofort um die Pflege des Selbachs. Damit ist die 777. Bachpatenschaft in Rheinland-Pfalz besiegelt.Den Vertrag mit der Verbandsgemeinde (VG) unterzeichnete der Vorsitzende der Ortsgruppe, Karl Müller, gemeinsam mit Bürgermeister Werner Arenz im Haus Wirfttal, 400 Meter vom Bett des "Patenkinds" entfernt."Der Eifelverein sorgt dafür, dass die Biologie im und am Bach in Ordnung ist", sagte Arenz. "Und die VG hilft mit Sachmitteln - das übernehmen wir selbstverständlich." Schließlich sei die Verbandsgemeinde zuständig für ihre Gewässer, "aber wir können nicht überall sein". Bürgermeister Arenz erinnerte an die Gründung der Bachpatenschaften durch die Landesregierung vor rund 13 Jahren: "Hier hat die Politik wirklich mal eine gute Idee gehabt."Mit guten Ideen wollen die Verantwortlichen des Eifelvereins auch an ihre Patenschaft herangehen. Sie soll, sagte Karl Müller, nicht zuletzt den Nachwuchs für die Natur begeistern. "Wir haben uns gesagt: Wir müssen was machen, wobei wir auch die Kinder und Jugendlichen einbeziehen."An der Umsetzung des Vorhabens werden als Verantwortliche vor allem Bernd Bohlen und André Bomedienne arbeiten - zum Beispiel, indem gemeinsam mit der jungen Zielgruppe Verweilzonen für Fische eingerichtet werden. Aber nicht nur an die Flossenträger wird dabei gedacht. "Das Wasser", sagt Bomedienne, "ist eine ganze Welt voller Lebewesen".Projekte für die Jugend - auch am Selbach - bietet auch die Tourist-Information Oberes Kylltal mit dem Startpunkt Haus Wirfttal: "Das Haus wurde von der Ortsgemeinde auch gebaut, um bewusst Naturbildung zu betreiben", sagt Geschäftsführer Andreas Wisniewski im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. Ortsbürgermeister Nikolaus Simon bestätigt: "Wir wollen Kinder wieder für die Natur begeistern."Kinder ans Wasser und Jugend in den Verein - auch das ist durchaus Ziel der Verantwortlichen. "Als ich vor zwei Jahren das Amt übernommen habe", berichtet Müller, "war ich mit 51 Jahren jüngstes Mitglied." Das hat sich, zum Glück, mittlerweile deutlich geändert.