Die Irsen in Schwarz-Weiß
Das Museum "wArtehalle" in Welchenhausen (Lützkampen) zeigt hab heute Bilder des Fotografen Harald Deilmann. Er hat eigens für das Museum einen Zyklus von Bildern zusammengestellt, die im Frühjahr 2006 entlang des Irsen-Flusses entstanden sind und in denen sich Darstellungen der Islek-Landschaft eindrucksvoll mit der Kunst-Fotografie verbinden.
Welchenhausen. (red) Harald Deilmann ist die Irsen hinabgewandert, von der Quelle bis zur Mündung. In seinen Bildern erscheint dieses wenig bekannte, oft kaum zugängliche Islek-Flüsschen als höchst eigenwilliges und wechselvolles Wesen. Anfangs bestimmen Kleinheit, Rauheit und Urwald-Geheimnis die Szene. Später, wenn sich die Irsen durch die Landschaft vorwühlt, treten auch die stummen Werke der Menschen hinzu, die Kuhweiden, Mühlen und Brücken. Im Wechsel von Wildheit und Ruhe, von rastloser Arbeit oder idyllischer Beschaulichkeit kommt hier ein Ausschnitt unserer Landschaft zu Gesicht, den in seiner Gesamtheit und ästhetischen Komposition wahrscheinlich nur wenige bisher so gesehen haben.Mehr als eine Gewässer-Dokumentation
Dieses Fluss-Porträt ist jedoch mehr als eine bloße Gewässer-Dokumentation. Denn zum Mittel der Darstellung wählte der Künstler die Schwarz-Weiß-Fotografie. Diese erfordert bei der Motiv-Gestaltung den schwierigen Ausgleich von (foto-)grafischer Zeichnung und Komposition und den sensiblen wie entschlossenen Umgang mit Lichtern, Grau-Tönen, Schwärze. Die Fotos sprechen von Harald Deilmanns großer Erfahrung und Könnerschaft. Die Irsen ist ein Nebenflüsschen östlich der Our, besitzt aber einen eigen Pegel. Die Landschaft um den Fluss wurde stellenweise als "Tal der tausend Schmetterlinge" bekannt. Der Fluss entspringt im Irsen-Fenn zwischen Heckhuscheid und Lützkampen und fließt entlang der Höhendörfer Harspelt, Roscheid, Sevenig, Eschfeld und zieht dann durch Irrhausen und an Daleiden vorbei nach Falkenauel und Obereisenbach, wo er in die Our mündet.Die Ausstellung wird heute Nachmittag, 17 Uhr, eröffnet. Die Bilder sind dann noch bis Ende März zu begutachten. Zur person Harald Deilman kam 1949 in Warendorf/Münsterland auf die Welt. Seit 40 Jahren beschäftigt er sich mit Fotografie, vorwiegend schwarz-weiß. Schwerpunkte seiner Arbeit sind vor allem Industrie und Fabriklandschaften. Hauptberuflich ist er Montessori-Lehrer in Düsseldorf und Diplom-Pädagoge. Seit rund 30 Jahren wohnt er in Roscheid nahe des Irsen-Tals.