Die Lust auf Gewalt nimmt wieder zu

Die Polizei-Inspektion (PI) Prüm hat ihre Aufklärungsquote bei kriminellen Delikten weiter erhöht: Sie stieg von 63,7 Prozent im Jahr 2007 auf 67,7 Prozent für 2008. Insgesamt gab es weniger Straftaten, dennoch stieg die Zahl der Gewaltdelikte. Weiterhin wird im Dienstbezirk kräftig geraubt und gestohlen.

Arzfeld/Jünkerath/Prüm. Ordentliche Quote: Etwas mehr als zwei Drittel aller Straftaten in den Verbandsgemeinden Arzfeld, Obere Kyll und Prüm (67,7 Prozent) haben die Beamten der Inspektion aufgeklärt. Damit liegen sie gut fünf Prozent über dem Landesdurchschnitt (62,3 Prozent) und mehr als drei Prozent über der Quote in der Region Trier.

Unter den aufgeklärten Fällen: eine Einbruchserie in Ferien- und Wochenendhäusern an der Oberen Kyll: "Das war ein Wohnsitzloser, der dort die Gegend unsicher gemacht hat", sagt PI-Chef Josef Junk. "Wir sind dann verstärkt Streife gefahren, und dann haben ihn zwei unserer Kollegen festgenommen." Ebenfalls geklärt und nach einem schnellen Strafverfahren mit drei Verurteilungen abgeschlossen: Die Massenschlägerei an Karneval in Stadtkyll (der TV berichtete).

Rückgang der Straftaten um zwei Prozent



Erfreulich auch, dass die Gesamtzahl der Straftaten um zwei Prozent zurückging: auf 1830 Fälle (2007: 1867). Dennoch verbergen sich in dem nun vorgelegten Bericht der Prümer Inspektion schlechte Nachrichten: So wurden im vergangenen Jahr - nach einem Rückgang vor zwei Jahren - wieder mehr sogenannte Rohheitsdelikte begangen. Dazu zählen Körperverletzung, Nötigung und der neu eingeführte Straftatbestand der Nachstellung. 300 Fälle sind registriert, gegenüber 264 im Jahr 2007. Besonders gravierend: der Anstieg bei den Körperverletzungen, die Fallzahlen stiegen von 181 auf 216 (19,3 Prozent).

Hoch bleibt die Zahl der Einbruchdiebstähle (222, im Vorjahr 221). Gut 40 Prozent wurden aufgeklärt - das reicht natürlich dem PI-Chef nicht. "Gerade die Wohnungseinbrüche bewegen die Bürger doch sehr", sagt Junk. "Das ist besonders gravierend, wenn eingebrochen wird, während die Leute im Haus sind und schlafen." Wie im Oktober in Prüm und Stadtkyll: Die Serie ist nahezu aufgeklärt (siehe weiteren Artikel auf dieser Seite).

Betrug, Unterschlagung, Untreue und Urkundenfälschung: 313 dieser Delikte bearbeiteten die Beamten 2008, drei weniger als im Jahr davor. Aufgeklärt wurden davon etwa drei Viertel (74,4 Prozent). Ein leichter Rückgang auch bei den Rauschgiftfällen: 206 wurden registriert (211). Allerdings verweist die Polizei auf eine hohe Dunkelziffer, weil diese Delikte kaum angezeigt werden.

Schnelles Eingreifen, zügiges Ermitteln, verstärktes Kontrollieren: Mit diesen und ähnlichen Maßnahmen, nicht zuletzt im Umfeld von Großveranstaltungen, wollen die Beamten vor allem bei den Rohheitsdelikten die Fallzahlen senken. Und ingesamt zur Verhinderung weiterer Straftaten die Präsenz erhöhen - nicht nur mit Streifenwagen. Junk: "Nur weil man keine Polizei sieht, heißt das nicht, dass sie nicht da ist."EXTRA Wer hat's verbrochen - und wo? Die meisten Straftaten haben Männer auf dem Kerbholz: 1117 Tatverdächtige wurden ermittelt, davon 81,8 Prozent Männer. Der Anteil der Erwachsenen liegt bei 76,3 Prozent, der Anteil der jungen Menschen unter 21 Jahren bei 23,7 Prozent. 206 der ermittelten Verdächtigen sind Ausländer (18,5 Prozent). Damit liegt deren Anteil im Durchschnitt des Polizeipräsidiums Trier. Die Verteilung der Straftaten im Dienstbezirk der Inspektion Prüm: VG Prüm 1035 Delikte, VG Obere Kyll 505, VG Arzfeld 290, Stadt Prüm 394. (fpl)

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