Kommunalpolitik: Die Millionen-Kur fürs Cascade

Kommunalpolitik : Die Millionen-Kur fürs Cascade

Beschlossene Sache: Die Stadt investiert dieses Jahr 1,9 Millionen Euro in die technische Sanierung des Erlebnisbads. Während der Bauzeit muss das Bad von August bis Oktober gesperrt werden. Das Freibad bleibt geöffnet.

Mit seinen 22 Jahren ist das Cascade ein richtiger Oldtimer. Und wie bei einem alten Auto gibt es in dem Bad immer etwas zu tun. Für dieses Jahr steht eine technische Sanierung an. Vor allem müssen neue Brandschutz-Vorgaben umgesetzt werden. Das kommt die Stadt mit 1,9 Millionen Euro richtig teuer. Aber Gesetz ist Gesetz. Und so hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig und ohne weitere Debatte die Auftragsvergabe beschlossen.

Während der Bauarbeiten müssen Erlebnisbad und Sauna für drei Monate geschlossen werden. Das Freibad bleibt aber geöffnet. So hofft Geschäftsführerin Elfriede Grewe einen Teil der fehlenden Einnahmen mit einer guten Freibad-Saison zu kompensieren. Haben Bad und Sauna drei Monate geschlossen, fehlen im Schnitt rund 25 000 Gäste und damit Einnahmen von mehr als 130 000 Euro. Die Sanierung ist also nicht nur teuer, sondern wird im Ergebnis auch die Bilanz des Betriebs drücken. Heißt: Die rund 650 000 Euro, mit denen die Stadt Jahr für Jahr die Verluste des Cascade deckelt, werden dieses Jahr wohl nicht ausreichen.

Ursprünglich war geplant, die Sanierungsarbeiten auf zwei Jahre zu verteilen. Aber bei der Planung hat sich herausgestellt, dass es günstiger ist, die Arbeiten in einem Zuge zu erledigen. Zum einen, weil die Abläufe dann besser ineinanderpassen. Zum anderen, weil das Bad dann nicht 2019 wieder geschlossen werden muss – was ja noch mal zu Einnahmeverlusten führen würde.

Der Großteil des Geldes wird hinter den Fliesen verbaut. Größter Posten beim Brandschutz ist der Einbau einer neuen Sprachdurchsage-Anlage, die auch im Brandfall funktioniert. Zudem werden Brandschutztüren eingebaut, die den neuesten Vorgaben entsprechen und Starkstromanlagen müssen besonders gesichert werden. Zudem stehen Sanierungsarbeiten an den Anlagen zur Wärmeversorgung, Lufttechnik sowie Wasser und Abwasser an. Dort, wo Decken für die Einbauarbeiten aufgerissen werden müssen, sollen sie auch gleich erneuert werden. Aber alles in allem wird der Gast von der Millionen-Investition am Ende nicht viel sehen.

Diese Arbeiten hat der Stadtrat im Herbst vergangenen Jahres unter Priorität 1 ganz oben auf die Liste gesetzt. Aber auch wenn diese im Herbst erledigt sind, bleibt das Cascade eine Baustelle. Unter Priorität 2 sind mehr als 120 Einzelpositionen aufgelistet, die in den kommenden fünf bis zehn Jahren angegangen werden sollen. Kosten: 2,1 Millionen Euro.

Dabei geht es um die Erneuerung der Fliesen im Schwimmbadbereich sowie eine zeitgemäßere Gestaltung der Umkleidekabinen und Duschen im Schwimmbadbereich. Auch der Eingangsbereich bekäme dann eine neue Optik. Aber dieses Paket ist noch nicht beschlossen. Und irgendwann in den nächsten 15 bis 20 Jahren, das wurde im Paket unter Priorität 3 zusammengefasst, soll das Schwimmbad dann auch einen neuen Anstrich bekommen. Und bis dahin dürfte hier und dort wohl auch wieder an einigen technischen Anlagen was zu tun sein.

Bei diesen Aussichten würde man gerne in Geld schwimmen, aber Bitburg badet im Cascade weiter in Verlusten. Die beliebte Einrichtung, die rund 215 000 Gäste im Jahr zählt, lässt sich die Stadt Jahr für Jahr richtig was kosten.

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