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Die Napoleonseiche im Roßbachwald

Die Napoleonseiche im Roßbachwald

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm gibt es rund 150 Naturdenkmäler. Eines davon ist die geschichtsträchtige Napoleonseiche, wissenschaftliche Bezeichnung: Quercus petraea (Traubeneiche). Sie steht im Roßbachwald im Prümtal auf der Gemarkung Mauel. Michael Fischer aus Waxweiler erzählt uns ihre Geschichte.

Mauel/Waxweiler. Naturdenkmäler gibt es viele in Deutschland. Sie sind herausragende Einzelschöpfungen der Natur, die unter Schutz gestellt sind, begründet durch die Seltenheit, Eigenart oder Schönheit des Naturdenkmals sowie seinen Wert für Wissenschaft, Heimatkunde und Naturverständnis.
Ein Naturdenkmal kann zum Beispiel eine Felsnadel sein, ein einzeln stehender Baum oder ein malerischer Wasserfall. Oft sind sie auch gleichzeitig Zeuge der historischen Kulturlandschaft.Baum des Jahres 2014


Im Eifelkreis Bitburg-Prüm gibt es laut der amtlichen Liste der Kreisverwaltung rund 150 Naturdenkmäler, darunter auch die Napoleonseiche, eine Traubeneiche. Der imposante Baum steht im Roßbachwald im Prümtal auf der Gemarkung Mauel bei Waxweiler, südöstlich der Ortsgemeinde Mauel und 500 Meter westlich des Ortsteils Staudenhof. Die Traubeneiche ist als Baum des Jahres 2014 in Deutschland bestimmt worden.
Das Eifeler Naturdenkmal verdankt seinen Namen dem französischen Kaiser Napoleon Bonaparte. Er soll um das Jahr 1812 auf seinem Rückzug von Russland durch das Prümtal gekommen sein. Es gibt jedoch verschiedene Legenden: Eine besagt, dass Napoleon die Eiche gepflanzt haben soll. Einer anderen Version zufolge soll der Kaiser an der Stelle, wo die Eiche steht, geschlafen haben oder ein Lagerplatz seiner Truppen gewesen sein. Angaben der Kreisverwaltung zufolge ist die Napoleonseiche seit dem Jahr 1958 durch Rechtsverordnung geschützt und als Naturdenkmal ausgewiesen. Die erste Kennzeichnung durch das amtliche Dreieckschild erfolgte im Jahr 1966. Der Wanderweg, der an dem Naturdenkmal vorbeiführt, wurde im Jahr 2012 im Rahmen des neu geschaffenen "NaturWanderPark delux" des Zweckverbands Naturpark Südeifel als Prümtalweg gesondert ausgewiesen. Weitere einzigartige Stationen auf diesem Weg sind die Prümtalschleife und das Schloss Merkeshausen.
Die Napoleonseiche und das große Waldgelände, in dem sie steht, sind Eigentum der Gerhard-Faber-Stiftung der Pfarrei Waxweiler. Diese Stiftung ist eine der ältesten in Deutschland. Sie geht zurück ins Jahr 1703 und auf ein Testament des damaligen Pfarrers von Waxweiler und Dechanten des Landkapitels Bitburg-Kyllburg, Gerhard Faber. Sein Werk war die Gründung einer Stiftung für Theologiestudenten nach seinem Tod im Jahr 1710. Da sich im Lauf der Zeit Sinn und Zweck der Stiftung veränderte, wurde vom Stiftungskuratorium festgeschrieben, zukünftig das Andenken an den Stifter in verschiedener Weise zu wahren und zu pflegen. So wird das Pfarrzentrum "Dechant-Faber-Haus" in Waxweiler als Begegnungs- und Weiterbildungsstätte von der Stiftung unterhalten. In jedem Frühjahr organisieren Stiftung und Pfarrei die sogenannte Vogelstimmenwanderung. Die etwa einstündige Wanderung beginnt frühmorgens am Sportplatz in Philippsweiler und führt durch den Roßbachwald ins Prümtal zur Napoleonseiche. Dort zelebriert der Pfarrer von Waxweiler eine heilige Messe in besonderem Gedenken an Stiftungsgründer Gerhard Faber, bevor alle Teilnehmer im Schatten der Eiche frühstücken. red