Die Königin der Instrumente

BITBURG. Die Katholische Kirchengemeinde Liebfrauen und ihr Orgelbauverein wollen die Spendensammlung für die neue Orgel durch Patenschaften vorantreiben.

Unter den Katholiken und Musikfreunden in Bitburg wächst die Vorfreude auf die bestellte Pfeifenorgel. Als "Königin der Instrumente" vereint sie die einzelnen Stimmen eines klassischen Orchesters, lässt Bläser und Streicher gemeinsam ertönen. Der 2001 gegründete Orgelbauverein mit 70 Mitgliedern und die Pfarrgemeinde haben bereits fleißig Spenden gesammelt. 280 000 Euro liegen auf der Bank, 120 000 Euro fehlen noch. Vom Bistum gibt es - wie bei solchen Anschaffungen üblich - keinen Zuschuss.Je tiefer der Ton, desto teurer die Pfeife

Rückenwind erhoffen sich die Organisatoren deshalb durch Patenschaften. In einer bunten Broschüre sind alle Orgelpfeifen tabellarisch aufgelistet, gegliedert nach Hauptwerk (oberes Manual), Schwellwerk (unteres Manual) und Pedalwerk. Jedes einzelne Register (Klangfarbe), das der Organist später beim Spielen auswählt, umfasst Töne über mehrere Oktaven. So kann sich jeder Spender seine Lieblingstöne aussuchen und dafür Patenschaften übernehmen. Jeder Preisklasse ist in der Tabelle eine bestimmte Farbe zugeordnet. Faustregel: Je tiefer der Ton, desto größer und damit teurer die Pfeife. Die Palette reicht von goldenen "Kinderpfeifen" für zehn Euro pro Stück bis hin zu den riesigen roten Pfeifen für 1000 Euro. Wer möchte, kann auch für ein ganzes Register Pate werden. Der Broschüre liegt eine gelbe Antwortkarte bei. Dort kann der Spender seine favorisierten Töne und die gewünschte Zahlungsweise eintragen. Das Pfarramt überträgt bereits vergebene Töne auf eine Schautafel in der Kirche. So bleibt jeder auf dem Laufenden. Sollte eine gewünschte Pfeife bereits vergeben sein, informiert das Pfarramt den Spender. Nach Zahlungseingang bekommt jeder eine Spendenbescheinigung und eine Patenschaftsurkunde. Falls der Spender nichts dagegen hat, wird sein Name auf einer Metalltafel veröffentlicht. Außerdem wird er in ein Patenbuch eintragen. Die bisherige Orgel in Liebfrauen aus dem Jahr 1962 funktioniert nicht mehr richtig. "Eine umfangreiche Reparatur wäre fast so teuer wie ein Neubau. Wir hätten dann aber trotzdem ein altes Gerät", erklärt Dekanatskantor Thomas Netter. "Das ist ein Fass ohne Boden." Er unterrichtet auf der Orgel zurzeit sechs Schüler, die unter den erschwerten Bedingungen leiden. Wenn die neue Orgel da ist, will Netter bekannte Organisten einladen und hochklassige Konzertreihen gestalten.Busfahrt zur Werkstatt im Schwarzwald

Damit die Bitburger für das viele Geld auch eine entsprechende Gegenleistung bekommen, haben sich die Verantwortlichen bei der Auswahl des Orgelbauers viel Mühe gemacht. Netter nahm Orgeln ähnlicher Größe und Bauart von 17 in- und ausländischen Firmen kritisch unter die Lupe. "Es gibt große Unterschiede in Qualität, Verarbeitung, Materialauswahl und vor allem im Klang", berichtet der Kantor. Er traf eine Auswahl von vier Orgelbauern und fuhr die Standorte gemeinsam mit Mitgliedern des Verwaltungsrats von Liebfrauen ab. Schließlich fiel die Entscheidung für Claudius Winterhalter aus Oberharmersbach im Schwarzwald. Im Sommer will die Pfarrgemeinde Interessierten eine Busfahrt zur Werkstatt anbieten, um dort den Baufortschritt zu sehen. Spendenkonto Orgelbauverein: Kontonummer 2039398, Bankleitzahl 58660101, Volksbank Bitburg.

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