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"Die Mitarbeiter sind eine Wucht" - Trotzdem verlässt Alexandra Meerfeld das Amtsgericht Prüm

"Die Mitarbeiter sind eine Wucht" - Trotzdem verlässt Alexandra Meerfeld das Amtsgericht Prüm

Alexandra Meerfeld, seit dreieinhalb Jahren Direktorin des Amtsgerichts Prüm, geht nach Koblenz: Sie erhielt eine Planstelle am Oberlandesgericht. Richter Jan Keppel übernimmt ihre Verwaltungsgeschäfte, bis die Nachfolge geregelt ist.

Prüm. Es ist das Jahr der frühen Abschiede in Prüm: Nach Pfarrer Christian Müller (der TV berichtete) verlässt auch Alexandra Meerfeld, seit August 2012 Direktorin des Amtsgerichts, die Abteistadt. Beim Oberlandesgericht in Koblenz erhielt sie eine Stelle in ihrem Spezialfach, dem internationalen Familienrecht.
So schnell wieder weg aus Prüm? "Es kam jetzt ein bisschen überraschend", sagt die bisherige Amtsrichterin, während sie gerade ihr Büro ausräumt. "Das war nicht so geplant."
Aber im Frühjahr habe sie eine Fortbildung im internationalen Familienrecht besucht und gedacht: "Das würde mich inhaltlich reizen." Das wiederum erfuhr später ein Kollege, der ihr dann per Telefon mitteilte, dass eine solche Stelle in Koblenz neu zu besetzen sei. Die 47-Jährige bewarb sich, erhielt den Zuschlag für den Posten und nahm ihn auch an.
"Ich konnte ja schlecht sagen: Halten Sie mir die Stelle noch fünf oder zehn Jahre frei. Und ich finde es auch irgendwo schade, das ich jetzt schon gehe. Ich habe mich in Prüm sehr wohl gefühlt, die sind mir hier alle ans Herz gewachsen."
Vor allem eines wird von Alexandra Meerfeld bleiben: Sie hat bei Justizminister Gerhard Robbers (SPD) eine Bestandsgarantie für das Amtsgericht erwirken können. "Ich habe ihn darauf hingewiesen, welche Entfernungen beispielsweise Leute aus Hallschlag hinzunehmen hätten, wenn das nächste Amtsgericht in Daun oder Bitburg angesiedelt ist." Das hat offenbar gewirkt, die Prümer Behörde bleibt.
Die Vertretung der bisherigen Chefin in allen Verwaltungsfragen übernimmt Richter Jan Keppel. Die Familienangelegenheiten betreut bis auf Weiteres der Kollege Thomas Korst aus Oberstadtfeld.
Der Posten des Amtsgerichtsleiters, sagt Alexandra Meerfeld, werde in einer der nächsten Ausgaben des rheinland-pfälzischen Justizblatts ausgeschrieben. Wann er wieder besetzt sein wird, steht noch nicht fest. Mit etwas Glück geschehe das aber noch vor der Landtagswahl im März.
"Ich kann meinen Nachfolger, wer auch immer es sein wird, nur beglückwünschen", sagt die promovierte Juristin. "Die Mitarbeiter hier sind einfach eine Wucht. Ich war ja schon an einer Reihe von Gerichten, aber da können Sie lange suchen, bis Sie eines finde, wo die Mitarbeiter so einen guten Draht zueinander haben. Es war wirklich wie eine Familie. Und es tut ein bisschen weh, nicht mehr zu dieser Familie zu gehören." Aber so sei das mit den Gelegenheiten, wenn sie sich im Leben bieten: "Ich weiß nicht, ob ich nicht in fünf oder zehn Jahren der verpassten Chance hinterhergetrauert hätte."