Die Mannschaft steht

PRÜM. Für alles gerüstet: Der Einsatzplan der Rettungsdienste für den Deutschen Wandertag kommende Woche steht. Schwierigste Aufgabe: der Sonntag mit mehreren zehntausend Teilnehmern und Zuschauern.

Hereinspaziert: Der 106. Deutsche Wandertag marschiert heran, bereits beim Auftakt am Donnerstag, 13. Juli, werden mit der traditionellen "Wimpelgruppe" rund 3000 Besucher in Prüm erwartet. Beim kostenlosen Heino-Konzert am Samstag, 15. Juli, 20 Uhr, dürften sich ebenfalls tausende am Prümer-Sommer-Platz knubbeln. Und dann kommt der Sonntag: Allein für den Festumzug sind mehr als 15 000 Teilnehmer gemeldet, ähnlich viele werden am Straßenrand erwartet. "Wir gehen von insgesamt 30 000 Leuten aus", sagt DRK-Bereitschaftsleiter Oswald Benzel. "Es kann sein, dass nur 25 000 kommen. Oder aber 40 000." Wochenlang, oder, wie Benzel sagt, "ewig" haben sie über dem Einsatzplan gesessen. Zusätzliche Notärzte sind an allen Tagen eingeplant. Für den Sonntag sind rund 250 Retter vorgesehen: Vom DRK, vom Technischen Hilfswerk, von der Stadt und von den Feuerwehren Prüm, Niederprüm, Steinmehlen, Weinsfeld und Weinsheim. Fünf Rettungswagen platziert das Rote Kreuz in der Stadt, außerdem sind zwei Einsatz-Motorräder unterwegs. Und im Umzug laufen weitere fünf DRK-Gruppen mit, um die Mitwanderer notfalls zu versorgen. An der Feuerwache ist außerdem ein Behandlungsplatz eingerichtet. Wem dort nicht geholfen werden kann, der kommt ins Krankenhaus. Auch dort steht die Planung. Pflegedienstleiter Leo Leyens: "Etliche Mitarbeiter stehen auf Abruf parat." Auch materiell habe man aufgestockt: Infusionen, Kanülen und weitere Geräte. "Wir richten uns auf ein paar Patienten mehr ein", sagt Leyens. Es könne immerhin sein, dass ein Umzug-Teilnehmer oder Zuschauer dehydriert, unterzuckert und erschöpft zusammenbreche. Leyens denkt auch an das Schlimmste: "Das wäre, wenn ein Auto in eine Fußgängergruppe fährt." Das hofft natürlich niemand - wenn aber ein solcher Unfall mit vielen Verletzten sich ereigne, dann stoße das Hospital schnell an seine Grenzen, sagt der ärztliche Direktor Kersten Krauter: "Deshalb sind auch die Krankenhäuser in der Umgebung mit einbezogen." Die Hauptsorge bleiben jedoch Schwächeanfälle, nicht zuletzt bei älteren Wandertags-Teilnehmern und vor allem beim erwartet heißen Juliwetter: "Wenn Prüm feiert, ist das immer gut", sagt Leyens. Dennoch: "Ich habe immer einen Kloß im Bauch, wenn so was ist", sagt Leo Leyens. Weder er noch Oswald Benzel können sich an eine Veranstaltung erinnern, bei der mehr Menschen als am 16. Juli in der Stadt gewesen wären. "Da gibt es so viele Unwägbarkeiten", sagt Leyens. "Und die Kritiker sind hinterher immer da. Wenn alles gut gelaufen ist, erwähnt das keiner." Obwohl, wie Benzel ergänzt, "sich so viele Leute so viel Arbeit gemacht haben". Am Sonntag, 16. Juli, sind viele Straßen in die Stadt ab 12 Uhr und bis voraussichtlich 21 Uhr gesperrt. Deshalb: auf Umleitungen und Hinweisschilder achten. Wer ins Prümer Krankenhaus muss, sollte den Umweg über das Mehlental und/oder Brandscheid wählen.

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