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Die letzte Ruhestätte wird teurer

Die letzte Ruhestätte wird teurer

Die Friedhofsgebühren in Prüm werden im kommenden Jahr steigen. Das hat der Stadtrat nun einstimmig beschlossen. Damit kommt die Stadt einer Forderung des Landesrechnungshofs nach. Dieser hatte im vergangenen Jahr gefordert, die Gebühren für die vier Friedhöfe so zu erhöhen, dass sie die Kosten decken.

Prüm. Selbst im Tod verursacht der Mensch noch Kosten, beispielsweise für die Grabstelle. Dafür erheben die Kommunen von den Angehörigen Gebühren. Doch vielfach sind die Sätze seit Jahren nicht mehr angepasst worden. Die Folge: Die Einnahmen reichen nicht mehr aus, um die Kosten der Gemeinden für den Friedhof zu decken. Diese entstehen unter anderem für das Ausheben der Gräber, der Pflege der Wege oder der Standsicherheitsprüfung der Grabsteine. In der Stadt Prüm sind so in den vergangenen Jahren Schulden von rund 90 000 Euro aufgelaufen. Der jährliche Fehlbetrag im Haushalt beläuft sich auf rund 30 000 Euro.
Der Landesrechnungshof hatte dieses Defizit in seinem Untersuchungsbericht der städtischen Finanzen beanstandet und gefordert, dass die Stadt die Friedhofsgebühren erhöht (der TV berichtete). Denn die Einnahmen müssten die Ausgaben vollständig decken, und auch Dienstleistungen des Bauhofs müssten in die Kostenrechnungen miteinfließen. "Wir müssen sehen, wie wir aus dem Minus herauskommen", sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy in der Ratssitzung am Dienstagabend.
In den Wochen zuvor hatte sich die Stadtchefin deshalb mit Ratsmitgliedern sowie Vertretern der Verbandsgemeindeverwaltung in einem Arbeitskreis zusammengesetzt und darüber beraten, welche Gebühren wie erhöht werden können. "Das war wirklich eine schwierige Geschichte", sagt Weinandy. "Wir haben es uns nicht einfach gemacht."
Im Ergebnis wird vorgeschlagen, die laufende Gebühr pro Grabstelle von zwölf auf 25 Euro pro Grabstelle und Jahr zu erhöhen. Darin enthalten sind die Pflege der Anlage, die Bereitstellung von Wasser für Blumen, die Abfallentsorgung und die Standsicherheitsprüfung der Grabsteine. Teurer wird außerdem der Kauf von Urnenreihengräbern (von 120 Euro auf 180 Euro), Erd reihengräbern (von 300 Euro auf 360 Euro), Urnenwahlgräbern (ebenfalls von 300 Euro auf 360 Euro) sowie Erdwahlgräbern (von 510 Euro auf 570 Euro). Für das Ausheben der Gräber werden bei einer normalen Tiefe nun 440 Euro berechnet, bislang waren es 400 Euro. Für Übertiefen sind es künftig 530 Euro statt 500 Euro und für Urnengräber 150 Euro statt 100 Euro.
Mit diesen zusätzlichen Einnahmen könnte der Friedhofshaushalt wieder ausgeglichen werden, heißt es vonseiten der Verwaltung. "Die Anhebung gilt dann ab dem kommenden Jahr", sagt Weinandy. Danach soll die Kalkulation überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden. "Es ist auf jeden Fall Handlungsbedarf gegeben", sagt SPD-Fraktionssprecher Markus Fischbach. Der erarbeitete Gebührenentwurf sei "in sich schlüssig", weshalb man der neuen Gebührensatzung zustimmen werde. Das sehen auch die anderen Fraktionen so, so dass die Satzung einstimmig beschlossen wird. Sie gilt auf allen Friedhöfen der Stadt Prüm, also auch in den Stadtteilen Niederprüm, Steinmehlen und Weinsfeld.