Die Häuser-Flucht endet an der Prüm

Die Häuser-Flucht endet an der Prüm

WATZERATH. Im Rahmen der Serie "Leben am Wasser" stellt der Trierische Volksfreund heute Irmgard Wallenborn vor. Die 67-Jährige wohnt und arbeitet an der Prüm – mitten in der kleinen Gemeinde Watzerath. Selbst Hochwasser bringt die Seniorin, die einige Haustiere hat, nicht aus der Ruhe.

Der 450 Einwohner zählende Ort Watzerath wartet mit einigen Reizen auf. Besonders von den Hängen hat man einen schönen Panoramablick ins Prümtal. Irmgard Wallenborn (67) braucht diesen Rundumblick nicht. Sie lebt im Tal, direkt am Wasser. Ihr idyllisches "Reich" liegt zu beiden Seiten der Prüm, mitten im Grünen. Friedlich schlängelt sich das Flüsschen am Watzerather Kapellchen vorbei, um dann einen kleinen Bogen zu schlagen. Eine Holzbrücke verbindet beide Uferseiten. Seit 33 Jahren wohnt die Seniorin dort. Ihre beiden Töchter leben mit sieben Kindern unweit in einem alten Bauernhaus. "Aus Düsseldorf sind wir 1972 vor den Häusern geflüchtet", sagt Irmgard Wallenborn und schaut - mit Pudel Shecky auf dem Arm - von der Bogenbrücke auf die Prüm. In diesem Bereich säumen Weiden die Ufer der Prüm. Tiere grasen auf den angrenzenden Wiesen. "Ich mag Bäume und Vogelgesang, darum wurde zuerst einmal kräftig angepflanzt", sagt Irmgard Wallenborn. Sie hält Schafe, Enten, Hunde und Ponys. Außerdem bekommt sie regelmäßig auch "unangemeldeten Besuch". "Eisvogel und Wasseramsel sind Dauergast am Fluss, im Winter gesellt sich das Wasserhuhn dazu, ferner noch 30 Wildenten." Selbst Hochwasser kann Irmgard Wallenborn noch etwas Positives abgewinnen: "1987 hat uns ein Unwetter mit schnellem Anstieg des Pegels etwas überrascht. Doch wir haben es bei sommerlichen Temperaturen genossen. Die Kinder fuhren Boot und hatten ihr Vergnügen." Weniger "gemütlich" war es drei Jahre zuvor. "Damals, es war zwei Tage vor Weihnachten, stieg das Wasser auf Grund des gefrorenen Bodens in drei Stunden so mächtig an, dass wir alle Tiere an Land evakuieren mussten", erinnert sich Wallenborn. Sie fühlt sich in Watzerath wohl. "Ich möchte nicht mehr verpflanzt werden", sagt sie.

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