Die Kirche wird schöner

Schönecken/Prüm · Bisher scheiterte die Sanierung der Schönecker Kirche und des Friedhofs an klammen Kassen und Eigentumsfragen. Dank eines Trierer Geschenks ändert sich das nun.

 Seit zehn Jahren wird bereits die Sanierung der Schönecker Kirche geplant. Nun soll sie endlich umgesetzt werden.TV-Foto: Frank Auffenberg

Seit zehn Jahren wird bereits die Sanierung der Schönecker Kirche geplant. Nun soll sie endlich umgesetzt werden.TV-Foto: Frank Auffenberg

Foto: Frank Auffenberg (aff) ("TV-Upload Auffenberg"

Schönecken/Prüm Zwei Landmarken prägen den Flecken: In luftiger Höhe über Schönecken die Burgruine, weiter Richtung Süden in Wetteldorf der Turm der spätgotischen Kirche St. Leodegar - besonders im Panorama eine wahre Pracht. Wer allerdings der Schöneckener Kirche näher kommt, wird sich wundern: Was aus Distanz so schön wirkt, sieht aus der Nähe - nennen wir es beim Namen - gammelig aus. Der weiße Anstrich ist unter Schmutz und Staub kaum mehr als eine vage Erinnerung. Geht alles gut, wird sich daran aber demnächst einiges ändern.
"Seit fast zehn Jahren sind wir dabei, eine Außensanierung vorzubereiten. Bisher scheiterte das aber immer, besonders aus finanziellen Gründen", sagt Thomas Stadler von der Niederprümer Rendantur des Bistums Trier. Die Rendantur betreut als Vermögensverwalter ihre angeschlossenen Kirchengemeindeverbände. Lange bewegte sich nichts in Sachen Außensanierung. "Die Mittel waren einfach nicht da. Durch den Verkauf des alten Kindergartengebäudes haben wir aber ein gewisses Plus gemacht und können nun wieder aktiv werden", sagt Stadler.
Etwa 224 000 Euro werde die Instandsetzung kosten, schätzt Stadler. "Das übersteigt natürlich immer noch unsere Möglichkeiten, deswegen sind wir gerade damit beschäftigt, Förderungen zu finden." Knapp 50 Prozent übernimmt voraussichtlich das Bistum Trier, abzüglich der Eigenmittel der Pfarrgemeinde bleiben etwa 58 500 Euro, die noch aufgebracht werden müssen. "Wir reden nicht nur von einem Anstrich", sagt Stadler. Vielmehr müsse der Putz erneuert werden, Dach und Regenrinnen seien reparaturbedürftig, Teile der Sandsteinfassungen müssten umfangreich bearbeitet werden, etliche Abdichtungen seien mangelhaft, und auch die Fenster müssten überholt werden: "Teils gibt es Schäden in der Bleiverglasung, und auch die Entwässerung im Hof ist mangelhaft."
Angesichts der Größe des Vorhabens hat sich die Rendantur bereits an die Ortsgemeinde Schönecken gewandt und angefragt, ob sie die Arbeiten finanziell unterstützen könne.
"Beraten haben wir schon kurz darüber, doch wollten die Ratsmitglieder noch etwas Bedenkzeit haben, bevor sie einen Beschluss fassen", sagt Schöneckens Ortsbürgermeister Matthias Antony. Grundsätzlich werde die Initiative sehr begrüßt. "Persönlich gesehen spricht kaum etwas dagegen, dass wir die Sanierung unterstützen, zumal wir ja auch private Instandsetzungen mit bis zu 25 Prozent fördern", sagt er. Letztlich liege die Entscheidung aber beim Rat, betont Antony.
Allerdings passe das Vorhaben auch zu den Plänen der Ortsgemeinde zur Renovierung des Friedhofs, ergänzt er. Schon vor drei Jahren hatte der Rat beschlossen, den Friedhof und die Trauerhalle für insgesamt etwa 200 000 Euro zu renovieren. Doch fiel bei den Vorbereitungen auf, dass das Grundstück Eigentum des Bistums Trier war (der TV berichtete). Der Rat entschied, nichts in Angriff zu nehmen, bevor der Friedhof der Gemeinde gehört. "Die Verhandlungen dauerten sehr lange. Man konnte sich aber einigen. Statt wie zunächst geplant einen Baulandpreis anzusetzen, wurde der Grund nun unentgeltlich überschrieben. Auch weil aufwendige Sanierungen einer Mauer vor der Tür standen", sagt Stadler. Sie wird nun im Zuge der Sanierung durch die Ortsgemeinde erneuert. "Einen Zeitplan haben wir noch nicht, aber die Arbeiten werden in den kommenden Wochen angegangen", sagt Antony. Neben der Komplettsanierung der Trauerhalle stehe auch eine groß angelegte Wegeerneuerung an und die Pflanzung schattenspendender Bäume.
Oberstes Ziel: Der Friedhof soll insgesamt attraktiver werden und mehr Aufenthaltsqualität bieten. "Wenn die Kirche dann auch gleich wieder in Schuss gebracht werden könnte, wäre das natürlich günstig und die richtige Gelegenheit", sagt Antony.Extra: ZWEI KIRCHEN, ZWEI ALTÄRE, EIN TURM


In Schönecken, genau genommen im Ortsteil Wetteldorf, befinden sich eigentlich zwei Kirchen: Eine gotische und eine neuzeitliche. Beide Gotteshäuser sind baulich miteinander verbunden. Die gotische Sankt-Leodegar-Kirche wurde im Jahr 1448 einschiffig errichtet und mehrfach umgestaltet. 1887 wurden zwei Seitenschiffe angesetzt. Die neuzeitliche Kirche "Unserer Lieben Frau" fügte man 1955 in Hallenbauweise an das im 19. Jahrhundert angefügte Südschiff an. Das nördliche Seitenschiff wiederum musste 1976 für die Verbreiterung der Nimstalstraße abgebrochen werde. Der zunächst ungenutzte Altbau "St. Leodegar" wurde 1976 außen und nach 1980 innen grundlegend restauriert und wird seit 1995 wieder als Sakralraum genutzt.